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Laurentiusbad

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Autor: Harald Wanger | Stand: 31.12.2011

Ehemaliges Heilbad in der Gemeinde Schaan, 455 m ü.M. In einem Wohn- und Stallgebäude aus dem 19. Jahrhundert betrieb Gustav Biedermann (1891–1968) ab 1931 eine Drogerie und ab 1932 eine Wasserheilanstalt nach Pfarrer Kneipp («Bad und Kuranstalt Gustav Biedermann»). 1932 wurden Räumlichkeiten für die Drogerie und 1934 durch Architekt Erwin Hinderer ein Badehaus angebaut. Das Angebot umfasste Reinigungs- und Heilbäder, Güsse, Wickel usw. 1944 erwarb der Heilpraktiker Pfarrer Albert Emmengger (1899– 1967) den Betrieb. 1944 erhielt er die Konzession zur Führung eines Badebetriebs und einer Kräuterapotheke («Kneippbad Laurentius»), mit der Auflage, keine einheimischen Patienten zur Behandlung aufzunehmen. In der Folge wurde das Haus mehrmals ausgebaut. Neben Emmenegger waren im Laurentiusbad weitere Geistliche tätig, unter anderem 1949–67 Schwestern der Anbeterinnen des Blutes Christi. 1966 hatte die Anstalt 15–20 meist saisonal Beschäftigte, die wöchentlich bis zu 90 Patienten behandelten. Nach dem Tod Emmeneggers 1967 bemühten sich mehrere Geschäftsleute, den für die Gemeinde Schaan einen Wirtschaftsfaktor darstellenden Betrieb weiterzuführen, was jedoch misslang. Nach verschiedenen Umbauten und Besitzerwechseln (seit 1998 Gert Risch) befinden sich im Gebäude eine Apotheke, eine Arztpraxis, eine Physiotherapie und ein Immobilienbüro.

Literatur

A.P. Spieler: Wenn das Weizenkorn stirbt, 1991, 321–323; E.M. Froschauer, T. Keller: Ein «Balkon voller Bergschönheit», in: Bauen, 2000, 242–269, bes. 246f.; LVa., 23.3.2006; Herrmann: Kunstdenkmäler 2, 2007, 387f.

Zitierweise

Harald Wanger, «Laurentiusbad», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Laurentiusbad, abgerufen am 20.2.2019.