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Liechtenstein, Hans (Johannes Franz) von

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Autorin: Rita Vogt-Frommelt | Stand: 31.12.2011

Künstler und Zoologe. *18.5.1910 Wien, †22.1.1975 St. Gallen. Sohn des Johannes und der Maria Gabriele, geb. Gräfin Andrássy, drei Brüder, unter anderem Emanuel von Liechtenstein; Cousin von Franz Josef II. von Liechtenstein.  16.11.1936 Karoline Gräfin Ledebur-Wicheln (*23.3.1912, †29.11.1996), vier Kinder.

Schottengymnasium in Wien, Studium an der Kunstakademie in Budapest und beim Tiermaler Carl Fahriger in Wien. Bis 1945 arbeitete Hans in der fürstlich-liechtensteinischen Zentraldirektion in Olmütz (Tschechien). Dann übersiedelte er mit seiner Familie von Sternberg (Tschechien) nach Vaduz. In Liechtenstein Beginn der künstlerischen Tätigkeit. Hans stellte in mehr als 2000 Zeichnungen und Aquarellen Landschaften, Tiere und Menschen treffend und meist mit wenigen Strichen dar. Später wandte er sich auch der Keramik zu. Es entstanden bemalte Teller, Krüge, Vasen und ab 1957 Plastiken. 1976 Gedächtnisausstellung in Vaduz und Herausgabe von zwei ihm gewidmeten Briefmarken.

Neben der Kunst war die Jagd für Hans ein weiteres Mittel, die Natur in all ihren Dimensionen zu erfahren. Er verfügte über eine grosse Artenkenntnis und gilt als Pionier der liechtensteinischen zoologischen Forschung. Er befasste sich vor allem mit der Vogelwelt. 1954 vertrat er Liechtenstein an einem internationalen Ornithologenkongress in Basel. Hans verfasste zahlreiche Publikation zu den Themen Naturschutz, Tierwelt und Jagd, unter anderem 1955 den ersten Überblick über die liechtensteinische Avifauna. In Zusammenarbeit mit dem Präparator Richard Homberg legte er eine umfassende Belegsammlung einheimischer und tschechischer Vogelarten (über 1200 Bälge) sowie von afrikanischen, asiatischen, amerikanischen und europäischen Säugetierarten an. 1960 schenkte Hans diese Sammlung dem Land Liechtenstein; sie bildete das Fundament der Naturkundlichen Sammlung des Fürstentums Liechtenstein. 1959–63 Präsident des Liechtensteiner Landesjagdschutzvereins (1963 Ehrenpräsident), Ehren- und Devotionsritter des souveränen Malteser-Ritterordens.

Literatur

O. Seger: Prinz Hans von und zu Liechtenstein, 1976; M. Fasel: Prinz Hans von und zu Liechtenstein, in: Eintracht 7 (1994), 9–12; M. Fasel: Ein «Naturhaus» im Liechtensteinischen Landesmuseum, in: Liechtensteinisches Landesmuseum, Redaktion: Hansjörg Frommelt, Norbert W. Hasler, 2004, 191–213.

Externe Links

Eintrag zu Hans von Liechtenstein auf SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz

Zitierweise

Rita Vogt-Frommelt, «Liechtenstein, Hans (Johannes Franz) von», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Liechtenstein,_Hans_(Johannes_Franz)_von, abgerufen am 17.2.2019.