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Kindle, Maximilian (Max)

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Autor: Josef Frommelt | Stand: 31.12.2011

Musiker. *12.7.1887 Rendsburg (Holstein, D), †30.1.1949 Maribor (SLO), von Triesen. Sohn des nach Norddeutschland ausgewanderten Fabrikanten Albert und der Maria, geb. Gerke; fünf Geschwister, darunter der Verleger Carl Albert.  1) 1916 Josefine Pichiolutto (*28.2.1896, †3.11.1971);  2) ca. 1937 Peppina (Familienname unbekannt; †20.7.1983). Zahnarztausbildung, nebenbei Klavierunterricht. Drei Jahre Konservatorium in Brünn (CZ), Bekanntschaft mit Musikern wie Leo Slezak, Max Reger, Siegfried Wagner. 1910 gab er in Brünn sein erstes Klavierrecital. Wenig später übersiedelte Kindle nach Fiume (Rijeka), wo er eine florierende Zahnarztpraxis betrieb; später wohnhaft in Abazzia (Opatija). Sein 1920 für den italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio komponierter Triumphmarsch «Quis contra nos» brachte ihm Renommee und die Protektion hoher italienischer Militärs ein. In der Folge Konzerttätigkeit in ganz Italien, 1921 in Wien, 1922 in Liechtenstein (Triesen, Vaduz, Burg Gutenberg). Nach der Allianz Mussolinis mit Hitler 1936 von hohen Nazis protegiert.

Kindle schuf über 50 Kompositionen (für Klavier, Klavier und Orchester, Kammermusik). Seine Gedichte und der Roman «Die Toteninsel» blieben ungedruckt. Nach der Eroberung Istriens durch Tito 1943 in Opatija eingeschlossen. 1946 wegen Kollaboration mit den Deutschen in einem Schauprozess in Zagreb zu lebenslanger Haft verurteilt; 1949 im Internierungslager gestorben.

Archive

Nachlass im Archiv der Liechtensteinischen Musikschule; GAT.

Zitierweise

Josef Frommelt, «Kindle, Maximilian (Max)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Kindle,_Maximilian_(Max), abgerufen am 23.2.2019.

Medien

Max Kindle mit Mikroskop. Ölgemälde eines unbekannten Künstlers (GAT). Foto: LLM