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Litscher

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Autor: Karl Heinz Burmeister | Stand: 31.12.2011

Ab 1314 erwähntes Feldkircher Bürgergeschlecht. Ulrich Litscher war 1349–65 Stadtammann. Johann Ulrich Litscher und seine Frau Dorothea Brisacher (Schwester des Konstanzer Bürgermeisters) erhielten 1483 einen päpstlichen Ablassbrief für ihre Hauskapelle und waren Besitzer des «Schlössles» in Röthis (Vorarlberg) (Wappenscheibe von 1481 in dortiger Pfarrkirche). Ludwig Litscher stiftete 1484 die St.-Anna-Kapelle in der Feldkircher Johanniterkirche. 1489 erhielt Salomon Litscher einen Wappen- und Adelsbrief. Josef Litscher studierte 1493/96 in Ingolstadt und Basel und war Kanonikus in Chur (erwähnt 1510).

Um 1500 kamen die Litscher durch Beerbung der Familie Vaistli in den Besitz des Roten Hauses in Vaduz. Josef Litscher von Ransenbach (* in Feldkirch, † nach 1534) verkaufte 1525 diesen Vaduzer Besitz, zu dem ein weiteres Haus sowie Kraut-, Baum- und Weingärten gehörten, an das Kloster St. Johann im Thurtal. Damit verbunden ist die Sage, Josef habe seinen Bruder ermordet und sei deshalb zum Verkauf und zur Flucht gezwungen gewesen. Josef war verheiratet mit Katharina von Ludmanstorff (Herrin zu Wolpersdorf, NÖ) und Besitzer von Ransenbach und weiterer Güter in NÖ. Seine Nachkommen, 1561 unter die neuen Ritterstandsgeschlechter aufgenommen, verheirateten sich im späten 17. Jahrhundert nach Spanien.

Quellen

G. Bucelin: Raetia, 1666, 459f.; J.B. Büchel: Urkunden aus dem Urbar des Klosters St. Johann im Thurtal, in: JBL 18 (1918), 27–63, hier 54f.

Literatur

J.B. Witting: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch 4, Abt. 4, Teil 2, 1918, 274; Ulmer: Burgen, 1925, 738–741; Röthis, Hg. K.H Burmeister, 1982, 176f.; Herrmann: Kunstdenkmäler 2, 2007, 288.

Zitierweise

Karl Heinz Burmeister, «Litscher», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Litscher, abgerufen am 20.2.2019.