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Schaan

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Autoren: Ulrike Mayr, Rupert Quaderer, Fabian Frommelt | Stand: 31.12.2011

Einleitung

Politische Gemeinde im Liechtensteiner Oberland. Schaan ist mit einer Gesamtfläche von 26,921 km2 flächenmässig die zweitgrösste und seit 1989 die bevölkerungsreichste liechtensteinische Gemeinde (5853 Einwohner 2011). Das Gemeindegebiet grenzt an die liechtensteinischen Gemeinden Vaduz, Triesenberg, Planken, Eschen (Nendeln), Gamprin (Bendern), an die vorarlbergischen Gemeinden Frastanz und Nenzing sowie an die schweizerische Gemeinde Buchs (SG). Die Nordgrenze von Schaan bildet die Grenze zwischen Ober- und Unterland und ist gleichzeitig eine innerliechtensteinische Sprach- bzw. Dialektgrenze.

Die Kernsiedlung mit den alten Dorfteilen bei der Kapelle St. Peter und bei der Pfarrkirche St. Laurentius (St. Lorenz) liegt auf einem nach Westen in die Rheinebene auslaufenden Rüfeschutthügel des Dreischwesternmassivs am Rätikon-Westhang auf 462 m ü.M. (Pfarrkirche). Heute befindet sich der Grossteil der Siedlungs- und Kulturfläche in der Rheinebene. Die Siedlung entspricht teils einem Strassen-, teils einem Haufendorf mit Streubauweise.

Zur Gemeinde Schaan gehören die Alpen Guschg, Sass, Stachler und Vordervalorsch (→ Valorsch), welche die Alpgenossenschaft Guschg bilden, sowie die Alpen Gritsch und Mittlervalorsch (Alpgenossenchaft Gritsch), ausserdem das ehemalige Maiensäss Alpila und als Exklaven im Bereich der Gemeinde Planken die Waldparzellen Brunnenegg und Plankner Neugrütt.

Schaan ist erstmals als Scana oder Scanaua im churrätischen Reichsgutsurbar (um 842/43) erwähnt. Weitere Namensformen sind Esiane (858), Schan (1227), Shan (1275), San (1300), Schann (1347), Schaan (1355), Aschan (1390). Der etymologisch ungeklärte Name ist evtl. vorromanischen Ursprungs.

Charakteristisch für Schaan ist die Lage an der Schnittstelle einer Nord-Süd- und einer Ost-West-Verkehrsachse. Schaan liegt an der bereits in römischer Zeit benutzten Transitachse Bregenz–Chur bzw. Augsburg–Mailand, und auch die römische Transitroute von Arbon nach Chur überquerte hier den Rhein und mündete in die von Bregenz kommende rechtsrheinische Strasse. Eine Fähre ist um 842/43 erwähnt. 1808 erhielt Schaan eine Zollstätte für Waren, die mit der Fähre vom Möliholz (Vaduz) nach Burgerau (Buchs) gingen. Zwischen Schaan und Buchs wurde 1868 eine Holzbrücke eröffnet. Seit 1872 liegt die Bahnstation Schaan-Vaduz an der Strecke Feldkirch–Buchs. Schaan ist der bedeutendste Industriestandort Liechtensteins und Einkaufsort; total verfügte Schaan 2007 über 7834 Arbeitsplätze. In Schaan befindet sich das regional bedeutende Theater am Kirchplatz (TaK).

Rupert Quaderer, Fabian Frommelt

Ur- und Frühgeschichte bis Frühmittelalter

In der Jungsteinzeit (4700–2200 v.Chr.) wanderten die ersten Menschen ins Gebiet des heutigen Liechtenstein ein. Da der Talbereich aufgrund des mäandrierenden Rheins und der stark versumpften Auen nicht bewohnbar war, siedelten sie sich in höher gelegenen Regionen an. Neben den bedeutenden Siedlungsstellen des Eschnerbergs war auch der geschützte Platz Krüppel (Kröppel) oberhalb von Schaan in dieser frühen Zeit bewohnt. Aus der Übergangszeit von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit, der Kupferzeit (erste Hälfte 3. Jahrtausend v.Chr.), sind bisher nur die beiden Steinäxte aus dem Gebiet Efisalf ob Schaan bekannt. Beide Exemplare kamen als Rohlinge in den Boden.

In der Frühbronzezeit (2200–1600 v.Chr.) blieb der Kröppel aufgrund seiner geschützten Lage weiterhin besiedelt. Ein Bronzedolch (17./16. Jahrhundert v.Chr.) aus dem Bereich des späteren römischen Kastells im heutigen Dorfzentrum demonstriert aber, dass sich die Menschen nun auch in die Tallagen vorwagten. Es gibt Hinweise, dass der Kröppel auch in der Spätbronzezeit bewohnt blieb. Für einen gewissen Reichtum der Siedler spricht ein Bronzeeimer (12./11. Jahrhundert v.Chr.).

In der Eisenzeit bildete sich im Alpenrheintal eine eigenständige Kultur heraus, die sogenannte Alpenrheintalgruppe (6.–1. Jahrhundert v.Chr.). Ihre Spuren in Form von typischen Gefässen (Taminser- und Schnellerkeramik) finden sich entlang des Rheins in Graubünden, Liechtenstein, Vorarlberg und im Kanton St. Gallen. Die alten Siedlungsplätze wie der Kröppel und der spätere Kastellbereich wurden während dieser Zeit weiterhin aufgesucht (Keramik-, Glasarmring- und Fibelfunde).

Als Zeichen religiöser Verehrung uns unbekannter Gottheiten ist die Niederlegung einer Lanzenspitze auf der Schaaner Alp Gritsch (3./2. Jahrhundert v.Chr.) zu werten. In Liechtenstein sind mehrere zeitgleiche Höhenfunde dieser Art bekannt.

Durch den Alpenfeldzug um 15 v.Chr. unter Kaiser Augustus kam das heute liechtensteinische Gebiet unter römische Herrschaft (→ Römerzeit). Die Lage Schaans an einer wichtigen römischen Verbindungsstrasse zwischen dem süddeutschen Raum und Oberitalien bewirkte eine ständige römische Präsenz schon ab dem 1. Jahrhundert n.Chr., die durch Einzelfunde wie Münzen, Keramik und Fibeln belegt ist. Dass das 1963 freigelegte Strassenniveau unter dem Schmedgässle und jenes unter der Landstrasse in der Sax schon zu römischer Zeit verwendet wurden, ist nicht gesichert. Ins 1. Jahrhundert n.Chr. datieren die beiden römischen Legionärshelme aus dem Wisseler. Darin eingepunzte Inschriften nennen die Namen der Besitzer und ihre Truppenzugehörigkeit.

In den unruhigen Zeiten des 3./4. Jahrhunderts zogen sich die Bewohner zeitweise auf die sicheren Höhen des Kröppels in eine Fluchtsiedlung mit Mauerumwehrung zurück (Münzfunde). Zum Schutz der Strasse und zur Sicherung der Versorgung der Limestruppen und der Bevölkerung wurde in Schaan in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts ein kleines römisches Kastell (ca. 57 × 60 m) errichtet. Zusammen mit zahlreichen anderen Lagern diente es der Sicherung des Hinterlands des Rhein-Donau-Iller-Limes. Das Kastell wurde in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts durch einen Brand zerstört.

Das Christentum dürfte durch die Römer ins Alpenrheintal gelangt sein. Die Errichtung der über ein Taufbecken verfügenden Saalkirche St. Peter in der Nordostecke des Kastells im 5./6. Jahrhundert belegt eine christliche Gemeinde in dieser Zeit. Die dazugehörigen Gräber fanden sich rund um die Kirche. Als Grabzurichtung wurden teilweise Leistenziegel des Kastells wiederverwendet.

Im Frühmittelalter wanderten Alamannen auf der Suche nach neuem Siedlungsland rheinaufwärts und erreichten zu Beginn des 7. Jahrhunderts das Schaaner Gebiet. Die Siedlung der Neuankömmlinge ist nicht bekannt. Ihre Toten bestatteten sie im Bereich der Specki (25 Gräber sind belegt). Die reichen Beigaben in Form von Waffen (Spathen, Saxe, Pfeilspitzen), Schmuck (Glasperlen, Amulette) und Trachtbestandteilen (Gürtelgarnituren) weisen darauf hin, dass die Alamannen in der Zeit der Landnahme noch nicht christianisiert waren.

Ulrike Mayr

Mittelalter und frühe Neuzeit

Herrschaftliche und politische Verhältnisse, Ereignisse

Nach der Beendigung der Herrschaft der Viktoriden über Churrätien durch Karl den Grossen wurde Rätien 806 stärker in die fränkische Reichsverwaltung eingebunden. Die ersten schriftlichen Nachrichten über Schaan finden sich in dem um 842/43 angelegten churrätischen Reichsgutsurbar. Gemäss diesem Verzeichnis des Reichsbesitzes befand sich in Schaan ein dem Amtskreis «In der Ebene» (ministerium in planis) zugeteilter königlicher Fronhof. 965 trat Kaiser Otto I. den Hof zu Schaan mit der Kirche und allem Zubehör tauschweise an das adelige Damenstift Säckingen ab. Nach der Teilung Churrätiens im 10. Jahrhundert gehörte Schaan zur Grafschaft Unterrätien, die nach dem Aussterben der Grafen von Bregenz (1150) an Pfalzgraf Hugo von Tübingen fiel. Dessen Sohn Hugo begründete das Haus Montfort, unter dem sich die Herrschaftsverhältnisse in Unterrätien stark zersplitterten, zunächst durch die Abspaltung des Familienzweigs der Grafen von Werdenberg (1258). Mit der Herrschaftsteilung der Grafen von Werdenberg-Sargans 1342 wurde der Rhein zur Grenzlinie. Schaan gehörte fortan zur kleinen Grafschaft Vaduz, während das linksrheinische Gebiet ab dem 15. Jahrhundert eidgenössisch wurde. Ein 1320 zusammen mit den Landgerichtsorten Rankweil, Schwarzach und Lindau erwähntes Landgericht in Schaan konnte sich nicht durchsetzen.

