
Menzinger, Moriz (Moritz)
Autorin: Roswitha Feger-Risch | Stand: 31.12.2011
Zeichner, Aquarellist und Offizier. *15.7.1832 Karánsebes (heute: Rumänien), †12.2.1914 Überlingen (D). Sohn des liechtensteinischen Landesverwesers Johann Michael und der Luise, geb. Schreiber, Tochter eines österreichischen Militärarztes, acht Geschwister. Ledig.
Aufgewachsen in Vaduz, Gymnasium in Feldkirch und Hall. 1848 Eintritt in die Kadettenschule in Sigmaringen. Korporal am 1.1.1849, Leutnant am 9.5.1849, Kommando über einen Halbzug des liechtensteinischen Bundeskontingents im Badischen Auszug 1849. 1849–53 Mitarbeit bei seinem Vater im Regierungsamt und bei Vermessungsarbeiten in Vaduz. 1852–54 erste Landschaftsskizzen von Liechtenstein. 1854 Eintritt in das k.k. österreichische Heer. 1857 erste Aquarelle mit Ansichten aus Liechtenstein. Freundschaft mit Carl Theodor Reiffenstein (1820–1893) in Frankfurt, der ihn in der Aquarelltechnik unterrichtete. 1870–71 Beurlaubung vom Militär, um die Akademie der Bildenden Künste in Wien zu besuchen. Beteiligung an den Wiener Jahresausstellungen 1869/71/72/74. 1873–78 Zeichenlehrer am Militärkollegium St. Pölten und an der Militär-Oberrealschule in Mährisch-Weisskirchen (heute: Hranice, CZ). 1889 Pensionierung und Übersiedlung nach Überlingen.
Menzinger vermachte den gesamten künstlerischen Nachlass dem Städtischen Museum in Überlingen; 1936 wurden durch Brand über 30 Aquarelle und Familienporträts zerstört. Menzinger schuf ein beachtenswertes künstlerisches Œuvre der Aquarellmalerei. In der Blütezeit biedermeierlicher Landschaftsaufnahmen entstanden die Blätter Menzingers zeitgleich mit denen von Rudolf von Alt (1812–1905), dem grossen Meister der Wiener Biedermeiermalerei. Besonders in den Überlinger Stadtansichten aus den späten 1890er Jahren erreichte Menzinger höchste Qualität. Liechtenstein verdankt Menzinger eine einzigartige Dokumentation seiner Ortsansichten, Baudenkmäler und Landschaftsdarstellungen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Werkauswahl
- Moritz Menzinger: Die Menzinger in Liechtenstein, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 13 (1913), S. 31–56.
Literatur
- Norbert W. Hasler: Vaduz um 1850 – ein neu entdecktes Aquarell von Moriz Menzinger, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 96 (1998), S. 351–358.
- Rupert Quaderer-Vogt: Wird das Contingent als das Unglück des Landes angesehen. Liechtensteinische Militärgeschichte von 1814 bis 1849, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 90 (1991), S. 1–282, hier S. 209–212.
- Rudolf Rheinberger, Norbert W. Hasler (Hg.): Moriz Menzinger (1832–1914). Liechtenstein, Vorarlberg, Überlingen. Aquarelle und Zeichnungen vom Rhein- und Bodenseegebiet, Konstanz 1986.
- Rudolf Rheinberger: Moriz Menzinger – ein Nachtrag, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 85 (1985), S. 251–284.
- Rudolf Rheinberger: Moriz Menzinger, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 82 (1982), S. 5–152.
Externe Links
- Eintrag zu Moriz Menzinger auf SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz
Normdaten
GND: 118813129
Zitierweise
<<Autor>>, «Menzinger, Moriz (Moritz)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: <<URL>>, abgerufen am 8.2.2025.