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Liechtensteinische Landesbibliothek (LBFL)

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Autorin: Barbara Vogt | Stand: 31.12.2011

Die 1961 per Gesetz als selbständige Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Vaduz gegründete LBFL hat laut Statuten den dreifachen gesetzlichen Auftrag, als Nationalbibliothek das liechtensteinische Schrifttum vollständig zu sammeln, als Studien- und Bildungsbibliothek die notwendige Fachliteratur zur Verfügung zu stellen und als Volksbibliothek das gute Buch für Bildung und Unterhaltung zu vermitteln. Die LBFL war zusammen mit dem Liechtensteinischen Landesarchiv (→ Archive) die erste staatliche Kulturinstitution. Den Anstoss zur Gründung gab ein 1956 im Zug der 150-Jahr-Feier der liechtensteinischen Souveränität entstandenes, privates Initiativkomitee, das angesichts des Fehlens einer Sammel- und Dokumentationsstelle des liechtensteinischen Schrifttums und zur Betonung der liechtensteinischen Eigenstaatlichkeit die Errichtung einer Nationalbibliothek anstrebte. Indem gemäss den LBFL-Stiftungsstatuten von 1961 der jeweilige Staatsarchivar zugleich Bibliothekar der Stiftung war, wurde eine enge Verbindung von Landesarchiv und LBFL begründet. 2001 erfolgte die vollständige Trennung der beiden Institutionen. Organe der LBFL sind der Stiftungsrat, die Bibliothekskommission und der/die Landesbibliothekar/in. Die LBFL gab 1974–2002 die «Liechtensteinische Bibliographie» heraus. Sie arbeitet auf internationaler Ebene mit der Conference of the European National Librarians (CENL) zusammen und regional unter anderem mit dem Informationsverbund Deutschschweiz (IDS) sowie mit dem Verein «Bibliotheken der Regio Bodensee», den Kantonsbibliotheken der Schweiz und der Vorarlberger Landesbibliothek. 1980 wurde mit der elektronischen Datenerfassung begonnen. Sondersammlungen innerhalb der LBFL sind unter anderem die Europabibliothek, die Graphik-, die Landkarten- und die Schulbuchsammlung, Spezialbibliotheken unter anderem die Patent- und die Dekanatsbibliothek. Verschiedene Bibliotheken sind in der LBFL deponiert. Zum Angebot gehören unter anderem Zeitungen und Zeitschriften sowie audiovisuelle und elektronische Medien. 2006 zählte die LBFL 4598 Benutzerinnen und Benutzer aus der ganzen Region. Der Gesamtmedienbestand umfasste ca. 230 000 Medien.

Quellen

Rech Reg 1961–; Jahresberichte LBFL 1973–.

Literatur

R. Allgäuer: Gründung und Aufbau der LBFL, Dipl., Ms. 1968 [LBFL]; 25 Jahre Liechtensteinische Landesbibliothek, Beilage LVa., LVbl., 21.11.1986; A. Ospelt: LBFL, 1999.

Zitierweise

Barbara Vogt, «Liechtensteinische Landesbibliothek (LBFL)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Liechtensteinische_Landesbibliothek_(LBFL), abgerufen am 23.2.2019.