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Laternser, Johann

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Autor: Florin Frick | Stand: 31.12.2011

Architekt. *15.12.1859 Nendeln (Gemeinde Eschen), †6.12.1936 Omaha (Nebraska, USA), von Vaduz, später US-Amerikaner. Sohn des stv. Landtagsabgeordneten und Postmeisters Franz Josef und der Josepha, geb. Schlegel, sechs Geschwister.  1888 Anna Nestor, sechs Kinder. Realschule in Vaduz, ab 1874 Baupraktikum in Strassburg bei seinem Bruder Heinrich, ab ca. 1877 Studium der Architektur sowie Ausbildung zum Steinmetz und Bildhauer in Stuttgart. Um 1880 Auswanderung in die USA, wo sich Laternser in John Latenser umbenannte. Bis 1886 Mitarbeiter in verschiedenen Architekturbüros, unter anderem in Chicago (Illinois), ab 1887 selbständiger Architekt in Omaha, wo seine Kirchen- und Schulbauten den alten Stadtkern mitprägten. 1893–98 Oberaufseher der Bundesregierung («Federal Superintendent of Construction») für verschiedene Grossbauten in sieben Bundesstaaten. Laternsers Bauwerke sind stilistisch dem Historismus mit seinem Stilpluralismus zuzuordnen. Neben Privathäusern im Cottage-Stil entstanden in Nebraska und Iowa zahlreiche von mehrheitlich neoromanischen, neobarocken und neoklassizistischen Bauelementen bestimmte Gebäude. Er stellt sich damit in die Reihe der traditionellen Architekten, die dem in den USA Ende 19. Jahrhundert aufkommenden modernen Funktionalismus nicht folgten.

Literatur

F. Frick, Th. Kuhlman: «Gentlemen, Sie kennen mich nicht und ich kenne Sie nicht, aber wenn Sie gestatten, trage ich meine Sache vor», in: Nach Amerika! 2, 1998, 147–160.

Zitierweise

Florin Frick, «Laternser, Johann», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Laternser,_Johann, abgerufen am 21.2.2019.