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Postvertrag

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Autor: Roland Marxer | Stand: 31.12.2011

Post und Telekommunikation in Liechtenstein wurden im 19. Jahrhundert von Österreich-Ungarn verwaltet. Am 4.10.1911 regelten die beiden Staaten die Verwaltung des Post-, Telegrafen- und Telefondienstes im Fürstentum Liechtenstein in einem Übereinkommen, durch das Liechtenstein an den Posterträgen beteiligt und zur Ausgabe eigener Briefmarken berechtigt wurde. Am 1.3.1920 trat ein neues Übereinkommen mit der Republik Österreich in Kraft, das Liechtenstein auf den 31.1.1921 kündigte.

Aufgrund eines am 10.11.1920 mit der Schweiz geschlossenen Vertrags (in Kraft ab 1.2.1921) besorgte neu die Schweizer PTT den Post-, Telegrafen- und Telefondienst in Liechtenstein auf liechtensteinische Rechnung. Es galten diesbezüglich die schweizerischen Gesetze und Vorschriften sowie die einschlägigen Verträge und Übereinkommen der Schweiz mit Drittstaaten. Liechtenstein konnte aber selbständig Vertragspartei von internationalen Übereinkommen in diesen Bereichen werden und weiterhin eigene Postwertzeichen herausgeben. Eine 1978 erfolgte Revision (in Kraft ab 1.1.1979) brachte u.a. die Anerkennung der liechtensteinischen Sendehoheit für Radio und Fernsehen. Aufgrund der Liberalisierung und Privatisierung der Telefonie wurde der Postvertrag auf den 1.1.1999 in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst. Liechtenstein verfolgt seither eine eigenständige Politik im Bereich des Post- und Fernmeldewesens.

Quellen

Rech Reg 1922–.

Literatur

Ospelt: Wirtschaftsgeschichte, 1972, 345f.; Ziele und Prioritäten der liechtensteinischen Aussenpolitik, Hg. Regierung des Fürstentums Liechtenstein, 2008, bes. 81; Quaderer-Vogt: Bewegte Zeiten 1–3, 2014.

Zitierweise

Roland Marxer, «Postvertrag», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Postvertrag, abgerufen am 20.2.2019.