Ab dem 14. Jahrhundert ist eine wachsende Bedeutung der Stadt Feldkirch für die Grafschaft Vaduz festzustellen. 1363 erscheint Schaan im Zinsverzeichnis Hans Sesers, des Einziehers Graf Rudolfs von Montfort-Feldkirch. Im Verzeichnis der 1508 im Krieg gegen Venedig und die Franzosen nach Trient ausziehenden Feldkircher Mannschaft erscheinen unter 38 Feldkircher Ausbürgern acht in Schaan wohnhafte Personen.

Die Untertanen der Grafschaft Vaduz erlangten im 15. Jahrhundert unter den Freiherren von Brandis (1416–1510) im Rahmen der sogenannten Landammannverfassung bedeutende Selbstverwaltungsrechte, besonders im Gerichtswesen. Bis zur Aufhebung der Landschaft Vaduz 1809 stammten diverse Landammänner aus Schaaner Familien wie Anger, Tschetter oder Walser.

Zur politischen Grenze am Rhein kam im 16. Jahrhundert im Gefolge der Reformation die konfessionelle Trennung. Die linksrheinischen, eidgenössischen Gemeinden traten zum protestantischen Glauben über, während sich das neue Bekenntnis in den zum österreichischen Einflussgebiet gehörenden, von den Grafen von Sulz (1510–1613) regierten rechtsrheinischen Herrschaften Vaduz und Schellenberg nicht durchsetzen konnte.

Überregionale politische Ereignisse hatten in Schaan nur punktuell Auswirkungen. Im Appenzellerkrieg hielten sich 1405 Vertreter des «Bunds ob dem See» zu Verhandlungen mit Bischof Hartmann von Chur und Graf Wilhelm von Montfort-Bregenz in Schaan auf. Im Konflikt zwischen Papst Pius II. und Herzog Sigmund von Österreich brachen 1460 eidgenössische Truppen in das Gebiet der Grafschaft Vaduz ein, Schaan wurde geplündert. Auch im Schwabenkrieg (1499) erlitt Schaan Plünderungen, Viehraub und Brandschatzungen durch die Eidgenossen. Der Sage nach soll der Schaaner Uli Mariss (→ Maress) einen eidgenössischen Trupp über den Sarojasattel in den Rücken der österreichischen Truppen geführt und dadurch die Niederlage des Schwäbischen Bunds in der Schlacht bei Frastanz (20.4.1499) bewirkt haben.

Das 17. Jahrhundert war gekennzeichnet durch die Herrschaft der Grafen von Hohenems (1613–99/1712), Kriegswirren, Hexenwahn sowie soziale und wirtschaftliche Krisen. Während des Dreissigjährigen Kriegs sollen 1621 in Schaan und Vaduz 300 Reiter und 1000 Mann Fussvolk angekommen sein. Aufgrund des Kriegs liefen in der Landschaft Vaduz 18 892 Gulden Schulden auf, davon fielen auf Schaan, Vaduz und Planken 7217 Gulden. Zur Deckung der schwedischen Kontributionen und Brandschatzungen mussten die Gemeinden Vaduz, Schaan und Planken beträchtliche Darlehen aufnehmen, so 1647 über 3000 Gulden bei Rudolf von Salis. 1652 verkauften Schaan und Vaduz zur Schuldentilgung den Triesenbergern ihre Erblehen Malbun und Grossstäg (→ Steg) für 766 Gulden. 1666 nahmen Schaan, Vaduz und Planken bei Andreas Guler von Jenins 3000 Gulden zur Rückzahlung der Schuld von 1647 auf und 1753 liehen die drei Gemeinden bei Junker Beli von Belfort in Chur 2300 Gulden, um das 1666 bei Guler aufgenommene Kapital zurückzahlen zu können.

Schlimm wurde Schaan von der Hexenverfolgung heimgesucht. Es steht in der Zahl der Hexenprozesse wie der Todesopfer an der Spitze aller liechtensteinischen Gemeinden; im Verhältnis zur Bevölkerungszahl war die Verfolgungsintensität in Mauren allerdings höher. 1677–80 gab es in Schaan 23 Beschuldigte, 1679 und 1680 wurden elf Todesurteile ausgesprochen, in früheren Prozessen kam es zu 37 Todesurteilen. Die hartnäckig verfolgten Geschlechter Düntel und Maress sind in der Zeit der Hexenprozesse stark reduziert worden bzw. ausgestorben. 1683, am Ende der Hexenzeit, versammelte Landammann Basil Hoop die Gemeinden von Vaduz und Schaan auf offenem Feld im Quäderle und verlangte von den Anwesenden die Vollmacht, gegen Graf Ferdinand Karl von Hohenems Klage beim Kaiser erheben zu können. Diese Klage trug wesentlich zur Absetzung des letzten Hohenemsers und zum Übergang der Herrschaft Schellenberg und der Grafschaft Vaduz an das Haus Liechtenstein (1699/1712) bei.

1684 klagten die Einwohner von Schaan und Vaduz wegen ihnen geschuldeten Frongeldern im Betrag von 1800 Gulden gegen die Grafen. Dazu kamen immer wieder massive Belastungen durch fremdes Militär; so musste Schaan im spanischen Erbfolgekrieg 1707/08 Naturalien und Gelder an durchmarschierende Truppen abliefern.

Nach dem Kauf der Grafschaft Vaduz durch das Fürstenhaus Liechtenstein 1712 kam es 1719 zum Konflikt Fürst Anton Florians mit den Oberländer Gemeinden. Diese hatten Graf Jakob Hannibal von Hohenems mehrere Herrschaftsgüter abgekauft, die nun vom Fürsten zurückgefordert wurden. Kaiser Karl VI. erliess 1720 ein Mandat, worin er befahl, die erworbenen Güter herauszugeben. Der fürstliche Abgesandte Stephan Christoph Harpprecht drohte den Untertanen mit Galgen, Rad, Soldaten und Galeerenstrafen. Im Prozess widersetzten sich Vaduz und Schaan am hartnäckigsten, gaben aber schliesslich nach – das neu gewonnene Kulturland wurde wieder «dem Wildstand» überlassen. Zudem stritt der Fürst mit dem Bischof von Chur wegen dem Zehnten von Neubrüchen (→ Novalzehntstreit). Die Klage des fürstlichen Vertreters richtete sich gegen den Schaaner Pfarrer Franz Josef von Harder, der vor der «böhmischen Sklaverei» und der «Hinwegnahme von Privilegien» warnte. Harder übergab 1721 im Namen des «gesamten bedrängten Klerus» eine Beschwerdeschrift.

Eine starke Belastung für das Verhältnis zwischen den liechtensteinischen Gemeinden und der Landesherrschaft bildeten die Kosten für das Militär. 1794 wurde Altlandammann Lorenz Tschetter aus Schaan zusammen mit Franz Josef Näscher aus Gamprin nach Ulm gesandt, um zu erklären, dass Liechtenstein nicht in der Lage sei, die vom Schwäbischen Kreis verlangte Militäraushebung zu befolgen; aufgrund von Missernten, Hungersnot und Epidemien waren die Gemeinden mittellos und die Bevölkerung verarmt. 1796 meldeten sich aus Schaan und Vaduz 26 Freiwillige für den Auszug gegen den vermuteten Anmarsch der Franzosen aus Graubünden. Im 1. Koalitionskrieg lagerte im Juni 1796 ein österreichisches Korps von 700 Mann in der Nähe der Duxkapelle. Im Mai 1799 feuerten kaiserliche Truppen mit einigen Kanonen von den Schaaner Wiesen auf die über den Rhein vorrückenden Franzosen und zwangen diese zum Rückzug.

Bevölkerung und Siedlung

Die in den wenigen frühen Urkunden erwähnten Personennamen wie Saxo, Augustus, Ursicinus, Valerius, Petrus, Silvana weisen auf eine starke romanische Bevölkerungsgruppe in Schaan bis ins 13. Jahrhundert hin. Im Beleg «Hännin von Vixe ze schan» (1356) wird «Vixe» als rätoromanisch vitg (Dorf) gedeutet, womit der Dorfkern von Schaan noch Mitte des 14. Jahrhunderts mit der romanischen Sprache bezeichnet und diese also noch verstanden wurde. Mit den Herren von Schaan ist im 13. Jahrhundert die Anwesenheit eines Niederadelsgeschlechts belegt: 1227 ist Ritter Hermann, 1275 Erzdiakon Heinrich und 1282 Burkart von Schaan erwähnt.

Als ältester, ursprünglich von der romanisch sprechenden, christianisierten Bevölkerung bewohnter Siedlungskern wird das Gebiet um das ehemalige römische Kastell angenommen, auf dessen Grundmauern die Kirche St. Peter errichtet war. Nördlich davon bildete offenbar die im 7. Jahrhundert eingewanderte alamannische, deutsch sprechende Bevölkerung einen zweiten Siedlungskern im Bereich Specki mit der späteren Kirche St. Laurentius (St. Lorenz). Aus diesen beiden Kernen sind die noch heute bestehenden Alpgenossenschaften Gritsch (St. Lorenz) und Guschg (St. Peter) herausgewachsen. Die neuzeitliche Siedlungsstruktur Schaans wird mindestens auf 1577 zurückgeführt, als ein Dorfbrand 33 Häuser und etliche Ställe zerstörte.

Erste Angaben zur Bevölkerungszahl finden sich im «Legerbuch» (Steuerbuch) der Landschaft Vaduz von 1584, wo Schaan und Vaduz mit zusammen 78 «Schnitz»-Zahlenden bzw. Feuerstätten und einem Gesamtvermögen von 32 438 Gulden aufscheinen. Bei der Huldigung von 1718 waren aus der Landschaft Vaduz 570 «haushäbliche Männer» anwesend, wobei Schaan und Planken durch 144 Personen vertreten waren. 1784 zählte Schaan gemäss der Landesbeschreibung von Franz Michael Gilm von Rosenegg 131 Häuser und 499 Untertanen ohne Hintersassen. 1789 wurde die Bevölkerungszahl von Schaan mit 566 angegeben.

