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Personen- und Gesellschaftsrecht (PGR)

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Autorin: Elisabeth Berger | Stand: 31.12.2011

Das PGR vom 20.1.1926 und vom 10.4.1928 war ein Ergebnis der politischen und wirtschaftlichen Umorientierung Liechtensteins von Österreich zur Schweiz nach dem Ersten Weltkrieg. Die damit verbundene Abkehr von der österreichischen Rechtsordnung war ursächlich für die geplante Neukodifikation des Zivilrechts in Form des «Liechtensteinischen Zivilgesetzbuchs». Von diesem wurde jedoch – neben dem Sachenrecht von 1922 – nur das PGR realisiert. Die Gesetzesredaktoren, Wilhelm Beck und Emil Beck, orientierten sich bei dessen Ausgestaltung am schweizerischen Recht (ZGB, OR), nahmen aber auch Anleihen bei anderen Rechtsordnungen. Das auf liberalistischem Gedankengut basierende PGR enthält neben Bestimmungen über die natürlichen Personen v.a. Regelungen der Verbandspersonen und personenrechtlichen Gemeinschaften sowie zu Treuhänderschaft und Geschäftstreuhand. Mithilfe der vielfältigen Gesellschafts- bzw. Organisationsformen, von welchen besonders die nach dem Vorbild des angelsächsischen Trust geschaffene Treuhänderschaft, die Stiftung und die Anstalt hervorzuheben sind, gelang es, ausländische Investoren anzuziehen, denen das liberale Steuersystem profitable Privilegien gewährte. Dies waren massgebliche Faktoren für den Aufschwung der Finanzdienstleistungen und besonders des Treuhandwesens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Literatur

Kurzer Bericht zum PGR (o.J.); H. Bösch: Die liechtensteinische Treuhänderschaft zwischen trust und Treuhand, 1995, 46–63; T. Nigg: Liechtensteinisches und schweizerisches Vereinsrecht im Vergleich, 1996, 13–49; H. Bösch: Liechtensteinisches Stiftungsrecht, 2005.

Zitierweise

Elisabeth Berger, «Personen- und Gesellschaftsrecht (PGR)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Personen-_und_Gesellschaftsrecht_(PGR), abgerufen am 21.4.2019.