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Kieber, Walter (1931–2014)

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Autor: Redaktion | Stand: 30.8.2017

Regierungschef. *20.2.1931 Feldkirch, † 21.6.2014 Vaduz, von Schellenberg, wohnhaft in Schaan. Sohn des Bundesbahnbeamten Alfons und der Elisabeth, geb. Brandauer.  16.4.1959 Selma Ritter (*10.9.1934), Tochter des Sportpioniers Hans Ritter, zwei Kinder. 1937–41 Volksschule und 1941–50 Gymnasium in Bregenz, 1950–54 Studium der Rechtswissenschaften in Innsbruck, 1954 Dr. iur. 1955–59 Rechtsanwalt im Advokaturbüro Ludwig Marxer, Vaduz (→ Marxer & Partner, Rechtsanwälte), 1959–65 Leiter des Rechtsdienstes der liechtensteinischen Regierung, 1965–70 Leiter des Präsidialbüros, 1969 Generalsekretär der Regierung. 1970–74 Regierungschef-Stellvertreter (FBP) mit den Ressorts Inneres, Justiz, Sanitätswesen und Verkehr. 1974–78 Regierungschef mit den Ressorts Präsidium, Äusseres, Finanzen, Justiz, Bauwesen sowie Land- und Forstwirtschaft. In dieser Zeit u.a. Einführung der Ehescheidung und der Zivilehe (1974), Beitrittsgesuch Liechtensteins an den Europarat zur Erlangung der Vollmitgliedschaft (1977) und Revision des Postvertrags mit der Schweiz (1978). Kieber war 1975 an der KSZE-Gipfelkonferenz in Helsinki einer der Vorsitzenden.

Nach der Wahlniederlage der FBP 1978 blieb Kieber in Anbetracht wichtiger anstehender Probleme, wie Verhandlungen mit der Schweiz über einen Währungsvertrag und Reform des Gesellschaftsrechts, auf Wunsch von Fürst Franz Josef II. bis 1980 als Regierungschef-Stellvertreter in der Regierung. Er leitete die Ressorts Wirtschaft, Justiz, Verkehr sowie Jugend und Sport. 1981–99 Partner im Advokaturbüro Marxer, Vaduz. 1993 Mitgründer der Centrum Bank AG, Vaduz, und 1993–2001 Mitglied des Verwaltungsrats der Centrum Bank AG. Seit 2001 Partner im Advokaturbüro Kieber & Nuener, Rechtsanwälte, Vaduz. 1992–97 Präsident der Liechtensteinische Rechtsanwaltskammer, diverse Publikationen zu juristischen Themen. 2006 publizierte Kieber eine Autobiografie, die v.a. seine politische Tätigkeit behandelt («Jahre des Aufbruchs»). 1971 Komturkreuz mit Stern, 1975 Grosskreuz und 2003 Grosskreuz mit Brillanten des fürstl. liecht. Verdienstordens, 1975 Grosses Goldenes Ehrenzeichen am Bande der Republik Österreich, 1978 Fürstlicher Justizrat.

Archive

AHLFL.

Quellen

Rech Reg 1970–80.

Nachrufe

LVbl., 23.6.2014; LVa., 23.6.2014.

Literatur

J. Kaiser: 70 Jahre FBP, 1988, 71–79; LVbl., 20.2.2001 und 20.2.2006; Merki: Finanzberatung, 2003; W. Kieber: Jahre des Aufbruchs, 2006.

Zitierweise

Redaktion, «Kieber, Walter (1931–2014)», Stand: 30.8.2017, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Kieber,_Walter_(1931–2014), abgerufen am 16.2.2019.

Normdaten

GND: 108390918

Medien

Walter Kieber (*1931) im Wahllokal (LI LA).