Nachbarschaft und Gemeindebildung

Die Dorfgemeinden gehen auf die ursprünglich rein agrarwirtschaftlichen, genossenschaftlichen Verbände der Nachbarschaften zurück, welche die ihnen zur Nutzung übertragenen Allmenden, Ackerböden, Marken und Gewässer gemeinschaftlich zur Deckung ihrer Lebensbedürfnisse bewirtschafteten und unterhielten. Dabei bildete Schaan noch im 14. Jahrhundert zusammen mit Vaduz und dem erst im 13./14. Jahrhundert besiedelten Planken eine Nutzungseinheit (Markgenossenschaft), die sich ab dem 15. Jahrhundert durch die allmähliche Abtrennung eigener Nutzungsrechte und -bereiche der drei Dörfer mehr und mehr auflöste. Für deren ursprünglich enges Verhältnis war vermutlich die Zugehörigkeit von Vaduz (bis 1842/73) und Planken (bis heute) zur Pfarrei Schaan von Bedeutung.

Für die Entwicklung Schaans zur Gemeinde spielten die häufigen Auseinandersetzungen um Grenzfragen und Nutzungsrechte mit den benachbarten Dörfern eine wichtige Rolle. Die allmähliche Abgrenzung der Nutzungsräume und die Setzung von Grenzmarken erklärern sich aus der intensiven Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche. Bei Grenzkonflikten und Kaufgeschäften (z.B. Alpen) trat die Dorfgemeinde Schaan als Rechtspersönlichkeit auf. Sie übte über ihren Besitz eine (begrenzte) Selbstverwaltung aus, organisierte ihre Fronarbeitsverpflichtungen und führte eine Gemeindekasse. Zur Gemeindebildung trug auch die Delegation landesherrlicher Macht und Befugnis bei, wie etwa das Erhebungsrecht für die Ein- und Abzugssteuer, das den Gemeinden 1496 zuteil wurde. Eine wichtige Rolle in der kommunalen Selbstverwaltung spielten die in Schaan ab 1473 erwähnten Geschworenen, die innerhalb der Gemeinde die Aufsicht über Wege, Marken, Zäune, Wälder, Schutz von Witwen und Waisen hatten, das Dorf auch gegen aussen vertraten, so bei bei Käufen und Verkäufen. Ausserdem bildeten sich weitere kommunale Funktionen, etwa die in Schaan schon 1355 erwähnten Kirchenpfleger (Kilchenmayer) zu St. Lorenz oder der im Kirchspiel Schaan 1560 erwähnte, für das kommunale Armenwesen (→ «Spend») zuständige «Spendmeister».

In den vom 15. bis 18. Jahrhundert zahlreichen Streitigkeiten zwischen dem Kirchspiel Schaan und den jenseits des Rheins liegenden eidgenössischen Ortschaften (v.a. Buchs) ging es vorwiegend um Rheinwuhrbauten, Grenzen, Nutzungs- und Weiderechte auf der Allmende und den Holzschlag in den Rheinauen. Die Härte der Auseinandersetzungen und die wirtschaftliche Bedeutung der Rheinebene zeigen sich etwa darin, dass die Buchser 1459 bei Kaiser Friedrich III. gegen ein für sie ungünstiges Schiedsgerichtsurteil appellierten.

Spannungen hinsichtlich der Eigentums- und Nutzungsrechte belasteten auch das Verhältnis Schaans zu seinen rechtsrheinischen Nachbardörfern, auch zu Vaduz und Planken. Mit den Walsern am Triesenberg führten Rechts- und Nutzungsstreitigkeiten u.a. 1515, 1516 und 1643 zu Vereinbarungen. Selbst innerhalb des Dorfs Schaan traten «Spän und Streit» auf: ungeklärte Grenzfragen, mehrfach beanspruchte Nutzungsrechte, umstrittene Wegrechte. 1422 wurde eine Auseinandersetzung zwischen Schaan und Eschen-Bendern wegen «Wunn und Weid» im Schaaner Riet und wegen Holz und Wald im Schaanwald entschieden. 1493 beschlossen die in einer Steuergenossenschaft verbundenen Gemeinden Schaan, Vaduz, Triesen und Balzers eine Steuerordnung, nach der sich die vier Dörfer bei Rhein- oder Rüfennot gegenseitig entlasten sollten.

Das Kirchspiel Schaan-Vaduz verfügte mit den Alpen Grossstäg, Malbun und Bärgi schon Mitte 14. Jahrhundert über umfangreichen Alpbesitz: 1355 überliess es Grossstäg, Bärgi und einen Teil von Malbun (Walser Malbun, → Turna) einigen Walsern am Triesenberg als Erblehen (verkauft 1652). Die 1361 gekaufte Alp Guschg und die 1378 erstmals urkundlich erwähnte Alp Gritsch wurden schon im 15. Jahrhundert der Schaaner Dorfgenossenschaft zugewiesen, während der verbliebene Teil von Malbun (Vaduzer Malbun, → Pradamee) an Vaduz fiel. 1503 teilten die Schaaner Dorfgenossen die Nutzung der Alp Gritsch dem nördlichen Dorfteil (St. Lorenzgasse) und jene der Alp Guschg dem südlichen Dorfteil (St. Petersgasse) zu. Die durch die Setzung von Marksteinen vollzogene Teilung des Dorfs in die zwei Alpgenossenschaften Gritsch und Guschg hat sich bis heute erhalten. 1615 verkauften Schaan und Vaduz ihre gemeinsame Alp Gaflei an Triesenberg und 1643 teilten sie ihre Galtalpen im Valorschtal. Das Maiensäss Alpila oberhalb von Schaan ist 1625 erstmals urkundlich belegt.

Planken verfügte über eigenes Alpgebiet und hatte kein Miteigentum an den Schaaner und Vaduzer Alpen. Hingegen kam es mit Planken im rheintalseitigen Gebiet immer wieder zu Konflikten um Holz-, Weide- und Obstleserechte, die auf eine Übernutzung des Walds hinweisen und u.a. in Verträgen von 1513 und 1605 geregelt wurden.

Neben der als Weide genutzten Allmende, dem Wald und den Alpen war auch ein Grossteil des bebaubaren Talbodens bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts in genossenschaftlichem Besitz. Mit dem Anwachsen der Bevölkerung wurde den berechtigten Gemeindebürgern immer mehr Gemeindeboden zur privaten Nutzung zugeteilt; diese sogenannten fälligen Gemeindsteile blieben jedoch Eigentum der Gemeinde. 1617/19 bestanden im Möliholz bereits 108 Teile. 1704 wurden weitere Teile in der Au unter den Schaaner Wiesen ausgegeben. 1738 und 1794 teilten die Gemeinden Schaan und Vaduz auch den Plankner Bürgern Gemeindsteile zu. Die Nutzung der Teile wurde in Gemeindsordnungen geregelt; gemäss Gemeindsbrief von 1740 bestanden damals Möliholz-, Au-, Rüti- und Gartenteile, für welche die Nutzer jährlich 2 Gulden an die Gemeinde zahlen mussten.

Im 18. Jahrhundert reichte der ausgeteilte Gemeindeboden nicht mehr für alle Bezugsberechtigten. Die Inhaber von Gemeindsteilen wehrten sich jedoch gegen weitere, zulasten der Allmende gehende Austeilungen, was zu Spannungen mit den neuen Anwärtern führte. Eine Neuregelung des Nutzungsrechts an den «Gemeinheiten» drängte sich auf. 1795–1811 teilten Schaan, Vaduz und Planken ihr gemeinsam besessenes Gebiet in einem konfliktreichen Prozess auf, wobei in etwa die heutigen Gemeindegrenzen entstanden (eine Vereinfachung der Gemeindegrenze zwischen Vaduz und Schaan erfolgte 1951/52). 1797 kamen zwischen Vaduz und Schaan insgesamt 1183,2 ha Weide, Wiesland und Wald zur Verteilung. Gemäss dem einvernehmlich festgelegten Schlüssel, wonach Schaan mit 146,5 Anteilen am Schätzwert partizipierte und Vaduz (inklusive Möliholz) mit 127 Anteilen, entfielen auf Schaan 719,1 ha mit einem Schätzwert von 74 527 Gulden, auf Vaduz 464,1 ha mit einem Schätzwert von 63 547 Gulden. Ebenfalls 1797 wurde die Abgrenzung der Wuhrlasten zwischen Schaan und Vaduz im Verhältnis 146 : 127 beschlossen. 1801 teilten Schaan und Vaduz das Streuemahd Äscher im Verhältnis 139 : 117. Bis 1811 erfolgte schliesslich die Teilung der von Schaan, Vaduz und Planken gemeinsam genutzten Riedböden im Plankner Riet (76,7 ha, Schätzwert 2862 Gulden) und eines über Planken liegenden Gebiets mit einem Schätzwert von 9829 Gulden im Verhältnis 164 (Schaan) : 130 (Vaduz) : 33 (Planken). Die Nutzungsrechte an den «Gemeinheiten» sind im Gemeindsbrief der Nachbarschaften Vaduz und Schaan von 1797 geregelt. 1787–90 kam es zu Streitigkeiten zwischen Schaan und Eschen wegen dem Bariet.

Wirtschaft

Im churrätischen Reichsgutsurbar (um 842/43) finden sich frühe Angaben zu den wirtschaftlichen Verhältnissen in Schaan. Der dortige königliche Fronhof (curtis dominica) verfügte über Fronland zu 50 Scheffel Saatgut, Wiesen von 300 Fudern Ertrag, 14 Huben, zwei Alpen, einen Wald, eine Mühle und eine Taverne. Dies belegt eine intensive Bewirtschaftung. Für das in Schaan bestehende «Fronschiff» (nave dominica) entrichteten sieben Dörfer je 1 Denar; diese Fähre diente den Kommunikationsbedürfnissen der Herrschaft zwischen den links- und rechtsrheinischen Besitzungen und dem lokalen Verkehr.

