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Klöster

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Autor: Heinz Dopsch | Stand: 31.12.2011

Ein Kloster (von lateinisch claustrum = abgeschlossen) bezeichnet ein Gebäude oder einen Gebäudekomplex, das oder der einer religiösen Gemeinschaft als Wohnort dient. In der katholischen Kirche zählen solche Gemeinschaften zu den Orden und Kongregationen.

Als Klöster werden neben den Klostergebäuden auch die dort ansässigen Gemeinschaften bezeichnet. Diesen dienten bis weit in die Neuzeit Einkünfte aus Gütern und Zehnten als Lebensgrundlage. Klöster waren somit auch wirtschaftliche Zentren.

In Liechtenstein verfügten elf Klöster über Güter und Rechte, die sie spätestens im Zug der Säkularisation im 19. Jahrhundert verloren. Zu diesen allesamt ausserhalb Liechtensteins liegenden Klöstern gehörten fünf Benediktinerabteien, nämlich Pfäfers, das über Kirche, Zehnt und Grundbesitz in Eschen verfügte, Sankt Gallen, das ebenfalls in Eschen begütert war, Sankt Johann im Thurtal, das über Güter in Vaduz und Mauren sowie über Zehntrechte in Vaduz, Schaan und Planken verfügte, Weingarten, das seit 1100 einen Weinberg in Triesen hatte und 1610–95 mit dem Priorat St. Johann in Feldkirch, das aus der Johanniterkommende Feldkirch hervorgegangen war, auch dessen Güter in Eschen, Mauren und Schaan sowie den Kirchensatz, Zehntrechte und die Pfarrpfründe von Mauren besass, und schliesslich Ottobeuren, in dessen Besitz sich 1696–1802 das Priorat St. Johann mit seinen Gütern befand. Das Prämonstratenserstift Sankt Luzi in Chur besass die Kirche in Bendern, die Kapelle St. Maria und einen Hof in Triesen sowie Güter in Eschen, Triesenberg, Schaan und Planken. Das Prämonstratenserkloster Churwalden verfügte in Balzers über einen Hof und Weingarten, bis 1305 auch über die später zur Pfarrkirche erhobene Kapelle St. Nikolaus. Von den Frauenklöstern war Schänis in Eschen, Bendern und Mauren begütert, Säckingen verfügte über die Kirche und Güter in Schaan, die Dominikanerinnen von Sankt Peter bei Bludenz besassen Güter in Mauren und jene von Altenstadt Kapitalvermögen in Liechtenstein.

Das erste Klostergebäude in Liechtenstein lag in Bendern, wo 1538–1636 die durch die Reformation aus Chur vertriebene Mönchsgemeinschaft des Klosters St. Luzi lebte. 1846–1997 bildeten die Barmherzigen Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul in Zams in Liechtenstein sogenannte Filialen. Weitere zeitweilig in Liechtenstein lebende klösterliche oder religiöse Gemeinschaften waren 1873–1920 die Schwestern der Christlichen Liebe auf Gutenberg in Balzers, 1937–91 die Maristen-Schulbrüder in Vaduz, 1964–69 die Gemeinschaft der Brüder des hl. Benedikt zu St. Pirmin in Planken, 1980–83 die Franziskaner Missionsschwestern auf Gutenberg, 1985–2003 dieselben im Pfarrhaus Schellenberg, 1981–2004 die Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf in Triesen und 1997–2006 die Missionarinnen vom Blute Christi in Schellenberg. Der evangelischen Tradition entstammen die Hutterer, die 1934–38 auf Silum (Gemeinde Triesenberg) den Almbruderhof führten.

1858 entstand in Schellenberg die Niederlassung der Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut und der Schwestern vom Kostbaren Blut. Für Letztere wurde 1865–73 das Kloster Schellenberg errichtet, Erstere erhielten 1913 ein eigenes Haus in Schellenberg. Für die Anbeterinnen des Blutes Christi, die sich 1920 im Haus Gutenberg in Balzers niedergelassen hatten, wurde 1934/35 das Kloster Sankt Elisabeth in Schaan errichtet. Das Haus Gutenberg wurde 1934 von den Missionaren Unserer Lieben Frau von La Salette erworben, die sich im folgenden Jahr dort niederliessen und 1941–45 die aus Feldkirch vertriebenen Jesuiten aufnahmen.

Literatur

C. Hecker: Die Klöster im Bistum Chur, in: 1500 Jahre Bistum Chur, 1950, 221–237; Herrmann: Kunstdenkmäler 2, 2007, 85–87, 214f., 281–283, 372–374; 406.

Zitierweise

Heinz Dopsch, «Klöster», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Klöster, abgerufen am 22.4.2019.