Oberrheinische Nachrichten

Autor: Wilfried Marxer | Stand: 31.12.2011

1914 entstand mit den Oberrheinischen Nachrichten neben dem «Liechtensteiner Volksblatt» eine zweite liechtensteinische Zeitung. Die erste Ausgabe erschien am 25.4.1914. Die Oberrheinischen Nachrichten waren das Organ einer oppositionellen Aufbruchs- und Veränderungsbewegung, die sich für eine neue Verfassung mit mehr Volksrechten, für einen Zollanschluss an die Schweiz und gegen ausländische Beamte einsetzte. Mit ihrem Promotor Wilhelm Beck bildeten sie den Grundstein für die erste politische Partei in Liechtenstein, die 1918 gegründete Christlich-soziale Volkspartei. Damit nahm die Geschichte der Parteizeitungen in Liechtenstein ihren Anfang. Der erste Wahlkampf in Liechtenstein 1918 war denn auch ein Kampf zwischen der Volkspartei beziehungsweise den Oberrheinischen Nachrichten und der Liste des «Volksblatts», aus welcher dann die Fortschrittliche Bürgerpartei hervorging.

In der Sarganserländer Buchdruckerei AG in Mels gedruckt, wurden die Oberrheinischen Nachrichten in den ersten Jahren wöchentlich herausgegeben, ab dem 5.2.1919 zweimal pro Woche. Ausserdem erschien etwa zwischen 1918 und 1922, eventuell 1924, der «Liechtensteiner Unterländer» als Kopfblatt der Oberrheinischen Nachrichten. Am 3.9.1924 wurden die Oberrheinischen Nachrichten in «Liechtensteiner Nachrichten» umbenannt. Diese fusionierten auf Jahresbeginn 1936 mit der Zeitung «Liechtensteiner Heimatdienst» zum «Liechtensteiner Vaterland».

Quellen

Literatur

Medien

Titelblatt der ersten Ausgabe der «Oberrheinischen Nachrichten» vom 25.4.1914 (LBFL).
Verantwortliche Redaktoren, 1914–1924
1914–1919 Wilhelm Beck
1919 Arnold Gassner
1919–1921 Wilhelm Beck
1921 Josef Vogt
1921–1923 Gottlieb Gassner
1923–1924 Alphons Thöny

Zitierweise

Wilfried Marxer, «Oberrheinische Nachrichten», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Oberrheinische_Nachrichten, abgerufen am 12.12.2025.