Ein Königshof in Schaan wurde 965 von Kaiser Otto I. mit dem Kloster Säckingen gegen die Ufenau (SZ) eingetauscht. Später sind in Schaan weitere Klöster als Grundherren belegt, so die Johanniterkommende Feldkirch (die ab 1610 als Priorat St. Johann dem Kloster Weingarten angehörte, ab 1696 dem Kloster Ottobeuren) und das Kloster Sankt Luzi in Chur. Das Domkapitel Chur verfügte über den Kirchensatz. Ausserdem besassen Bündner Adelige und Familien aus Feldkirch in Schaan grundherrliche Rechte, so im 14. Jahrhundert die Herren von Aspermont und die Vaistli.

Grösster Grundherr in Schaan war jedoch die Landesherrschaft: Das Brandisische Urbar (1509/17) und das Sulzisch-Hohenemsische Urbar (1617/19) verzeichnen in Schaan bedeutenden herrschaftlichen Besitz an Äckern, Egerten, Wiesen, Gärten, Baumgärten, Streuemähdern usw., aber auch Hofstätten mit dazugehörigen Hubgütern, die als Erb- oder Schupflehen verliehen waren. In Schaan lagen die meisten landesherrlichen Güter, wobei der Bestand an Weinbergen und Torkeln im Vergleich mit Vaduz und Triesen bescheiden war. Der Landesherrschaft gehörten überdies der Schaaner Buchwald und die Fischereirechte im Schaaner Giessen. Die Fürsten von Liechtenstein arrondierten ihren Güterbesitz in der Flur Gamander und errichteten dort 1719–22 einen grossen Meierhof (→ Gamanderhof). Schon bald gaben sie die Eigenbewirtschaftung dieses Hofs auf und verpachteten ihn. 1780 wurde er für 15 000 Gulden an die Gemeinde Schaan und später stückweise an Privatleute verkauft.

Neben dem Acker- und dem Weinbau auf den individuell bewirtschafteten Lehens- und Eigengütern und den Gemeindeteilen spielte die Viehzucht eine grosse Rolle. Für sie waren neben Wiesen und Streuemähdern auch die Allmende und zur Viehsömmerung die Alpen zentral. 1808, vor dem Beginn der Bodenreform des 19. Jahrhunderts, entfielen vom Privatboden in Schaan 6,5 ha auf Rebland, 12,2 ha auf Gärten, 63,3 ha auf Streuemähder, 84,2 ha auf Ackerland und 171,2 ha auf Wiesland (insgesamt 337,4 ha). Dazu kamen 4,9 ha im Nutzungsrecht ausgeteilter Gemeindeboden sowie etwa 719 ha «Gemeinheiten». Somit waren 1808 lediglich rund 8 % der Landwirtschaftsfläche Ackerboden. Die Durchschnittsgrösse der den Schaaner Bürgern gehörenden Weingärten betrug 45–65 Klafter (rund 0,02 ha), jene der Äcker 256–274 Klafter (knapp 0,1 ha), jene der Wiesen 346–440 Klafter (rund 0,15 ha) und jene der Streuemähder 164–517 Klafter (0,06–0,19 ha). Die Mehrzahl der Bauernhöfe hatte durchschnittlich 4150 Klafter (1,5 ha) eigenen Boden. An Vieh wurden 1789 in Schaan 133 Ochsen und 652 Stück Rindvieh (Kühe und Nachzucht) gezählt, deutlich mehr als in den anderen Talgemeinden (nur in Triesenberg gab es mehr Rindvieh). Die Zahl der Schafe (54 Stück) und Schweine (1795 23 Stück) war eher gering.

Das Untertanenverhältnis der Landesbewohner zeigte sich in den Frondiensten, welche bis zu ihrer Ablösung Mitte 19. Jahrhundert zu leisten waren. Gemäss dem Brandisischen Urbar (1509/17) mussten die Hausbesitzer in Schaan und Vaduz dem Landesherrn jährlich ein Fuder Mist in den Vaduzer Herrschaftsweingarten «geben und führen», Rebstickel liefern, je nach Vermögenslage einen oder zwei Tage im herrschaftlichen Weingarten hauen oder graben, den Wein aus dem Vaduzer Torkel auf das Schloss führen, in den Schlossgütern drei Tage pflügen, die Wiese in der Au mähen, heuen und das Heu führen und schliesslich Brennholz für die Mühle zu liefern. Als Gegenleistung hatte der Landesherr «Leute und Vieh» zu verpflegen.

Der Schaaner Zehnt ist im churrätischen Reichsgutsurbar von 842/43 erwähnt. Für das Spätmittelalter und die frühe Neuzeit sind die Schaaner Zehntverhältnisse verworren und schlecht untersucht. Ein Drittel der Zehntrechte in Schaan und Vaduz gehörte vor 1300 der Maienfelder Familie Säger, um 1300 der Familie Vaistli in Vaduz. 1447 verkaufte Albrecht Vaistli seine Rechte am Schaaner Zehnten an die Kaplanei St. Florin in Vaduz. Ein Drittel stand den jeweiligen Grafen von Vaduz zu. Weitere Zehntrechte befanden sich 1436 im Besitz der Grafen von Sax-Misox, die sich 1474 mit Rudolf von Ems darum stritten. 1476 kam dieses Zehntlehen an den Churer Bürger Hans Iter, der es 1488 von Graf Johann Peter von Sax-Misox als Eigengut erwarb. 1505 gelangte es tauschweise an Batt Kuster von Satteins (Vorarlberg) und 1526 an das Kloster Sankt Johann im Thurtal. Einen Teil des Grosszehnten besassen im 16. Jahrhundert die Herren von Ramschwag, die diesen 1600 an Graf Karl Ludwig von Sulz verkauften.

Nach der frühen Nennung einer Taverne 842/43 ist eine solche erst wieder 1509/17 erwähnt. Sie wurde um 1600 von Landammann Thomas Walser geführt. Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert bestanden in Schaan die Wirtshäuser «Kreuz» und «Löwen».

Wie die Gasthöfe profitierten auch die Schaaner Bauern vom Warentransport auf der Reichsstrasse (→ Transportwesen). Schon in einem Mailänder Transportkostenverzeichnis von 1390 werden Schaan und die dortige «Zuschg» erwähnt. Die Schaaner Gemeindebürger hatten gemeinsam mit den Vaduzern und Triesnern das Privileg, die Waren auf der Strecke Schaan–Balzers zu transportieren. Bei der Schaaner «Zuschg» (später auch «Kaufhaus» genannt) mussten die Waren umgeladen werden. Der Schaaner «Hausmeister» organisierte den Warentransport auf dieser Strecke und überwachte die Zuteilung der Güter an die einzelnen Rodgenossen. Gemäss der Instruktion für den Schaaner Hausmeister Lorenz Tschetter von 1781 war er als «Oberrodmeister» den Rodmeistern von Vaduz und Triesen vorgesetzt. Von nur lokaler Bedeutung war die erneut ab 1302 erwähnte Rheinfähre.

Im Mühleholz zwischen Vaduz und Schaan (heute Vaduzer Gemeindegebiet) entwickelte sich seit dem Mittelalter eine bedeutende Gewerbeachse; schon die 842/43 in Schaan erwähnte Mühle dürfte sich hier befunden haben. 1509/17 sind Mühle, Stampfe und Pleuel zwischen Vaduz und Schaan erwähnt. Danach stieg die Zahl der dortigen Wasserkraftbetriebe bis ins 19. Jahrhundert beträchtlich an. Hans Mader, «der Schmied zu Schaan», hatte 1617/19 die Wasserschmiede im Möliholz zu Lehen. Insgesamt war das Gewerbe im Vergleich zur Landwirtschaft aber von untergeordneter Bedeutung. Im Jahr 1700 verzeichnete die Landschaft Vaduz ein Steuervermögen von 472 300 Gulden, wovon auf Schaan ein Anteil von 96 825 Gulden entfiel (21 %).

Schule

Im Jahr 1700 findet sich ein früher Hinweis auf das Schulwesen in Schaan: Gemäss einer Instruktion für den (Gemeinde-)Schulvogt Rudolf Walser erhielt Schulmeister Laurentius Äbeli Beringer von der Gemeinde Wohnung, Holz, einen Gemeindeteil und jährlich 70 Gulden, 40 Viertel Weinmost und 1 Viertel Schmalz, zuzüglich 30 Gulden für das Orgelspiel. Der sicherlich bescheidene Unterricht wurde vor 1800 in Privathäusern erteilt. Um 1800 bestand jedoch an der Landstrasse ein «Kauf- und Schulhaus».

Kirchliche Verhältnisse

Schaan stand von der Christianisierung bis zur Schaffung des Erzbistums Vaduz 1997 unter der kirchlichen Oberhoheit des Bistums Chur. Die Pfarrei Schaan kann urkundlich nicht auf ein älteres Filialverhältnis zurückgeführt werden und ist daher als sogenannte Altpfarre zu betrachten. Sie war bis 1717 Teil des Dekanats unter der Landquart, dann bis 1808 des Drusianischen Kapitels. Zum Kirchspiel Schaan gehörten auch das Dorf Vaduz sowie seit der Einwanderung der Walser Planken und Teile von Triesenberg (Rotaboda, Fromahus und Prufatscheng). Eine erste Verkleinerung erfuhr die Pfarrei durch die Abkurung von Triesenberg 1768.

