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Nigg, Ferdinand (1893–1957)

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Autor: Donat Büchel | Stand: 31.12.2011

Regierungschef-Stellvertreter. *31.10.1893 Vaduz, †13.7.1957 Vaduz, von Balzers, wohnhaft in Vaduz. Sohn des Bäckermeisters Ferdinand und der Celina, geb. Baltisser, fünf Geschwister.  9.9.1918 Rosa Burtscher (*5.5.1893, †18.7.1987), vier Kinder, unter anderem Priester Ernst.

Besuch der Landesschule in Vaduz. 1909–11 Angestellter beim liechtensteinischen Landgericht, 1911 Wechsel in die Regierungskanzlei, ab 1916 Kanzlist, ab 1920 Leiter der Regierungskanzlei, 1923–45 Regierungssekretär. 1919 war Nigg als Mitglied eines liechtensteinisch-österreichischen Konsortiums an der sogenannten Briefmarkenaffäre beteiligt. Um 1920 der FBP nahestehend, gehörte Nigg später der Volkspartei, für kurze Zeit dem Liechtensteiner Heimatdienst und dann der Vaterländischen Union (VU) an. Nigg war von 1945 bis zu seinem Tod 1957 Regierungschef-Stellvertreter (VU) mit den Zuständigkeitsbereichen Land- und Forstwirtschaft, Gewerbe- und Arbeiterwesen, Sanitätswesen und Fremdenpolizei, soziale Fürsorge, Justiz- und Verkehrswesen. Zudem leitete er das Amt für geistiges Eigentum und war 1920–45 stellvertretender Staatsanwalt. Als Vorsitzender der Viehveredelungskommission machte er sich um die Ausmerzung der Rindertuberkulose verdient. Nigg setzte sich für die Verbesserung der Arbeiterschutzgesetzgebung und die AHV-Einführung ein. Er schrieb Abhandlungen über die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse Liechtensteins in in- und ausländischen Zeitungen und Zeitschriften. 1942–57 Bibliothekar und 1955–57 Schriftführer des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein. Komturkreuz mit Stern des fürstl. liecht. Verdienstordens, Ehrenmitglied der Harmoniemusik Vaduz, des Liechtensteiner Vereins Zürich und der Studentenverbindung Berchtoldia, Bern.

Nigg, der sich im Verlauf seiner Tätigkeit grosse Erfahrung in der Staatsverwaltung aneignete, war die erste Anlaufstelle vieler bei der Regierung vorsprechender Menschen. Er galt als sehr belesen und vielfältig interessiert und war für sein hervorragendes Gedächtnis bekannt.

Quellen

ON, 23.4.1920.

Literatur

Schlossabmachungen, 1996, 104; Geiger: Krisenzeit, 22000.

Nachrufe

LVbl., 16.7.1957; LVa., 17.7.1957; D. Beck: Ferdinand Nigg, in: JBL 57 (1957), I-V.

Zitierweise

Donat Büchel, «Nigg, Ferdinand (1893–1957)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Nigg,_Ferdinand_(1893–1957), abgerufen am 16.2.2019.