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Ramschwag, von

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Autor: Karl Heinz Burmeister | Stand: 31.12.2011

Adelsgeschlecht. Die auf Alt-Ramschwag (Häggenschwil, SG; heute Ruine), später auf Neu-Ramschwag (erstmals erwähnt 1370; heute Burgstelle mit Graben) sowie seit 1270/90 auf Wälsch-Ramschwag (Nenzing, Vorarlberg) sitzenden Ramschwag waren Dienstleute der Äbte von St. Gallen. In die liechtensteinische Geschichte traten die seit 1171 bezeugten Ramschwag mit Ulrich (erwähnt ab 1265) ein, der über den habsburgfreundlichen Abt Berchtold in die Nähe König Rudolfs I. und der Grafen von Werdenberg kam. Sein Sohn Heinrich Walter rettete 1278 in der Schlacht auf dem Marchfeld König Rudolf I. das Leben, der ihm zum Dank den Reichshof Kriessern verpfändete. Ulrich wurde Reichsvogt über das Kloster St. Gallen. Seither lehnten sich die Ramschwag eng an das Haus Habsburg an. Nach der Ermordung König Albrechts I. belagerte Ulrich, ein Enkel des genannten Ulrich, 1309 die Burg Gutenberg in Balzers. Die Burg blieb seither beim Haus Habsburg und wurde von dessen Vögten verwaltet. 1470 übernahmen die Ramschwag für fast drei Jahrhunderte die Burghut auf Gutenberg. Als Vögte traten Ulrich, Balthasar, Georg Balthasar, Kaspar, Ulrich sowie dessen Söhne Hans Donat (*1612) und Franz Ulrich (†1671; in Balzers begraben) hervor. Zuletzt war Franz Ferdinand (†1716) Pfandherr der Burg Gutenberg. Hector (†1602) war seit 1569 Vogt zu Bludenz und Sonnenberg. Viele Ramschwag dienten als kaiserliche Offiziere.

Im kirchlichen Bereich zog es die Ramschwag ihrem Stand entsprechend in die Ritterorden. Mehrere Ramschwag gehörten dem Deutschen Orden, andere dem Johanniter-(Malteser-) Orden an. Johann Konrad Ignaz (†1794) war Domherr zu Konstanz und Worms. Goswin war Pfarrer zu Ragaz (1515). Mehrere weltliche Ramschwag förderten das Kloster Salem. Zahlreiche weibliche Familienmitglieder treffen wir im Damenstift Lindau. Andere Frauen waren Stiftsdamen zu Schänis, Augsburg oder Freiburg i.Br. Margarethe war Äbtissin von Magdenau (1316), Adelheid Chorfrau in Cazis (1486), Simburg Nonne in Günterstal (16. Jahrhundert). Auch einer höheren Bildung gegenüber zeigten sich die Ramschwag aufgeschlossen; wir finden sie an den Universitäten von Bologna (1480), Freiburg i.Br. (1511, 1548, 1672), Ingolstadt (1552), Dillingen (1615).

Im 18. Jahrhundert wirkten die Ramschwag, in den Freiherrenstand erhoben und mit ihrem Besitz von Worblingen dem Kanton Hegau der Reichsritterschaft zugehörig, als Räte oder Hofmeister der Bischöfe von Basel und Eichstätt, aber auch weiterhin in österreichischen Diensten, u.a. Franz Christoph Joseph (†1761) als Landvogt der Markgrafschaft Burgau, Franz Christoph Ulrich (†1778) als Stadthauptmann zu Konstanz und Landvogt der Grafschaft Hohenberg. Die letzten Ramschwag bekleideten im 19. Jahrhundert militärische Stellungen in Baden und in Württemberg. Der letzte männliche Vertreter des Geschlechts war Maximilian Christoph (†1854).

Quellen

LUB I/2; LUB I/3.

Literatur

Oberbadisches Geschlechterbuch 3, Bearb. J. Kindler von Knobloch, 1919, 309–314, 322; Ulmer: Burgen, 1925, 501–512, 924–941; HBLS 5, 526f.

Zitierweise

Karl Heinz Burmeister, «Ramschwag, von», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Ramschwag,_von, abgerufen am 16.2.2019.

Medien

Totenschild des Franz Ferdinand von Ramschwag, 1716 (Bildarchiv LLM). Das Wappen zeigt in Silber zwei goldgekrönte Löwen übereinander. Helmzier: drei silberne Schwanenrümpfe.