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Lesevereine

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Autorin: Barbara Vogt | Stand: 31.12.2011

Lesevereine bestanden in den meisten europäischen Staaten vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert als private Zusammenschlüsse des vorwiegend gehobenen Bürgertums. Sie bezweckten den gemeinsamen Bezug von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern.

In Liechtenstein gründeten 1861 17 Männer aus Vaduz (Ärzte, Lehrer, Beamte) den ersten Leseverein mit dem Zweck, «literarische und gesellige Unterhaltung» zu bieten. An der Spitze des von Markus Kessler und Gregor Fischer initiierten Lesevereines stand Landesverweser Karl Haus von Hausen. Der Verein kaufte gemeinsam Bücher und ausländische Zeitschriften, die unter den Vereinsmitgliedern zirkulierten respektive im Lesezimmer eines Wirtshauses aufgelegt und gemeinsam diskutiert wurden. 1864 zählte der Verein 28 Mitglieder. Ähnliche Lesevereine entstanden in Triesen (erwähnt 1871, neu gegründet 1923) und 1912 in Triesenberg. Die bis in die 1930er Jahre existierenden Lesevereine organisierten auch Theater- und Gesangsabende. Ihr Wille zur Volksbildung kann als Wesensmerkmal der modernen Volksbibliothek angesprochen werden.

Literatur

R. Allgäuer: Gründung und Aufbau der Liechtensteinischen Landesbibliothek Vaduz, Dipl., Ms. 1968, 6f.; Geiger: Geschichte, 1970, 311f.; S. Wiest: Oberlehrer Anton Hinger aus Hohenzollern, in: JBL 83 (1983), 151–196, bes. 190f.; 25 Jahre Liechtensteinische Landesbibliothek, Beilage LVa., LVbl., 21.11.1986; Vogt: Brücken, 1992, 195, 201.

Zitierweise

Barbara Vogt, «Lesevereine», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Lesevereine, abgerufen am 19.2.2019.