Marxer, Fridolin

Autor: Stefan Hirschlehner | Stand: 17.11.2025

Jesuitenpater, Lehrer und Autor. *12.3.1925 Mauren, †23.3.2009 Basel, // Basel, katholisch, von Mauren. Sohn des Landwirts Emil und der Balbina, geb. Kranz, vier Geschwister. Onkel der Künstlerin Isolde Marxer.

Primarschule in Mauren und 1938–1946 Gymnasium Collegium Marianum in Vaduz. 1946 Eintritt in den Jesuitenorden; 1946–1948 Noviziat in Rue (FR). 1948–1951 Studium der Philosophie in Pullach in München, 1953–1957 der katholischen Theologie am Jesuitenkolleg in Lyon-Fourviére (F) und 1959–1961 an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom mit dem Abschluss Dr. phil. et theol. Am 25.7.1957 fand Marxers Priesterweihe in Schönbrunn bei Zug und am 6.8.1957 seine Primiz in Mauren statt.

Marxer war von 1951 bis 1953 Präfekt am Kollegium Stella Matutina in Feldkirch (Vorarlberg) und arbeitete von 1957 bis 1959 als Jugendseelsorger und Religionslehrer in der Pfarrei Liebfrauen in Zürich. Von 1961 bis 1995 unterrichtete er Religion an verschiedenen Mittelschulen in Basel und von 1984 bis 1991 zugleich Religion und Philosophie am Liechtensteinischen Gymnasium in Vaduz.

Neben seiner Unterrichtstätigkeit hielt Marxer Vorträge in der Erwachsenenbildung, leitete Seminare und verfasste acht Bücher. Er verstand sich als Philosoph und Theologe. In seinem Denken und Wirken ging es ihm um das Verhältnis von Glauben und Wissen, von Theologie und aufgeklärter Rationalität. Er beschäftige sich mit der Frage nach Gott, mit Religionskritik, mit dem Verhältnis von Schöpfungsglauben und moderner Physik und mit Themen wie Christliche Armut, Wiedergeburt und Mystik. Dabei referierte Marxer nicht nur die jeweils relevanten Erkenntnisse aus der Theologiegeschichte, sondern führte immer auch Überlegungen aus der Philosophie, der Psychologie und der Literatur an. Wichtig war ihm die rationale Auseinandersetzung mit den Denkern der Gegenwart.

Darüber hinaus war Marxer über das Medium Film in der kirchlichen Jugendarbeit tätig. 40 Jahre lang, von 1966 bis 2006, organisierte er im Filmstudio «Borromäum» in Basel jährlich mehrere Filmzyklen. Filme boten ihm eine Möglichkeit, zusammen mit jungen Menschen über die grossen Fragen des menschlichen Daseins nachzudenken. Seine Nichte, die Künstlerin Isolde Marxer (1951–2021), realisierte 1996 mit «Apropos de Joye» einen Film über den Begründer des «Borromäums», den Jugendseelsorger, Cineasten und Gründer des ersten Basler Kinos, P. Joseph Joye (1852–1919).

Archive

  • Archiv der Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten (APECESJ), Archivstandort Zürich.

Werkauswahl

  • Fridolin Marxer: Die mystische Erfahrung, Würzburg 2003.
  • Wegbegleitung in der mystischen Erfahrung von Giovanni Battista Scaramelli, neu bearbeitet von Fridolin Marxer, Würzburg 2001.
  • Fridolin Marxer: Die Bilder des Benderer Fastentuches – Meditationstexte, in: Das Fastentuch von Bendern 1612, hg. von Norbert W. Hasler, Vaduz 1999.
  • Fridolin Marxer, Andreas Traber: Wiedergeburt. Hoffnung oder Illusion?, Freiburg i.Üe. 1995.
  • Fridolin Marxer: Gregor von Nyssa, in: Geist und Leben. Zeitschrift für christliche Spiritualität 1994/5, S. 347–358.
  • Fridolin Marxer, Andreas Traber: Gottes Spuren im Universum. Schöpfungsmystik und moderne Physik, München 1990.
  • Fridolin Marxer: Schule gestern und heute, in: 50 Jahre Gymnasium in Liechtenstein. Vom Collegium Marianum zum Liechtensteinischen Gymnasium. Eine Festschrift, hg. vom Liechtensteinischen Gymnasium, Vaduz 1987, S. 123–128.
  • Fridolin Marxer: Kehr ein in dein Herz. Augustinus, Pascal, Newman, Freiburg i.Üe. 1983.
  • Fridolin Marxer: Die Infragestellung Gottes. Antwort auf die Provokation des Atheismus, Freiburg i.Üe. 1980.
  • Fridolin Marxer: Christliche Armut heute, Stein am Rhein 1970.
  • Fridolin Marxer: Der Weg zu Gott, Aschaffenburg 1968.
  • Fridolin Marxer: Die inneren geistlichen Sinne. Ein Beitrag zur Deutung der ignatianischen Mystik, Freiburg i.Br. 1963.

Literatur

  • Franz Näscher: Beiträge zur Kirchengeschichte Liechtensteins, Bd. 3: Ordensleute in Schule und Pflege, Vaduz 2009, S. 272.
  • Menschen, Bilder und Geschichten. Mauren von 1800 bis heute, hg. von Herbert Oehri, Bd. 3, Eschen 2008, S. 233.
  • Zukunft der Kirche – Zukunft des Glaubens. Karl Rahner im Gespräch mit Fridolin Marxer SJ, 1981, in: Karl Rahner, Sämtliche Werke, hg. von Albert Raffelt, Bd. 31, Freiburg i. Br. 2007, S. 412–416.
  • Familienstammbuch Mauren, Bd. 1, hg. von der Gemeinde Mauren, Mauren 2004, S. 150f.
  • «Langfristig muss es zu zwei Formen des Priestertums kommen» [Interview], Liechtensteiner Volksblatt, 3.8.1996, S. 5.

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Medien

Fridolin Marxer, undatierte Fotografie, ca. 2005 (Archiv der Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten (APECESJ), Standort Zürich, Abt. 47 – Z 414, Nr. 1, Fotograf: Patrik Hänggi/Breitenbach).
Fridolin Marxer, undatierte Fotografie, ca. 2005
(Archiv der Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten (APECESJ), Standort Zürich, Abt. 47 – Z 414, Nr. 1, Fotograf: Patrik Hänggi/Breitenbach).

Normdaten

GND: 133537226

Zitierweise

Stefan Hirschlehner, «Marxer, Fridolin», Stand: 17.11.2025, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Marxer,_Fridolin, abgerufen am 10.7.2026.