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Reichskreise

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Autor: Bernd Marquardt | Stand: 31.12.2011

Als Teilresultat seiner staatlichen Verdichtung erhielt das römisch-deutsche Reich 1500/12 eine bis 1806 gültige Grundgliederung seiner Fläche in zehn Reichskreise und drei sonstige Grossregionen, die sich z.T. an älteren Raumvorstellungen («Schwaben») orientierten. Zwei Reichskreise waren kaiserlich-habsburgisch dominiert (Österreich, Burgund), zwei weitere kurfürstlich (Kurrhein, Obersachsen), während die übrigen sechs einen vielständig-genossenschaftlichen Charakter besassen. Die Grafschaft Vaduz bzw. das Fürstentum Liechtenstein gehörten wie Hohenems und Blumenegg zu den Kreisständen des Schwäbischen Kreises. Die Reichskreise übernahmen zahlreiche staatliche Funktionen; besonders dienten sie als Exekutionsbezirke reichsgerichtlicher Urteile, Aufgebotsbezirke der Reichsdefension, Steuer-, Münz- und Polizeirechtsbezirke. Auch im Bereich der interterritorialen Selbstorganisation wurden sie tätig, etwa im Strassenbau.

Literatur

HRG 4, 681–687; W. Dotzauer: Die deutschen Reichskreise (1383–1806), 1998; Reichskreis und Territorium, Hg. W. Wüst, 2000.

Zitierweise

Bernd Marquardt, «Reichskreise», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Reichskreise, abgerufen am 15.2.2019.