Als erstes Schaaner Gotteshaus und früheste nachgewiesene Kirche im Gebiet Liechtensteins gilt die teilweise auf den Mauern des spätrömischen Kastells errichtete Kapelle St. Peter. Sie verfügte über ein in den Boden versenktes, gemauertes Taufbecken aus dem 5. Jahrhundert, bei dem es sich um das älteste sicher nachgewiesene Baptisterium der Diözese Chur handelt. Anzunehmen ist, dass Schaan früh zwei Gotteshäuser besass: St. Peter für den romanischen Bevölkerungsteil, St. Laurentius (St. Lorenz) für die christianisierten Alamannen. Vermutet wird, dass es sich bei der im churrätischen Reichsgutsurbar (um 842/43) genannten Kirche um St. Peter handelt. Welche der beiden Kirchen Kaiser Otto I. 965 zusammen mit dem Königshof mit dem Damenkonvent Säckingen tauschte, ist ungeklärt.

1298 findet sich in einem Ablassbrief die erste namentliche Erwähnung der ecclesia sancti Petri. Die Peterskirche konnte die Pfarrrechte aber nicht halten – 1300 wird St. Laurentius bei der Ersterwähnung als Pfarrkirche bezeichnet, St. Peter scheint nur noch als Kapelle auf. Das Patronat für St. Laurentius besassen im 14. Jahrhundert die Grafen von Montfort. 1386 schenkte Graf Rudolf V. von Montfort-Feldkirch die Laurentiuskirche samt dem Kirchensatz dem Domkapitel Chur, dem sie inkorporiert wurde und bei dem das Patronat seither liegt.

1461 stiftete der Schaaner Pfarrer Jodok Dieprecht für den Marienaltar der Kirche St. Laurentius eine Kaplanei für einen Frühmesser. Weil das Patronat beim Landesherrn lag, erhielt dieser den Titel «Hofkaplan». 1503 erfolgte durch die Gemeinde eine weitere Stiftung für die Seitenaltäre St. Thomas und St. Luzius. Diese als Kooperatur gedachte Stiftung wurde später, wie seit 1640 belegt ist, mit der Pfründe des Muttergottes-Altars vereinigt. Von diesem Zeitpunkt an waren alle Hofkapläne von Schaan an der Seelsorge beteiligt. Eine Besetzung der Kaplanstellen ist seit 1482 nachweisbar. Bis um 1600 bestand an der Kirche St. Peter eine eigene Kaplanei, die später vom Kaplan der Kapelle St. Florin in Vaduz versehen wurde.

Über die frühe Baugeschichte von St. Laurentius ist nichts bekannt. 1394 fand eine Neuweihe des Chors und des Hochaltars zu Ehren von St. Laurentius, der Hl. Drei Könige, Johannes, Paul und Dorothea, ferner eines Marienaltars und eines weiteren Nebenaltars zu Ehren des Hl. Kreuzes, von St. Nikolaus und Katharina statt. Im Jahr 1500 wurde ein Ablassbrief erteilt, 1640 wurden zwei Seitenaltäre neu geweiht, 1726 und 1755 erfolgten Renovationen. Für eine 1638 gegründete Rosenkranzbruderschaft fertigte der Feldkircher Franz Ulrich Zwicklin 1793 einen Altar an. Die Kapelle Maria zum Trost auf Dux entstand 1716 als Neubau an der Stelle einer älteren Kapelle.

Wie aus Landesbeschreibungen und Visitationen hervorgeht, bestand ein lebendiges volksreligiöses Brauchtum. An der Palmsonntagsprozession wurde ein Holzesel, auf dem die Figur Jesu ritt, mitgeführt. Aus Schaan hat sich ein solcher Palmesel aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erhalten (heute im Schweizerischen Landesmuseum, Zürich). In der Pfarrei Schaan fanden jährlich über 20 Prozessionen und Umgänge statt: Lichterprozession an Lichtmess (2. Februar), Segnung des Agathabrots und Prozession nach Triesen in die Marienkapelle am St. Agathatag (5. Februar), Prozessionen mit dem Allerheiligsten an Ostern, mit Feldersegnung am 30. April, am Kirchweihfest (Sonntag nach St. Johanni, 24. Juni) nach Dux, bis 1842 Prozession nach Rankweil am 1. Mai usw. An Fronleichnam wurde die Prozession mit besonderem Aufwand durchgeführt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts schränkte die Obrigkeit unter dem Einfluss des Josephinismus die Zahl der Bittgänge und Prozessionen ein. Aufgrund eines Gelöbnisses aus der Pestzeit (17. Jahrhundert) wird in Schaan am 20. Januar (hl. Fabian und Sebastian) ein Bettag gehalten.

Rupert Quaderer, Fabian Frommelt

19. bis 21. Jahrhundert

Politische Gemeinde

Mit dem Erlass der Dienstinstruktionen von 1808 wurden die Gerichtsgemeinden Vaduz und Schellenberg aufgelöst. Die alte, genossenschaftliche (Dorf-)Gemeinde wurde zur politischen Gemeinde. Zu den hergebrachten Aufgaben wie Bewirtschaftung der Gemeindegüter, Anlage und Unterhalt von Wegen, Dorfstrassen und Brücken, Wasserversorgung usw. kamen allmählich weitere wie Steuerveranlagung, Rheinwuhraufsicht, Waldaufsicht, Durchführung polizeilicher Vorschriften. In jeder Gemeinde waren ein Richter, ein Säckelmeister und Hilfsgeschworene zu bestellen. Der Richter (Ortsvorsteher) wurde aus drei von der Gemeinde vorgeschlagenen Kandidaten durch das Oberamt ernannt. Die Gemeinden verloren damit das Recht der selbständigen Wahl ihres Vorstehers. Das Freizügigkeitsgesetz von 1810 beschnitt die Autonomie bei der Verleihung des Gemeindebürgerrechts: Jeder Untertan aus einer liechtensteinischen Gemeinde konnte in einer anderen Gemeinde ansässig werden, wenn er ein Haus und genügend Güter hatte, um sich davon zu ernähren. Diese Neuerungen führten zu Beschwerden und Petitionen.

Mit dem Gemeindegesetz von 1842 erhielten die Gemeinden wieder das Recht zur Festlegung von Einkaufstaxen für die Verleihung des Bürgerrechts. Als Geschworene fungierten Ortsgeschworene, Wuhr-, Damm- und Grabenmeister, Feuergeschworene, Waldaufseher. Für die Gemeindeautonomie brachte erst das Gemeindegesetz von 1864 wesentliche Verbesserungen: Leitung und Verwaltung der Gemeinde oblagen nun dem von der Bürgerversammlung in freier Wahl auf drei Jahre gewählten Ortsvorsteher, dem Gemeindekassier und den (in Schaan sieben) Gemeinderäten. Die Gemeindeversammlung war das oberste Organ der Gemeinde. Seither wurde die Struktur mit Bürgerversammlung, Gemeinderat (in Schaan seit 1975 13 Mitglieder) und dem in Schaan seit 1979 vollamtlichen Gemeindevorsteher im Wesentlichen beibehalten. Die Gemeindeverwaltung wurde seit den 1950er Jahren stark ausgebaut und umfasste 2009 rund 100 Angestellte. Sie ist seit 1976 im ehemaligen Schulhaus untergebracht («Rathaus»).

In politischer Hinsicht entwickelte sich Schaan nach der Entstehung der Parteien 1918 zu einer Hochburg der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP). Deren Mehrheit ist im Verlauf der beiden letzten Jahrzehnte unsicher geworden, zum einen durch das Erstarken der Vaterländischen Union, zum anderen durch das Entstehen der oppositionellen Freien Liste, die seit 1991 im Gemeinderat vertreten ist. Nach einem gescheiterten Versuch 1981 wurde 1984 mittels Abstimmung das Frauenstimm- und -wahlrecht auf Gemeindeebene eingeführt (404 Ja, 331 Nein). Als erste Frau nahm 1991 Doris Frommelt Einsitz im Gemeinderat.

Das Gemeindebudget stieg von 73 000 Fr. 1920 über 1,7 Mio. Fr. (Verwaltungsrechnung) 1965 auf 46,9 Mio. Fr. (laufende Rechnung) bzw. 26,8 Mio. Fr. (Investitionsrechnung) 2000. 2008 standen in der laufenden Rechnung Einnahmen von 53,7 Mio. Fr. Ausgaben von 25,8 Mio. Fr. gegenüber.

Gemeindeboden

Im 19. Jahrhundert wurden die Eigentums- und Nutzungsrechte am Gemeindeboden von Grund auf geändert und die «Gemeinheiten» grösstenteils ins Privateigentum oder zur Nutzung ausgeteilt (Bodenreform). 1808 betrug die gesamte private Bodenfläche in Schaan rund 338 ha und der zur Nutzung ausgeteilte Gemeindeboden rund 5 ha, der gemeinsam genutzte Gemeindeboden (Weideland, Rheinauen, Riede) dagegen rund 755 ha. Gegen Ende 19. Jahrhundert hatte sich das Verhältnis annähernd umgedreht: die Gemeinde besass noch rund 396 ha, während etwa 719 ha in privater Hand waren.

1832 erhielten die Haushaltungen etwa 300 Klafter (0,1 ha), 1839 je nach Bodenqualität 700–1000 Klafter (0,25–0,36 ha) und 1844 800 Klafter (0,28 ha) Boden im Nutzungsrecht zugeteilt. 1844 wurden zudem 870 «Kopfteile» zu 400 Klaftern (0,14 ha) ins Privateigentum der Bürger überführt. Nach der Jahrhundertmitte erfolgte praktisch keine Bodenausteilung ins Privateigentum mehr. 1890 ergaben sich für Schaan die folgenden Verhältnisse: der gesamte Gemeindeboden umfasste 1877 ha, davon waren 418 ha Wald (22 %) und 1036 ha Alpen (55 %). Von der Restfläche von ca. 423 ha waren rund 144 ha als «fällige Familien- und Kopfteile» an die Bürger ausgegeben; die Rheinauen umfassten rund 36 ha. Gemäss den 1949 erlassenen «Statuten über den Gemeindeboden» wurde landwirtschaftlich nutzbarer Gemeindeboden nur noch an Selbstbewirtschafter verpachtet, die übrigen Berechtigten erhielten ein Pachterträgnis zugewiesen.

