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Römisches Reich

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Autorin: Judith Niederklopfer-Würtinger | Stand: 31.12.2011

Das von der Stadt Rom ausgehende Römische Reich (Imperium Romanum) umfasste während seiner grössten Ausdehnung zu Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. den Mittelmeerraum, den Vorderen Orient, grosse Teile Westeuropas und Südosteuropa.

Nach der Beseitigung des etruskischen Königtums um 470 v.Chr. wurde Rom eine von zwei Jahresbeamten (praetores, später consules) regierte Republik. Es folgte eine starke, bis ins frühe 2. Jahrhundert n.Chr. andauernde Expansion. 44 v.Chr. führte das Streben des Gajus Julius Caesar nach Alleinherrschaft zu dessen Ermordung. Aus den folgenden Wirren ging sein Adoptivsohn und Grossneffe Gajus Oktavius (Oktavian, Augustus) siegreich hervor. Mit ihm begann 27 v.Chr. die Reihe der römischen Kaiser.

Die formale Wiederherstellung der Republik unter Augustus führte zu einer Konsolidierung des Reichs. 15 v.Chr. kam Rätien unter die Herrschaft der Römer (→Römerzeit). Nach dem Tod des Augustus 14 n.Chr. begann die Herrschaft der julisch-claudischen Kaiserdynastie; diese dauerte bis 68 n.Chr. Es folgten innerhalb eines Jahres nacheinander vier Kaiser. Der letzte von ihnen, Vespasian, war der Begründer der flavischen Kaiserdynastie (69–96). Kaiser Domitian (81–96) begann zum Schutz des Römischen Reichs gegen die Germanen mit dem Bau des obergermanisch-rätischen Limes. Mit der Kaiserdynastie der Severer (193–235) setzte eine Militärdespotie ein. Das 3. Jahrhundert war gekennzeichnet durch die Herrschaft der Soldatenkaiser und durch zahlreiche Bedrohungen und Verluste an den Grenzen des Reichs. Kaiser Diokletian (284–305) reorganisierte die Reichsverwaltung und ordnete die Provinzen neu (297). Die diokletianische Reform scheiterte jedoch 306 durch die Ausrufung Konstantins I. des Grossen zum Kaiser. Unter ihm wurde das Christentum 313 als Religion anerkannt. Massive Bedrohungen an den Grenzen bestimmten das 4. Jahrhundert, und 395 wurde das Reich unter den Söhnen des Kaisers Theodosius, Honorius und Arcadius, in zwei Hälften geteilt. Das weströmische Reich mit der Hauptstadt Rom löste sich 476 durch die Entthronung des Kaisers Romulus Augustulus durch den germanischen Heermeister Odoaker auf. Das oströmische Reich (Byzanz) bestand bis zur Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen 1453 fort.

Literatur

H. Bengtson: Grundriss der römischen Geschichte mit Quellenkunde 1, 31982.

Zitierweise

Judith Niederklopfer-Würtinger, «Römisches Reich», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Römisches_Reich, abgerufen am 19.2.2019.