Aktionen

Marxer

Wechseln zu: Navigation, Suche

Autor: Jürgen Schindler | Stand: 31.12.2011

Geschlecht aus Eschen, Gamprin, Mauren, Planken (†), Ruggell und Schellenberg (†). Marxer war 1990 der dritthäufigste liechtensteinische Familienname (689 Personen). Erstmals erwähnt 1388.

a) Eschen: Für die Marxer aus Eschen können ab dem dritten Viertel des 17. Jahrhunderts zusammenhängende Genealogien erstellt werden (sieben Stämme). Der erste, weitverzweigte Stamm wurde in dieser Zeit begründet. Aus diesem gehen – aus jeweils anderen Linien – die folgenden Persönlichkeiten hervor: der Museumsleiter Felix, seine Tochter, die Künstlerin Regina, sein Neffe, der Landtagsabgeordnete Wolfgang, der Gemeindevorsteher Egon, der Künstler Hugo, der Landtagsabgeordnete Beat, der Landtagsabgeordnete Gabriel, der Landtagsabgeordnete und Gemeindevorsteher Ludwig, sein Sohn, der Anwalt und Politiker Ludwig, und sein Enkel, der Landtagsabgeordnete Peter. Der zweite Stamm reicht ins dritte Viertel des 17. Jahrhunderts zurück. Herausragende Vertreter der Familie waren der Landammann Georg, der Landrat Franz Josef, der Landtagsabgeordnete Josef und die Oberin Honorata. Die Genealogie des dritten Stamms beginnt im dritten Viertel des 17. Jahrhunderts. Der vierte Stamm, der ebenfalls in diese Zeit zurückreicht, erlosch 1941. Der fünfte Stamm wanderte im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts aus Ruggell zu. Aus ihm ging der Landtagsabgeordnete und Gemeindevorsteher Josef hervor. Um 1770 liess sich ein weiterer Stamm aus Ruggell in Nendeln nieder, wo drei Generationen der Familie das Gasthaus zum «Engel» führten. Er erlosch Ende des 19. Jahrhunderts.

b) Gamprin: Die Gampriner Marxer stammen ursprünglich aus Ruggell. Ihre Genealogie reicht ins zweite Viertel des 18. Jahrhunderts zurück. Die Familie brachte den Landrat Johann Georg, seinen Sohn, den Arzt und Landtagsabgeordneter Peter Simon, sowie dessen Neffen, die Brüder Johann Georg (Priester) und Josef (Landtagsabgeordneter und Gemeindevorsteher), hervor. Zur Familie gehört auch die Gemeindevorsteherin Maria geb. Müller.

c) Mauren: Für die Marxer aus Mauren können ab Mitte des 17. Jahrhunderts zusammenhängende Genealogien erstellt werden (sieben Stämme). Der erste Stamm wanderte 1735 (Einkauf ins Gemeindebürgerrecht) aus Ruggell zu. Die Genealogie des zweiten Stamms reicht ins dritte Viertel des 17. Jahrhunderts zurück. Der dritte Stamm wanderte 1856 (Einkauf ins Gemeindebürgerrecht) aus Ruggell zu. Aus ihm geht der Regierungsrat Norbert hervor. Der weitverzweigte vierte Stamm geht auf den Landammann Matthias und seine Ehefrau Eva Hasler zurück. Matthias’ Sohn Andreas wurde ebenfalls Landammann der Herschafft Schellenberg. Aus diesem Stamm gehen aus verschiedenen Linien der Radsportler Alfred, der Gemeindevorsteher Albert, sein Enkel, der Philatelist Alfons, und der Landtagsabgeordnete Alexander hervor. Ein fünfter, kleiner Stamm wurde im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts begründet. Er erlosch Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Genealogie des sechsten Stamms beginnt ebenfalls im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts. Herausragende Vertreter dieser Familie waren Johann Georg, der sich 1833 in Vaduz niederliess und Bürgermeister wurde, sowie der Landtagsabgeordnete Rudolf. Der siebte Stamm wurde 1692 von den Eltern des Landammanns Johann begründet. Die Familie erlosch 1929.

d) Planken: Für die Marxer aus Planken kann ab dem dritten Viertel des 17. Jahrhunderts eine zusammenhängende Genealogie erstellt werden. Herausragender Vertreter der Familie, die 1929 erlosch, war der Gemeindevorsteher Franz Josef.

e) Ruggell: Die Genealogie des ersten Stamms reicht ins zweite Viertel des 18. Jahrhunderts zurück. Eine Linie zweigte um 1770 nach Nendeln (Gemeinde Eschen) ab. Der Stammbaum des zweiten Stamms beginnt im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts. Ein dritter Stamm wurde im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts vom Landammann Anton (wohl Sohn des Landammanns Jakob) begründet. Im dritten Viertel zweigte eine heute noch blühende Linie nach Eschen ab. Die in Ruggell verbleibende Linie erlosch im 19. Jahrhundert. Zwei Landammänner des 17. Jahrhunderts aus Ruggell, Hans und Adam, konnten bisher genealogisch keinem der drei Stämme zugeordnet werden. Ebenfalls aus Ruggell stammte der Vater des österreichischen Bischofs Franz Xaver Anton (1704–1775).

f) Schellenberg: Für die Marxer aus Schellenberg kann ab der Mitte des 18. Jahrhunderts eine zusammenhängende Genealogie erstellt werden. Herausragender Vertreter der Familie war der Gemeindevorsteher Meinrad. Das Geschlecht erlosch 1944.

Literatur

Tschugmell: Maurer Geschlechter, 1931, 88f.; Tschugmell: Maurer Geschlechter, 1941, 126–128; Tschugmell: Vaduzer Geschlechter, 1949, 64f.; Tschugmell: FB Planken, 1972; Stammtafeln Ruggell, 1990; Stammtafeln Gamprin, 1995; Eschner Familienbuch 2, 1997; Familienstammbuch Mauren 1, 2004; R. Goop: Menschen am Schellenberg 1, 2005, 110–113; M. Wanger: Spurensuche in Planken, 2006; FLNB II/4, 63–66.

Zitierweise

Jürgen Schindler, «Marxer», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Marxer, abgerufen am 19.2.2019.