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Nägele (Negele)

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Autor: Jürgen Schindler | Stand: 31.12.2011

Geschlecht aus Balzers, Planken, Schaan (†), Schellenberg (†), Triesen, Triesenberg und Vaduz (†). 1990 trugen in Liechtenstein 247 Personen den Namen Nägele. Erstmals erwähnt 1460.

a) Balzers: Für die Nägele aus Balzers können ab dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts zusammenhängende Genealogien erstellt werden (vier Stämme). Die Genealogie des ersten Stamms reicht in diese Zeit zurück. Die letzten Vertreter dieser Familie wanderten 1852 nach Amerika aus. Der zweite, noch blühende Stamm wurde ebenfalls im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts begründet. Die Genealogie des dritten Stamms beginnt im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts und endet im Jahr 1918. Der vierte Stamm bestand nur über drei Generationen und erlosch 1860.

b) Planken: Für die Nägele aus Planken können ab der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zusammenhängende Genealogien erstellt werden (vier Stämme). In diese Zeit reicht die Genealogie des ersten Stamms zurück, aus dem der Gemeindevorsteher Ferdinand Negele, der Gemeindevorsteher Josef Negele und sein Enkel, der Gemeindevorsteher Anton Nägele hervorgingen. Der zweite Stamm wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts begründet. Herausragende Vertreter dieser Familie waren der Gemeindevorsteher Josef Negele und sein Sohn, der Gemeindevorsteher Josef Negele. Die Genealogie des dritten Stamms beginnt im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts. Eine Linie des in Planken 1866 erloschenen Stamms zweigte im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts nach Vaduz ab. Ein vierter, kleinerer Stamm erlosch schon im 18. Jahrhundert.

c) Schaan: Das Geschlecht wanderte Mitte 17. Jahrhundert aus Planken zu und erlosch 1778.

d) Schellenberg: Engelbert Nägele aus Triesenberg erwarb 1851 das Gemeindebürgerrecht von Schellenberg. Mit seinem Enkel Josef erlosch die Familie in Schellenberg 1973.

e) Triesen: Die Genealogie der Nägele aus Triesen reicht ins zweite Viertel des 17. Jahrhunderts zurück. Die Familie brachte – aus verschiedenen Linien – den Unteroffizier Jakob Negele und seinen Enkel, den Landtagsabgeordneten Josef Negele, den Gemeindevorsteher Gabriel Negele, den Professor Rainer Nägele und den Landtagsabgeordneten Gebhard Negele hervor. Ein zweiter, kleinerer Stamm erlosch 1854 in der vierten Generation.

f) Triesenberg: Die Genealogie des weitverzweigten Stamms reicht ins letzte Viertel des 17. Jahrhunderts zurück. Aus verschiedenen Linien des Geschlechts gehen der Gemeindevorsteher Andreas Nägele, der Landtagsabgeordnete Franz Nägele sowie der Gemeindevorsteher Andreas Nägele hervor. Zwei Triesenberger Persönlichkeiten des 17. Jahrhunderts, der Landammann Johannes Negele und sein Bruder, der Priester Karl Negele, konnten bisher genealogisch nicht zugeordnet werden.

g) Vaduz: Die Genealogie des ersten Stamms wurde im zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts begründet. Die Familie erlosch 1910. Ein zweiter Stamm wanderte im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts aus Planken zu. Er erlosch 1931. Genealogisch nicht zugeordnet werden kann der Landammann Hans Nägele (letztmals erwähnt 1620).

Literatur

Tschugmell: FB Schaan; Tschugmell: Vaduzer Geschlechter, 1949, 65f.; Tschugmell: Balzner Geschlechter, 1957, 82f.; Tschugmell: Trisner Geschlechter, 1958, 166f.; Tschugmell: Schaaner Geschlechter, 1960, 100; Tschugmell: FB Balzers, 1966; Tschugmell: FB Planken, 1972; Bucher: Familienchronik Triesenberg 6, 1986; Triesner Familienbuch 4, 2001; Vaduzer Familienchronik 4, 2002; R. Goop: Menschen am Schellenberg 2, 2005, 116; M. Wanger: Spurensuche in Planken, 2006; FLNB II/4, 112–115; Familienbuch Planken, 2010.

Zitierweise

Jürgen Schindler, «Nägele (Negele)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Nägele_(Negele), abgerufen am 21.2.2019.