2004 wurde die Bildung einer Bürgergenossenschaft von der Bürger- wie von der Gemeindeversammlung abgelehnt, womit das Bürgervermögen an die politische Gemeinde überging.

Rhein, Ried, Rüfen

Die jahrhundertelangen Auseinandersetzungen zwischen Schaan und der schweizerischen Nachbargemeinde Buchs wegen der Grenzen und Nutzungsrechten am Rhein wurden im Verlauf des 19. Jahrhunderts auf übergeordneter politischer Ebene vertraglich bereinigt. Der Wuhrvertrag zwischen Werdenberg und Liechtenstein von 1790 legte ein Korrektionssystem mit fixer Normalbreite des Flusses fest (→ Wuhrsysteme). 1837 folgte der Rheinkorrektionsvertrag mit dem Kanton St. Gallen. 1847 wurden die alten Wuhrbriefe aufgehoben und das Eigentum der Wuhrgemeinden und die Landesgrenze am Rhein festgelegt. Der Wuhrbau – die Gemeinde Schaan hatte eine Wuhrstrecke von 4620 m zu unterhalten – stellte eine grosse Belastung für die Gemeinden dar.

Die ausgedehnte Rheinebene war feucht und sumpfig und vielfach nur als Streueland nutzbar. Versuche zur Entwässerung scheiterten (1832 Projekt von Alois Negrelli) oder stellten sich sich als unbefriedigend heraus (1850–65 Projekt Johann Jakob Kümmerle). 1860–64 wurden die Vaduzer und Schaaner Gewässer durch Gräben zur Esche und in den Rhein geleitet. Die nachhaltige Trockenlegung der Schaaner Riedgebiete erfolgte im 20. Jahrhundert; von grosser Bedeutung war der Bau des Binnenkanals 1931–43. Nach 1963 erfolgte die Drainage im Grossriet.

Katastrophale Folgen hatte der Rheineinbruch bei Vaduz 1846. Über 12 km2 Boden standen unter Wasser, die Ernte war vernichtet, die Böden waren bis auf Weiteres unbrauchbar. Ein Hilfsverein unter dem Vorsitz von Landesvikar Jakob Anton Carigiet versuchte die Not zu lindern. 1855 überschwemmte der Rhein die gleiche Fläche wie 1846 und 1888 setzte er die Ebene von Vaduz bis Bendern für einige Tage unter Wasser. Die Flusssohle im Bereich von Schaan hob sich von 1848 bis 1927 um über 2 m.

Bei der letzten Rheinüberschwemmung am 25.9.1927 ertranken in Schaan zwei Menschen. Ein Wuhrbruch bei der Eisenbahnbrücke weitete sich auf eine Breite von über 300 m aus. Am 28. September erstreckte sich über die Ebene von Schaan bis nach Tosters (Vorarlberg) ein See. Schweizerisches und österreichisches Militär beteiligte sich an der Schliessung der Dammlücke und den Wiederaufbauarbeiten. Ein erneutes Hochwasser zerstörte am 10.11.1927 die Notwuhrbauten. Die Wiederherstellung des überschwemmten Landes, auf dem ein Schaden von etwa 10 Mio. Fr. entstanden war, machte 1928 dank dem Einsatz der Dorfbevölkerung und etwa 600 Freiwilliger aus ganz Europa sowie schweizerischer Pfadfinder grosse Fortschritte. Sie urbarisierten rund 40 ha Land. Die Schadenvergütung des Schweizerischen Hilfsfonds für nicht versicherbare Elementarschäden und der liechtensteinischen Landeshilfskommission betrug etwa 1,2 Mio. Fr.; auf Schaan entfielen 271 000 Fr. 1933 wurde in Schaan ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Rheinkatastrophe von 1927 gesetzt.

Ein weiteres Problem waren die Rüfen, welche regelmässig Land und Strassen verschütteten. Die Gemeinde Schaan ist aufgrund der topografischen Lage besonders rüfenexponiert. Auf ihrem Gebiet liegen die Kröppel-, die Quader-, die Forst- und die Gamanderröfi; die Tid-, die Efisalf- und die Nendlerröfi berühren Schaan teilweise. Das erste Gesetz über Rüfenschutzbauten von 1871 wies die Verbauungspflicht den Gemeinden zu. Im 20. Jahrhundert konnten die Gefahrenstellen dank staatlicher Bauzuständigkeit und Subventionen durch Verbauungen reduziert werden.

Bevölkerung, Siedlung, Infrastruktur

Die Bevölkerung der Gemeinde Schaan wuchs im 19. Jahrhundert nur langsam. Die an- und abwesende Bevölkerung nahm von 718 Personen im Jahr 1815 auf über 1005 Personen 1852 und auf 1119 Personen 1901 (anwesend 917) zu. Einbussen brachten die Hungersnot 1816/17 und die Auswanderung. Im 20. Jahrhundert verfünffachte sich die Bevölkerung, auch aufgrund des starken Ausländerzuzugs, auf 5691 Einwohner (2007); besonders stark war das Wachstum in den 1920er–60er Jahren mit durchschnittlichen Jahreszuwachsraten von über 2 % (der Spitzenwert lag mit 3,1 % in den 1950er Jahren). Die Bevölkerungsdichte erreichte 2007 211 Einwohner/innen pro km2.

2007 lebten von den insgesamt 3081 in Liechtenstein wohnenden Schaaner Bürgerinnen und Bürgern 2051 im Heimatort. Die ausländische Wohnbevölkerung betrug 2138 Personen, was einem Anteil von 37,6 % entsprach (1995 noch 44,0 %); davon waren 559 Schweizer (26,2 %), 370 Österreicher (17,3 %), 217 Deutsche (10,2 %), 208 Spanier (9,7 %), 190 Italiener (8,9 %), 137 Portugiesen (6,4 %), 100 aus weiteren EWR-Staaten (4,7 %) und 357 aus anderen Ländern (16,7 %). Im Jahr 2000 waren 76,8 % der Bevölkerung römisch-katholisch, 9,5 % protestantisch, 4,0 % muslimisch, 2,8 % anderer Konfession, 6,9 % ohne Zugehörigkeit oder ohne Angabe.

Die Siedlung weitete sich im 19. Jahrhundert nicht wesentlich aus und konzentrierte sich auf die Gebiete Sax, Dux, Winkel, Loch, Obergass, Dorf, Lindauer Dorfteil, Specki und Gamander. Aufgrund eines Hausbauverbots bestanden noch 1841 wie bereits 1812 nur 164 Wohnhäuser, 1852 waren es 179 und 1871 185 Häuser. Mehrere Grossbrände beeinträchtigten den alten Schaaner Häuserbestand: 1849 wurden 34 Wohnhäuser und 14 Ställe im unteren Teil der Obergass teils beschädigt, teils vernichtet; grossen Schaden nahm auch die Kapelle St. Peter. Ein Feuer im Winkel zerstörte 1860 14 Häuser und 14 Ställe und 1874 fielen in der Specki 27 Häuser und 25 Ställe einem Brand zum Opfer. 1908 verbrannten weitere acht Häuser und sieben Ställe im oberen Teil der Obergass.

An erhöhter Lage entstand ab den 1930er Jahren das Schaaner Villenviertel, in dem sich v.a. deutsche Emigranten, darunter Juden, niederliessen. Die grösste Villa baute der deutsche Waffenhändler Rudolf Ruscheweyh in der Steinegerta. Ansonsten präsentierte sich das Dorf bis in die 1950er Jahre im Wesentlichen in den alten Siedlungsstrukturen, weitete sich dann aber entsprechend der Bevölkerungsentwicklung stark aus: Die Zahl der Wohngebäude lag 1941 bei 306, im Jahr 2000 bei 1323. Die Zahl der Haushaltungen wuchs von 333 (1930) auf 2450 (2000). Das rapide Wachstum und eine lasche Raumplanung führten zu Zersiedelung, Quasiverstädterung und massiver Belastung durch den Strassenverkehr. 1958 erliess die Gemeinde Schaan einen ersten Zonenplan. Neue Wohngebiete wurden erschlossen, ein grosses Industrie- und Gewerbegebiet entstand. Die Schaaner Bauzone ist für 16 000 Einwohner berechnet (1998). Der Dorfkern verliert tendenziell Wohnungen zugunsten von Geschäften und Büros. Im Zug einer Neugestaltung des Dorfzentrums entstanden ein neuer Dorfplatz (Lindaplatz, eröffnet 2009) und ein neuer Dorfsaal (Saal am Lindaplatz, SAL, eröffnet 2010); eine neue Verkehrslösung mit Grosskreisel und Bushof wurde 2010 in Betrieb genommen. Ebenfalls 2010 wurde der Bau einer Nord-Umfahrung («Industriezubringer») beschlossen.

Mit dem Ausbau der Infrastruktur ab dem 19. Jahrhundert war eine Modernisierung der Lebensweise verbunden. 1780 wurde die Landstrasse verbessert, 1809 die Strasse von Schaan nach Planken gebaut (1868 Ausbau) und 1847 jene nach Bendern. Zwischen Schaan und Buchs wurde 1850 eine Rheinfähre eingerichtet und 1868 eine Holzbrücke eröffnet. Die 1928/29 errichtete Strassenbrücke stürzte 1970 wegen Unterspülung ein, nachdem die Rheinsohle durch Kiesentnahmen stark abgesenkt worden war; 1977 wurde eine neue Brücke in Betrieb genommen. 1872 erhielt Schaan ein Postamt und den Bahnhof Schaan-Vaduz an der neuen Eisenbahnstrecke zwischen Feldkirch und Buchs. Letzterer war zeitweilig Station internationaler Züge auf der Linie Wien–Basel–Paris, wurde jedoch 1986 zur unbesetzten Haltestelle im Regionalverkehr zurückgestuft.

