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Rheinberger

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Autor: Rudolf Rheinberger | Stand: 31.12.2011

Geschlecht aus Vaduz und Schaan (Einkauf 1911). 1990 trugen 56 Personen in Liechtenstein den Namen Rheinberger. Die zwei Brüder Johann Rheinberger (*1609, Linie I) und Mathys Rheinberger (*1612, Linie II) wanderten um 1630 aus Sulz (Vorarlberg) in die Grafschaft Vaduz aus. Dort waren sie zuerst Lehensleute auf dem «Spiegelhof» in Schaan, konnten sich aber bald selbständig machen. Schon 1650 hatte Johann ein eigenes Haus im Altenbach in Vaduz und Mathys eines im Vaduzer Oberdorf.

Linie I: Die Nachkommen des Johann waren zunächst kleine Bauern, dann Handwerker und ab 1740 auch Beamte. Zuerst waren sie durch drei Generationen Amtsboten, dann stellten sie den Rentmeister, Regierungssekretär und Landestechniker. Dieser Linie gehören u.a. der Komponist Josef Gabriel, die Generaloberin Maxentia, der Hauptmann Peter und der Bildhauer und Architekt Egon sowie dessen Schwester Hermine und dessen Söhne Hans und Rudolf an.

Linie II: Die Nachkommen des Mathys erlangten bald Bedeutung. Andreas spielte bei der Beendigung der Hexenprozesse (1680–81) eine wichtige Rolle. Sein Sohn Christoph war Richter («des Gerichts») in Vaduz, dessen Sohn Adam bekleidete 1734–38 das Amt des Landammanns der oberen Landschaft. Christoph, ein Bruder des Landammanns, war Hofkaplan in Schaan. Ein Sohn des Landammanns, Josef Ferdinand Leon, war Richter (Gemeindevorsteher) und Wirt zum «Löwen» und «Engel». Sein Sohn Johann, Wirt zum «Löwen» und «Adler», war Richter (Gemeindevorsteher) und ein guter Geschäftsmann. Er kaufte 1807 vom Kanton St. Gallen die sogenannten St. Johanner Güter mit dem Roten Haus, der Mühle, Gipsmühle und Sägerei im Mühleholz. Die Tochter Theresia war Stifterin der ersten Vaduzer Mädchenschule im Jahr 1845, der Sohn Anton Advokat und «Löwen»-Wirt. Dessen Sohn Alois war «Löwen»-Wirt und Bürgermeister von Vaduz. Auch die Schaaner Rheinberger (Einkauf 1911) gehören der Linie II an.

Archive

LI LA; GAV; Familienarchiv Rheinberger; Stadtarchiv Feldkirch.

Literatur

P. Göring: Familienkunde im Fürstentum Liechtenstein, in: Der Familienforscher, 1926; Tschugmell: Vaduzer Geschlechter, 1949, 68–69; Tschugmell: Schaaner Geschlechter, 1960, 102; Stammtafeln Schaan, 1989; Vaduzer Familienchronik 4, 2002.

Zitierweise

Rudolf Rheinberger, «Rheinberger», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Rheinberger, abgerufen am 18.2.2019.