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Rheinberger, Johann Peter

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Autor: Rudolf Rheinberger | Stand: 31.12.2011

Rentmeister. *19.10.1789 Vaduz, †25.3.1874 Vaduz, von Vaduz. Sohn des Amtsboten Johann und der Josefa, geb. Hartmann, sieben Geschwister.   1) 5.11.1820 Maria Hilti (*15.8.1799, †30.3.1828), vier Kinder, u.a. Regierungssekretär David, 2) 15.6.1829 Elisabeth Carigiet (*17.10.1801, †4.10.1873), Tochter des Bündner Landammanns Laurenz Carigiet, Schwester des Priesters Jakob Carigiet, sieben Kinder, u.a. Hauptmann und Landtagsabgeordneter Peter, Generaloberin Maxentia und Komponist Josef Gabriel.

Rheinberger eignete sich als Autodidakt Kenntnisse in Mathematik, Geometrie und Zeichnen an und wurde von Rentmeister Josef Fritz gefördert. Er half seinem Vater bei Vermessungsarbeiten, u.a. bei der Schaffung des Grundbuchs (1809). 1814–19 war er Hausmeister im Seminar St. Luzi in Chur, wo er auch Buchführung lernte und Unterweisung in Physik, Mathematik und Geschichte erhielt. Ab dem 1.7.1819 war er Amtsschreiber und Hauptzolleinnehmer beim Oberamt in Vaduz. Während der Unruhen 1831/32 wurde der am 2.8.1828 zum Grundbuchführer ernannte Rheinberger bedroht, denn das Grundbuch war beim Volk verhasst. Am 1.11.1836 wurde Rheinberger zum Rentmeister befördert. Daneben betreute er das Bauwesen (Strassen- und Wuhrbau, Rüfeverbauungen und Riedentwässerung). Er verfasste einen Bericht über das Problem der Entwässerung der liechtensteinischen Rheintalebene. Nach 1848 gelang es Rheinberger nicht mehr, die Steuer- und Rentgelder einzutreiben. Schliesslich musste er für die uneinbringlichen Rentgelder persönlich haften. Eine 1854 aus Wien entsandte Rechnungsprüfungskommission fand die Buchführung zwar in Ordnung, Rheinberger wurde aber in der Folge die Verrechnung der Landesgelder abgenommen und 1857 wurde er pensioniert. Die Landvögte Josef Schuppler, Peter Pokorny und Michael Menzinger lobten Rheinberger als fleissigen, diensttreuen und fähigen Rentmeister und Techniker. Zu Konflikten kam es aber mit den aus Österreich stammenden Beamten, von denen sich Rheinberger zurückgesetzt fühlte.

Rheinberger war mit Peter Kaiser befreundet und half ihm bei der Quellensuche für seine «Geschichte des Fürstenthums Liechtenstein» (1847) im Regierungsarchiv.

Archive

Familienarchiv Rheinberger.

Literatur

Geiger: Geschichte, 1970; Vogt: Verwaltungsstruktur, 1994, 136–138.

Zitierweise

Rudolf Rheinberger, «Rheinberger, Johann Peter», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Rheinberger,_Johann_Peter, abgerufen am 16.2.2019.

Normdaten

GND: 139122966

Medien

Johann Peter Rheinberger. Fotografie (Familienarchiv Rheinberger).