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Autor: Wilfried Marxer | Stand: 31.12.2011

Die liechtensteinische Medienlandschaft wurde stets durch die 1863 entstandene Presse dominiert, besonders durch das «Liechtensteiner Volksblatt» (seit 1878) und das «Liechtensteiner Vaterland» (seit 1936), welche den Charakter von Parteizeitungen haben. In den Parteikämpfen der 1920er und 30er Jahre spielten Flugblätter eine gewisse Rolle. Nach einem kurzlebigen privaten «Landessender» 1938–39 etablierte sich erst 1995 mit dem Privatsender «Radio L» ein liechtensteinisches Radio, das 2004 in den öffentlich-rechtlichen Sender «Radio Liechtenstein» umgewandelt wurde. Ab 1998 scheiterten mehrere Projekte eines privaten liechtensteinischen Fernsehens; einen neuen Anlauf nahm 2008 der Sender «1 FL TV». Ein seit 1992 bestehender Landeskanal und verschiedene Gemeindekanäle beschränken sich weitgehend auf Teletextbetrieb mit spezifischem Informationsangebot. Die geringe inländische Medienvielfalt korrespondiert mit einem hohen Konsum an ausländischen Medien (vor allem Radio, Fernsehen und Zeitungen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland). An der Globalisierung der Medien durch das Internet hat auch Liechtenstein mit einer relativ hohen Zahl von Internet-Anschlüssen (2001: Zugangsrate über 60 %) und Websites Anteil.

Die Pressefreiheit ist in Liechtenstein seit der Verfassung von 1862 garantiert. Trotzdem kam es verschiedentlich zu Zensur. Die Finanzierung der Medien erfolgt grundsätzlich privat (Abonnements, Werbung, Sponsoring). Den beiden führenden Landeszeitungen flossen indes durch amtliche Kundmachungen stets staatliche Mittel zu. Seit dem Jahr 2000 können aufgrund des Medienförderungsgesetzes Medien und Medienschaffende finanziell unterstützt werden (Zuständigkeit: Medienkommission). Ebenso können Programmleistungen mit Leistungsvereinbarungen abgegolten (Zuständigkeit: Regierung) oder Investitionen subventioniert werden (Zuständigkeit: Landtag). Mit Radio Liechtenstein engagiert sich der Staat seit 2004 auch direkt als Medienbetreiber.

Literatur

Marxer: Medien, 2004.

Zitierweise

Wilfried Marxer, «Medien», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Medien, abgerufen am 19.4.2019.