Aktionen

Magia

Wechseln zu: Navigation, Suche

Autor: Robert Rollinger | Stand: 31.12.2011

Die Lokalisierung der ausschliesslich in der Tabula Peutingeriana (Segment III/1) bezeugten Örtlichkeit Magia ist nach wie vor unsicher. Die Tabula Peutingeriana stellt eine mittelalterliche Abschrift eines auf die römische Kaiserzeit zurückgehenden Strassen- und Routenverzeichnisses dar. Der auf die Karte projizierte Itinerarinhalt ist chronologisch disparat, doch ist der mit Magia verbundene Streckenverlauf im Wesentlichen auf das 3. und vor allem das 4. Jahrhundert n.Chr. eingrenzbar. Magia war Teil der Route zwischen Bregenz (Brigantio) und Mailand (Mediolanum); die dazwischen liegenden Plätze sind, von Bregenz nach Mailand: Clunia – Magia – Luria (Curia, Chur) – Lapidaria – Cunu Aureu – Tarvessedo – Clavenna (Chiavenna) – Como. Aus dem Quellencharakter der Tabula Peutingeriana geht hervor, dass es sich bei den dort verzeichneten Ortsnamen primär nicht um Siedlungen, sondern um dem staatlichen und militärischen Transportwesen dienende Raststationen (mansiones) handelte, die freilich auch in Siedlungen eingerichtet sein konnten. Als mögliche Standorte von Magia wurden Maienfeld, die St. Luzisteig, Balzers, der Burghügel Gutenberg, Mäls und Schaan diskutiert.

Literatur

J.B. Büchel: Gutenberg bei Balzers, in: JBL 14 (1914), 18–98, bes. 18f.; G. Malin: Das Gebiet Liechtensteins unter römischer Herrschaft, in: JBL 58 (1958), 5–89, bes. 29–32; H. Lieb: Lexicon topographicum der römischen und frühmittelalterlichen Schweiz 1, 1967, 98–101; Kaiser/Brunhart: Geschichte 1, 1989, 18; M. Mackensen: Late Roman fortifications and the building programmes in the province of Raetia, in: Roman Germany, Hg. J.D. Creighton, R.J.A. Wilson, 1999, 199–244, bes. 235.

Zitierweise

Robert Rollinger, «Magia», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Magia, abgerufen am 21.4.2019.