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Saroja

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Autor: Oliver Stahl | Stand: 31.12.2011

Alpgebiet und Grenzpass (FL/A) am nördlichen Ausläufer des Dreischwesternmassivs. Zwischen der Plankner Alp Gafadura und der Alp Sarjoa auf der Ostseite des Grats (Gemeinde Frastanz, Vorarlberg, 1477 m ü.M.) liegt auf 1628–1650 m ü.M. der sich auf Planken, Eschen und Frastanz erstreckende Sarojasattel.

Erste Erwähnung 1319 (Soloyen) als Grenzpunkt eines von Herzog Leopold von Österreich verordneten Landfriedensbereichs. Laut Montfort-Feldkircher Urbar (1363) entrichteten Walser von «Sologen» (Saroja) einen Geldzins, was als Hinweis auf eine bis Mitte des 15. Jahrhunderts dauernde Besiedlung des Gebiets gedeutet wird. 1416 kam die damals Uli Vogt gehörende Alp Saroja durch Tausch in den Besitz der Gemeinde Frastanz. Die Plankner sicherten sich ein Wegrecht über Saroja in ihre Alp Garselli. Das Brandisische Urbar (um 1510) zählt die Alp Saroja – obwohl der Gemeinde Frastanz gehörend – zu den Alpen der Grafschaft Vaduz; bis 1858 war von Saroja das Vogelmolken an den liechtensteinischen Landesherrn zu entrichten.

Trotz der Steilheit und Unzugänglichkeit des Geländes hatte der Sarojasattel (Übergang Schaan–Planken– Amerlügen–Frastanz) eine gewisse militärische Bedeutung, im Mittelalter als Verbindung der Grafschaft Vaduz und der Grafschaft Sonnenberg evtl. auch eine kommerzielle. Im Schwabenkrieg 1499 soll Uli Mariss von Schaan 2000 Eidgenossen über diesen Pass in die Flanke der österreichischen Armee geführt und ihnen dadurch den Sieg in der Schlacht bei Frastanz (20.4.1499) ermöglicht haben. In den Koalitionskriegen flüchteten 1799 kaiserliche Truppen vor den Franzosen auf Saroja und bauten im nördlichen Teil des Sattels (Frastanzeregg) eine 300 m lange Verteidigungsanlage (Schützengräben). Saroja war immer wieder für Schmuggel und Flucht von Bedeutung.

Literatur

M. Wanger: «Gudelanen» – historischer Hintergrund zu einer liechtensteinischen Alpensage?, in: Bergheimat 1999, 12–24; FLNB I/3, 72f., 277f.; H. Mannhart: Franzosenkriege 1799: Militäranlagen auf Saroja und Auswirkungen auf Planken, in: JBL 104 (2005), 223–243; M. Wanger: Spurensuche in Planken, 2006, 256, 325–328.

Externe Links

Geodatenportal, Amt für Bau und Infrastruktur, Liechtensteinische Landesverwaltung Liechtensteiner Namenbuch online

Zitierweise

Oliver Stahl, «Saroja», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Saroja, abgerufen am 21.2.2019.

Medien

Spuren der im zweiten Koalitionskrieg 1799 von den kaiserlichen Truppen erbauten Wehranlage (Schützengraben) unter dem Sarojasattel. © Hannes Mannhart, Schaan.