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Landschreiber

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Autor: Karl Heinz Burmeister | Stand: 31.12.2011

Der Landschreiber, ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert auch als «Amtsschreiber» bezeichnet, war Mitglied des Oberamts und vor allem mit Schreibarbeiten befasst. Er wurde von der Herrschaft bestellt, vereidigt und entlassen. Der Landschreiber war vor allem Gerichtsorgan, wurde aber auch für andere Verwaltungsaufgaben eingesetzt. Innerhalb des Oberamts führte er die Amtsbücher und Akten, fertigte die Korrespondenz aus und war für das Archiv zuständig. Er führte in Zivil- und Strafgerichtsprozessen (hier mit bestimmter Vereidigung auf das Strafgesetz) das Protokoll, fertigte die vom Landammann zu besiegelnden Urkunden und Urteile aus, überprüfte die Rechnungsführung des Landammanns und verhalf den Untertanen in Streitigkeiten mit Fremden zu ihrem Recht.

Im Gegensatz zu dem auf Zeit gewählten Landammann konnte sich der Landschreiber bei Gericht zu einem Element der Kontinuität entwickeln: Er hatte oft, wenn auch nicht immer, eine höhere Bildung, kannte Gerichtsbrauch und Gewohnheitsrecht und hatte als Hüter des Gerichtsarchivs die notwendigen Einblicke. Bisweilen war er auch in Kommissionen, Schiedsgerichten oder diplomatischen Missionen tätig. Bis um 1800 reduzierte sich der Aufgabenbereich des Landschreibers vorwiegend auf Schreibarbeiten. In den Dienstinstruktionen von 1808 wurde der Begriff «Gerichtsaktuar» eingeführt, der sich jedoch nicht durchsetzte. Mit den Amtsinstruktionen zur Verfassung von 1862 wurde das Amt des Landschreibers durch dasjenige des Regierungssekretärs abgelöst.

Quellen

Tschugmell: Beamte, 1947, 77f.

Literatur

Tschugmell: Beamte, 1947, 53f., HRG 2, 1567f.; Kaiser/Brunhart: Geschichte 1989; Vogt: Verwaltungsstruktur, 1994, 62–67.

Zitierweise

Karl Heinz Burmeister, «Landschreiber», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Landschreiber, abgerufen am 22.2.2019.

Medien

Landschreiber (Amtsschreiber), ab 1586