Die Wasserversorgung erfolgte bis in die 1880er Jahre von Dux herab mittels hölzerner Leitungen (Teuchel), die je einen Brunnen in der Specki und in der Obergass spiesen. 1880 fiel der Beschluss, Brunnenleitungen aus Eisen-, Zement- oder Tonröhren anzulegen und Hydranten aufzustellen, worauf ab 1886 einige Dorfteile neue Wasserleitungen erhielten. 1910 beschloss die Gemeindeversammlung den Bau einer allgemeinen Wasserversorgung, für die 1911 auf Dux ein Wasserreservoir gebaut wurde. Tränkebrunnen und Hausanschlüsse wurden installiert. 1924 zählte Schaan 558 Wasserhahnen. Für jeden der 13 öffentlichen Brunnen wurde ein Brunnenmeister bestellt. Ab 1927 erfolgten wegen des steigenden Wasserverbrauchs der Ausbau der Wasserversorgung und die Erschliessung neuer Quellen. Der Schaaner Abfall wird seit 1961 in der Kehrrichtverbrennungsanlage Buchs verbrannt, zu deren Trägern die Gemeinde Schaan gehört. 1971 gründete Schaan zusammen mit den Gemeinden des Liechtensteiner Unterlands einen Abwasserzweckverband, der seit 1976 eine Abwasserreinigungsanlage in Bendern betreibt.

Der Ortsbeleuchtung und der Gasversorgung diente ein 1902 erstelltes Gaswerk der «Acetylen-Genossenschaft Schaan». 1904 versorgte es 60 Haushalte, 1919 deren 75 sowie die Weberei Möliholz mit Acetylen, 1917–18 war der Betrieb wegen Karbidmangels eingestellt. 1920 wurde das Werk geschlossen; beim Abbau kam es am 30.12.1920 zu einer Explosion, bei der drei Personen den Tod fanden. Im gleichen Jahr lieferten die Stadtwerke Feldkirch erstmals elektrischen Strom nach Schaan; 1924 wurde die Gemeinde an das elektrische Stromnetz angeschlossen.

Wirtschaft

Die fast vollständig auf landwirtschaftlichen Erwerb ausgerichteten wirtschaftlichen Verhältnisse veränderten sich im 19. Jahrhundert nicht grundlegend. Feldbau, Viehzucht und etwas Weinbau dienten noch immer relativ stark der Selbstversorgung. Eine Rationalisierung und Modernisierung der Landwirtschaft wurde jedoch durch die Austeilung des Gemeindebodens, die Aufhebung des Atzungsrechts nach 1843 und die Beseitigung der feudalen Abhängigkeitsverhältnisse (Fronen, Grundzinse, Zehnten) eingeleitet, bedeutend war auch die Regelung des Alpwesens.

Bis 1848 hatte Schaan die Verpflichtung, für die Obrigkeit 120 Fron-Dungfuhren zu je 35 Kreuzer und 200 Tage Handfronen zu je 20 Kreuzer zu leisten. Für die ab 1859 mögliche und bis 1868 abgeschlossene Ablösung der herrschaftlichen Grund- und Erblehenszinse bezahlte Schaan 2211 Gulden (→ Bauernbefreiung). 1842 löste die Gemeinde das herrschaftliche Holzschlagrecht im Berggebiet gegen den 20-fachen Zins ab.

Um 1860 bestanden in Schaan noch die folgenden Zehntverpflichtungen: Am Gross- und am Kleinzehnten, der (mit geringen Ausnahmen) in allen Feldlagen im Gemeindegebiet bestand, hatten die Schaaner Pfarrpfrund zu 4 Sechzehnteln, die Landesherrschaft zu 3 Sechzehnteln und zusätzlich zu 6 Sechzehnteln für den 1845 gekauften Anteil des ehemaligen Klosters St. Johann im Thurtal sowie die Vaduzer Kuratiepfrund zu 3 Sechzehnteln teil. Der Obstzehnt gehörte allein der Pfarrpfrund. Am Weinzehnten im Neugut war die Obrigkeit zu einem, die Pfarrpfrund zu zwei Dritteln beteiligt; der übrige Weinzehnt gehörte der Pfarrpfrund. Der Novalzehnt umfasste alle bis 1848 entstandenen Feldlagen (Gafos, Neugereut, Forst, Möliholz, Rütti, Rüttile, Neufeld). Beteiligt waren die Landesherrschaft mit einem, das Domkapitel in Chur mit zwei Dritteln. 1847 verweigerten die Schaaner Bürger dem Pfarrer den Zehnten von den «Schaaner Wiesen». Aufgrund des Zehntablösungsgesetzes von 1864 erhielt die Pfarrei Schaan eine Ablösesumme von 9520 Gulden.

Die Alpgenossenschaften Gritsch und Guschg gaben sich 1862 Statuten, in denen sie sich als Vereine jener Bürger der Gemeinde Schaan definierten, welche in ihren Alpbezirken zur Alpnutzung berechtigt und zum Tragen der damit verbundenen Lasten verpflichtet waren (Unterhaltsarbeiten, Versorgung des Alppersonals, Salzlieferung für Vieh, Hilfe bei Schneewetter, Übernahme von Ämtern). Die beiden Alpgenossenschaften betrieben auch je eine eigene Dorfsennerei. 1926 fand in Schaan, wo nach der Jahrhundertwende verschiedene Viehzuchtgenossenschaften gegründet worden waren, der «1. Liechtensteinische Vieh- und Warenmarkt» (Jahrmarkt) statt (→ Märkte).

Im Zug der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung geriet die Landwirtschaft im 20. Jahrhundert unter starken Druck. Die Zahl der Bauernbetriebe in Schaan reduzierte sich von 165 (1929) auf 149 (1955) und 62 (1995), wovon 1995 nur 34 eine betriebliche Arbeitszeit von mehr als 50 % beanspruchten. 2007 stellte der 1. Sektor (Land- und Forstwirtschaft) noch 21 Arbeitsstätten (3 % aller Schaaner Arbeitsstätten) und 59 Arbeitsplätze (0,8 % des Totals). Die landwirtschaftliche Nutzfläche sank von 641 ha 1929 auf 541 ha 2005 (liechtensteinischer Spitzenwert). Sie teilte sich 2005 in 350 ha Ackerland, 171 ha Dauergrünland und 20 ha übrige landwirtschaftliche Nutzfläche auf. Der Rindviehbestand in Schaan hingegen stieg von 677 Stück 1929 auf 1292 Stück 1990 (2007 noch 735 Stück in Schaan und Planken); 1990 zählte man überdies 29 Pferde, 642 Schweine, 538 Schafe, 11 Ziegen, 473 Nutzhühner und 18 Bienenvölker. Die Rebfläche wuchs im 19. Jahrhundert von 6,5 ha (1808) auf 8,3 ha (1890); im 20. Jahrhundert sank der Weinbau zu zweitrangiger Bedeutung ab.

Die Berichte über das Schaaner Gewerbe zu Beginn des 19. Jahrhunderts sind spärlich; es wies unterdurchschnittliche Qualität auf und wurde oft von «Fremden» betrieben. 1808 gab es zwei Handlungen, die Tabak, Kaffee, Salz, Nägel und Tuch verkauften. Mitte 19. Jahrhundert umfasste das gewerbliche Spektrum u.a. Bäcker, Schreiner, Schuster, Flaschner, Kupferschmied, Sattler, Schmied, Wagner, Schneider, Steinhauer, Köhler, Rechenmacher, Anstreicher, Seidenraupenzüchter und Fettwarenproduzent. Ab 1840 betrieb Johann Baptist Quaderer im Nebenerwerb eine Bierbrauerei, die seine Nachfahren 1880–1917 als «Bierbrauerei Quaderer» zusammen mit dem 1880 eröffneten Gasthaus «Bierkeller» («Bierhüsle») hauptberuflich führten. Von den übrigen älteren Gastwirtschaften dürfte das «Rössle» ins frühe 19. Jahrhundert datieren; die «Post» entstand 1887, die «Linde» 1891, die «Traube» 1911, das «Dux» 1913/14 und das «Café Risch» 1925.

Der Abschluss des Zoll- und Steuereinigungsvertrags mit Österreich 1852, der sich für Liechtenstein günstig auswirkte, hatte für die Gemeinde Schaan unliebsame Folgen, weil nur in Bendern und Mäls Zollstätten errichtet wurden. Die Fähre Schaan–Buchs war nun für den Personenverkehr reserviert, obwohl sich die Gemeinden dies- und jenseits des Rheins für die Errichtung von Zollstätten einsetzten. Anlässlich der Erneuerung des Vertrags mit Österreich richteten die Schaaner 1863 eine von 201 Bürgern unterzeichnete Petition an den Landtag, in der sie den Abschluss eines Zollvertrags mit der Schweiz beantragten. Der Abgeordnete Christoph Wanger hatte offenbar beim Schweizer Bundesrat Erkundigungen eingezogen, denn die Schaaner legten ein Schreiben bei, das sich auf Bundesrat Friedrich Frey-Herosé stützte und von Zollerleichterungen und einem möglichen Zollvertrag mit der Schweiz sprach. Die Petition hatte insofern Erfolg, als nach der Erneuerung des Zollvertrags mit Österreich in Schaan und Vaduz 1864 Zollstätten eingerichtet wurden.

Von der Industrialisierung, die Liechtenstein in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfasste, profitierte Schaan zunächst kaum. Im Gegensatz dazu siedelten sich im Möliholz/Ebaholz (Gemeinde Vaduz) ab 1861 verschiedene Textilfabriken an, weswegen es zu Konflikten mit Vaduz kam: Der Schaaner Vorsteher Julius Wanger reichte 1882 eine Einsprache gegen das Gesuch des Fabrikanten Johann Jakob Spoerry um eine Fabrikbau- und Wasserwerkkonzession im Ebenholz (Gemeinde Vaduz) ein; er befürchtete Nachteile und Löschwassermangel durch die Wasserfassung des Mölibachs. Nach der Erteilung der Konzession erhoben die Schaaner Rekurs, noch 1882 kam es aber zu einer gütlichen Einigung. Auch die Textilmaschinen-Fabrik Hermann Stäubli & Co., Schaan, in der Hermann Stäubli aus Horgen (ZH) ab 1898 Textilmaschinen produzierte, befand sich im Möliholz; sie beschäftigte nie mehr als zehn Arbeiter und wurde 1904 nach Böhmen verlegt. Auf Schaaner Boden errichtete die Firma Rosenthal 1910 zwei mehrgeschossige Arbeiterreihenwohnhäuser, in welchen auch der Möliholzer Konsumverein untergebracht war (1981 abgebrochen). Eine 1891 eingerichtete Fettwarenproduktion («Schmalzsüdi») ging 1917 wegen Rohstoffmangels ein.

