Rheinberger, Barbara
Autorin: Kathrin Wolf | Stand: 24.11.2025
Psychologin und Frauenrechtlerin. *20.7.1949 Grabs (SG), von Vaduz, aufgewachsen in Vaduz, wohnhaft in Schaan. Tochter des Arztes Rudolf und der Ärztin Brigitte, geb. Ludwig, zwei Brüder: der Professor Hans-Jörg und der Arzt Peter (*1947). ⚭ Anna Christine Aebi (*1949).
Rheinberger machte ihre Matura 1968 an der Kantonsschule in Sargans (SG), da das Liechtensteinische Gymnasium erst ab demselben Jahr Mädchen zuliess. Anschliessend studierte sie Psychologie in München und Westberlin (1974 Diplom) und schloss später eine psychotherapeutische Zusatzausbildung in systemischer Therapie in Zürich und Meilen (ZH) ab. Nach Tätigkeiten in verschiedenen Einrichtungen in Liechtenstein und der Schweiz, führte Rheinberger von 1985 bis 2011 eine eigene Praxis für Paar- und Familientherapie in Vaduz.
Rheinberger war bereits als Studentin in Berlin hochschulpolitisch in der «Aktionsgemeinschaft von Demokraten und Sozialisten» aktiv. Zudem setzte sie sich 1973/74 für die Unterstützung von Flüchtlingen aus Chile ein und war am Aufbau des in diesem Kontext in Liechtenstein gegründeten «Chile-Komitees» beteiligt. Dies führte zur Entwicklung eines starken gesellschaftspolitischen Bewusstseins, das ihr Engagement für das Frauenstimmrecht in Liechtenstein nachhaltig prägte. Sie war gemeinsam mit Regina Marxer Mitinitiatorin der Aktion Dornröschen (1981), einer feministischen Bewegung, welche einen entscheidenden Beitrag zur Einführung des Frauenstimmrechts leistete. 1983 gehörte sie zu der Gruppe von zwölf Frauen, die zum Europarat nach Strassburg reisten, um dort auf die politische Situation der Frauen in Liechtenstein aufmerksam zu machen. Rheinberger engagierte sich zudem ab 2018 im Verein «Frauen in guter Verfassung» für die Förderung der Gleichstellung in Liechtenstein.
Neben ihrem Einsatz für Frauenrechte war Rheinberger auch im Bereich Umweltschutz aktiv. 1991 veröffentlichte sie gemeinsam mit ihren Brüdern Hans-Jörg und Peter eine Monografie über die Orchideen Liechtensteins, die auf mehrjährigen Feldstudien beruhte. Von 1993 bis 1999 war sie Präsidentin der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU).
Werkauswahl
- Hans-Jörg Rheinberger, Barbara Rheinberger, Peter Rheinberger: Orchideen des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz 1991, 22000 (= Naturkundliche Forschungen im Fürstentum Liechtenstein, Bd. 13).
Archive
- Archiv des Historischen Lexikons des Fürstentums Liechtenstein online (AeHLFL).
Literatur
- Claudia K. Lanter: Aufgewacht! Der dornige Weg zum Frauenwahlrecht in Liechtenstein, Triesen 2022, bes. S. 279–291.
Externe Links
- Eintrag zu Barbara Rheinberger auf Frauenarchiv.li.
Normdaten
GND: 122585321
Zitierweise
Kathrin Wolf, «Rheinberger, Barbara», Stand: 24.11.2025, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Rheinberger,_Barbara, abgerufen am 15.12.2025.