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Regierungsgebäude

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Autorin: Cornelia Herrmann | Stand: 31.12.2011

Das liechtensteinische Regierungsgebäude befindet sich im Regierungsviertel in Vaduz, zwischen dem Verweserhaus und der Pfarrkirche St. Florin (457 m ü.M.). Es wurde 1903–05 nach Plänen des Wiener Architekten Gustav Ritter von Neumann unter der Leitung von Emil Zollinger, Zürich, erbaut. Baumassnahmen und Renovierungen erfolgten 1969, 1985/86 und 1991/92. Das Gebäude steht der Regierung und ihren Stabsstellen sowie dem Presse- und Informationsamt zur Verfügung.

Ein Raumnotstand der an unterschiedlichen Orten untergebrachten Landesämter hatte das für Liechtenstein aufwendige Bauunternehmen notwendig gemacht. Die Eröffnung fand am 28.12.1905 statt. Das auf gepfähltem Fundament errichtete und im Baustil an Spätrenaissancepalästen orientierte Gebäude besass einen für die damalige Zeit hohen technischen Komfort (z.B. die erste Zentralheizung des Landes, eine Haustelefonanlage, zeitgemässe Sanitäranlagen).

Repräsentatives Kernstück des Regierungsgebäudes ist der Landtagssaal. Dessen künstlerische Ausstattung erfolgte im Auftrag des Landesfürsten Johann II. durch Wiener Künstler, nämlich den Bildhauer Josef Beyer sowie die Maler Eduard Gerisch, Rudolf Sagmeister, Maria Schöffmann und Raimund von Stillfried. Die Werke zeugen von einem als traditionell zu bezeichnenden Kunstverständnis des Auftraggebers, das im Kontext der geistesgeschichtlichen Strömungen in Wien um 1900 steht.

Literatur

Herrmann: Kunstdenkmäler 2, 2007, 311–315.

Zitierweise

Cornelia Herrmann, «Regierungsgebäude», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Regierungsgebäude, abgerufen am 20.4.2019.