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Prad

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Autor: Florian Hitz | Stand: 31.12.2011

Wiesen südlich von Balzers, am Fuss der Sankt Luzisteig, Gemeinde Fläsch (GR). Von alträtoromanisch prada (Wiesland).

Die 1474 erstmals erwähnten Güter von Prad befinden sich hauptsächlich im Eigentum von Balzner Familien oder der Gemeinde Balzers. Zwischen Prad und dem Fläscher Riet verläuft die Grenze bei Sankt Katrinabrunna. Ein 1463 und 1518 erwähnter Grenzgraben ist nicht mehr sichtbar. Erhalten ist der gemäss Grenzvertrag vom 16.7.1735 am Strassenrand gesetzte Grenzstein. Er trägt neben der Jahrzahl die Wappen Liechtensteins und der Drei Bünde. Im Zusammenhang mit dem 1781–88 erfolgten Ausbau der Reichsstrasse zwischen St. Katrinabrunna und Chur war eine bis zu den Pradwiesen reichende Brücke über die Ansrüfe geplant; ihr Bau wurde von Balzner Anliegern verhindert.

1937/38 erwarb die eidgenössische Militärverwaltung durch Kauf oder Pacht und oft gegen Balzner Widerstand Gelände oberhalb der Pradwiesen als Zielfeld für Minen und Granaten. Ein von Balznern betriebener Steinbruch musste aufgegeben werden. Balzers behielt aber das Recht zum Holzriesen auf dem Militärgelände. Im Sommer 1941 errichtete die Schweizer Armee auf Prad eine Panzerbarrikade. 1942 nahm die Zentralackerbaustelle Graubünden 22 ha Wiesland zu «Kultivierungszwecken» in Zwangspacht und legte Kartoffeläcker für die Stadt Chur an. Die liechtensteinische Regierung vertrat bei Entschädigungsverhandlungen die Balzner Interessen.

Literatur

O.P. Clavadetscher, W. Meyer: Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 319; F. Büchel: Beiträge zur Geschichte 842–1942, 1987, 356–376; A. Hegland et al.: Strassen als Baudenkmäler, 21989, 72; FLNB I/1, 188–190.

Externe Links

Geodatenportal, Amt für Bau und Infrastruktur, Liechtensteinische Landesverwaltung Liechtensteiner Namenbuch online

Zitierweise

Florian Hitz, «Prad», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Prad, abgerufen am 19.2.2019.