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Liechtensteiner Volksblatt

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Autor: Wilfried Marxer | Stand: 31.12.2011

Das Liechtensteiner Volksblatt erschien erstmals am 16.8.1878. Seit 1863 waren bereits zwei Wochenzeitungen entstanden und wieder eingegangen: die «Liechtensteinische Landeszeitung» (1863–68) und die «Liechtensteinische Wochenzeitung» (1873–77). Unter der Leitung des Fürstlichen Hofkaplans Johann Franz Fetz wurde acht Monate nach der Einstellung der «Wochenzeitung» mit dem Liechtensteiner Volksblatt ein dritter Anlauf zur Etablierung einer liechtensteinischen Zeitung genommen. Im Gegensatz zu den Vorgängerprojekten war kein politischer Anspruch vorhanden. Das Liechtensteiner Volksblatt sollte ein Blatt «für das Volk» sein und informieren. Mit einem Seitenblick auf die Vorgängerzeitungen wurde im Editorial zur ersten Ausgabe festgehalten, dass die «Pressefreiheit» nicht in «Pressefrechheit» ausarten sollte. 1914 entstand mit den «Oberrheinischen Nachrichten» eine Konkurrenzzeitung. Im Jahr der Parteigründungen 1918 wurden die «Oberrheinischen Nachrichten» zum Sprachrohr der Christlich-sozialen Volkspartei und das Liechtensteiner Volksblatt zum Organ der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP). Das Liechtensteiner Volksblatt ist bis in die Gegenwart die Parteizeitung der FBP geblieben.

Seit Anbeginn ist das Liechtensteiner Volksblatt amtliches Publikationsorgan, was ihm bedeutende staatliche Mittel verschafft. Wirtschaftliche Basis der Zeitung waren und sind ausserdem der Inseratenverkauf und die Abonnementsgebühren. Seit dem Jahr 2000 kommen staatliche Beiträge auf der Grundlage des Medienförderungsgesetzes hinzu (2001: 240 000 Fr.).

Das Liechtensteiner Volksblatt erschien bis zum 27.12.1918 wöchentlich, ab dem 4.1.1919 zweimal, ab dem 19.7.1927 dreimal, ab dem 3.1.1962 viermal, ab 1.1.1978 fünfmal und seit Januar 1985 sechsmal pro Woche. Es wurde bis 1923 bei J. Kuhn in Buchs gedruckt, anschliessend bei der Buchdruckerei Dr. Emil Buomberger beziehungsweise ab 1925 bei der Buchdruckerei Au im Schweizer Rheintal, 1961–87 bei der Gutenberg AG und 1987–97 bei der Zeitungsdruck AG (ZDA) in Schaan, ab Oktober 1997 im Druckzentrum der «Südostschweiz» in Glarus und seit 2004 im Vorarlberger Medienhaus-Druckzentrum in Schwarzach, dem Druckzentrum der «Vorarlberger Nachrichten».

Das Liechtensteiner Volksblatt wurde ab 1918 vom «Presseverein der FBP», 1932–2006 vom «Verlag Liechtensteiner Volksblatt » und seither von der Liechtensteiner Volksblatt AG herausgegeben. Es war die auflagenstärkste Zeitung in Liechtenstein, ehe es in den 1970er Jahren vom «Liechtensteiner Vaterland» überholt wurde. Die Reichweite des Liechtensteiner Volksblatts in Liechtenstein betrug im Jahr 2000 aber immer noch fast 70 %. Seit 2003, verstärkt seit 2007 informiert das Liechtensteiner Volksblatt auch online mittels selbst produzierter Videoclips über Politik, Wirtschaft, Sport unter anderem (Web-TV).

Literatur

125 Jahre Volksblatt, in: LVbl., Beilage, 18.6.2003; Marxer: Medien, 2004, 23–25, 90–100.

Zitierweise

Wilfried Marxer, «Liechtensteiner Volksblatt», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Liechtensteiner_Volksblatt, abgerufen am 27.6.2019.

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