In den 1920er und 30er Jahren kam es in Schaan zur Gründung mehrerer dem eidgenössischen Fabrikgesetz unterstellter Unternehmen, und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Schaan zu einem regional bedeutenden Industriezentrum mit zahlreichen Zupendlern aus dem In- und Ausland. Auch das Gewerbe konnte seine Position im 20. Jahrhundert stark ausbauen. Es profitierte vom allgemeinen Wirtschaftswachstum, von Zulieferaufträgen der Industrie und (v.a. in der Bau- und Nebenbaubranche) von der Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand.

1913–48 betrieb Elisa Spegele eine Klöppelspitzenproduktion und Ausrüsterei im Möliholzer Konsumgebäude und 1919–60 stellte die Modistin Johanna Konrad(-Prossen) u.a. Lederwaren und Trachtenzubehör her. 1918–60 bestand die Liechtensteinische Gerberei AG. 1919 eröffnete Rupert Quaderer sen. in Schaan die erste konzessionierte Buchhandlung Liechtensteins und 1927 Hans Nescher die Buchdruckerei Gutenberg. In den 1920er Jahren beschäftigte die Alpina Lederwarenfabrik bis zu 24 Fabrik- und 14 Heimarbeitskräfte. 1924–61 wurde in Schaan die Limonade «Alpila» produziert. Die Firma Deco stellte 1926–39 Schuhcremes und Polituren her und die Riebolit AG von der Mitte der 1930er Jahre bis 1965 u.a. Haarpflegemittel und Eau de Cologne. In Schaan produzierte zudem 1932–37 die Schekolin AG Lackfarben, 1940–59 die Spielwarenfabrik Max Alexander & Co. Plastik-Tierfiguren und Teddybären, 1945–83 die Kokosweberei Baum (gegründet 1938 in Eschen) u.a. Teppiche, 1945–47 die Addimult AG mechanische Taschenrechner, 1945–49 die Kosmos AG Acetylen-Schweissapparate und 1947–66 die Emko Schuhfabrik Schuhe, 1948–60 die Datex AG Damast-Textilwaren, 1948–96 die Phafag AG (Etepha AG) pharmazeutische Produkte und 1952–89 die Kabor Tricotage Strickwaren (bis zu 30 Beschäftigte). Die 1932 als Stragupo-Neokon-AG gegründete Polstermöbel AG bezog um 1950 ein Fabrikgebäude in Schaan. Viele Gründer dieser meist kleinen Betriebe waren ausländische Zuwanderer.

Zukunftsträchtig waren v.a. die 1932 gegründete Zahnfabrik Ramco (heute Ivoclar Vivadent AG) und das 1933/41 entstandene Befestigungstechnikunternehmen Hilti Aktiengesellschaft, die sich beide zu weltweit tätigen Konzernen entwickelten, sowie die 1935 gegründete Sauerkraut- und Konservenfabrik Scana AG (heute Hilcona AG). Allein diese drei Firmen boten in den 2000er Jahren zusammen mit der 1975 gegründeten Neutrik AG über 3000 Arbeitsplätze an. Seit 1949 haben die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) ihren Sitz in Schaan.

Neben dem produzierenden Sektor erlangten auch die Dienstleistungen Bedeutung, wobei Schaan neben Vaduz über das vielseitigste Angebot an Gasthäuern, Bars, Verkaufsgeschäften, Supermärkten und persönlichen Diensten wie Friseur- und Kosmetikgeschäften usw. in Liechtenstein verfügt. In den 1930er Jahren errichtete die Liechtensteinische Landesbank in Schaan eine Einnehmerei (seit 1954 Filiale); weitere Banken folgten ab den 1990er Jahren.

2007 stellte der 3. Sektor (Dienstleistungen) 624 der insgesamt 747 Arbeitsstätten in Schaan (83 %), wobei der Bereich «Immobilien, Informatik, Dienstleistungen für Unternehmen» mit 178 Arbeitsstätten am stärksten vertreten war, gefolgt vom Bereich «Handel und Reparatur» mit 122 Arbeitsstätten. Dem 2. Sektor (Warenproduktion) gehörten 102 Arbeitsstätten an (14 % des Totals), davon 40 im Baugewerbe. Hinsichtlich der Beschäftigung lag jedoch der 2. Sektor mit 4674 Arbeitsplätzen (60 % des Totals) deutlich vor dem 3. Sektor mit 3101 Arbeitsplätzen (39 %). Die meisten Arbeitsplätze boten im 2. Sektor die Bereiche «Maschinenbau» (1691), «Elektrische/elektronische Geräte, Feinmechanik, Optik» (1088) und «Nahrungsmittel» (745), im 3. Sektor das «Gesundheits- und Sozialwesen» (653) sowie «Handel und Reparatur» (580) an.

Gesellschaft und Soziales

Soziale Disparitäten zeigen sich an der Besitzverteilung: 1808 hatten in Schaan 154 Hausinhaber ein steuerbares Vermögen, davon einer eines von 2217 Gulden, sechs eines von 100–500 Gulden und 37 eines von weniger als 100 Gulden. Der reichste Schaaner besass neben Haus und Stall einen Garten, einen Baumgarten, zehn Weingärten, 14 Äcker, 41 Wiesen, 21 Streuemähder, insgesamt rund 12 ha eigenen Boden. Einer der 37 Steuerzahler mit weniger als 100 Gulden Steuervermögen besass neben Haus und Stall lediglich ein Gärtchen von 10 Klaftern (rund 0,004 ha) Fläche. Sieben Landwirte wirtschafteten mit durchschnittlich rund 7 ha, 40 mit durchschnittlich 3,5 ha und 70 mit durchschnittlich 1,8 ha Boden. 37 Kleinbauern oder Gewerbetreibende mit landwirtschaftlichem Nebenerwerb besassen nur sehr wenig oder keinen Privatgrund.

Zur Versorgung der Gemeindearmen errichtete die Gemeinde 1870–72 in der von Fürst Johann II. schenkungsweise überlassenen Flur Resch ein Armenhaus (Armenanstalt, → Bürgerheime). Die Barmherzigen Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul in Zams (Tirol) übernahmen bis 1973 den Dienst als Pflege- und Hauspersonal. Das ehemalige Bürgerheim beherbergte ab 1979 als «Wohnheim Resch» ältere Menschen, seit 2009 steht es für die Tagesschule zur Verfügung. 2005 entstand mit dem Haus St. Laurentius mitten in Schaan ein grosses Sozialzentrum. Das von der Stiftung Liechtensteinische Alters- und Krankenhilfe betriebene Pflegeheim bietet u.a. Raum für die Familienhilfe Schaan-Planken, den Samariterverein und eine Kindertagesstätte. Weitere soziale Institutionen in Schaan sind das vom Liechtensteinischen Roten Kreuz geführte Kinderheim Gamander (seit 1965), das Heilpädagogische Zentrum (seit 1969) und ein Frauenhaus (seit 1991). Als erste liechtensteinische Gemeinde baute Schaan 1972 Sozialwohnungen (Reihenhäuser Malarsch). 1932–67 bestand in Schaan ein kommerziell betriebenes Heilbad (→ Laurentiusbad).

Kultur und Freizeit

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in Liechtenstein zögernd ein kultureller Aufbruch ein, der im Zusammenhang mit den politischen Veränderungen, der Überwindung des Absolutismus und der Verfassung von 1862 steht. Erste Vereine entstanden, so in Schaan 1868 die Harmoniemusik und der Imkerverein, 1870 der Männerkirchenchor, 1879 die Freiwillige Feuerwehr und 1884 ein Theaterverein. Die kirchlichen Jugendvereine (Jungmannschaft und Jungfrauenkongregation) erhielten 1913 ein Vereinshaus. Frühe Sportvereine waren der Turnverein (1925), der Skiclub (1931) und der Fussballclub (1949). 1931 wurde in Schaan die erste Pfadfinderabteilung Liechtensteins gegründet. Es folgte eine ganze Reihe weiterer Kultur-, Sport- und gemeinnütziger Vereine; 2009 waren es in Schaan über 40.

Zum kulturellen Leben trugen verschiedene weitere Institutionen bei, so 1948–67 die von Kanonikus Johannes Tschuor geschaffene Volkshochschule Schaan und das 1970 gegründete Theater am Kirchplatz (TaK). Das in dem 1972 durch den Architekten Ernst Gisel neu gestalteten ehemaligen Vereinshaus beheimatete TaK erlangte in den 1970er und 80er Jahren unter Intendant Alois Büchel überregionale Ausstrahlung. Nachdem schon 1918–32 im Gasthaus «Rössle» Filmvorführungen stattgefunden hatten, entstand 1960 mit dem «Apollo» ein Kino. Es wurde 1986 aufgegeben und unter dem Namen «TaKino» dem TaK als Zweitbühne angegliedert; seit 1997 dient es wieder vorwiegend als Kino. Das 1982 im alten Schulhaus eingerichtete Schaaner Dorfmuseum wurde 1998 als DoMuS (Museum und Galerie der Gemeinde Schaan) neu konzipiert. Im 1981 von der Gemeinde Schaan erworbenen Haus «Stein-Egerta» hat seit 1982 die Arbeitsstelle für Erwachsenenbildung (seit 1999 Erwachsenenbildung Stein-Egerta Anstalt) ihren Sitz.

Schaan gilt als Zentrum der Liechtensteiner Fasnacht. Bereits 1923 erschien die erste Schaaner Fasnachtszeitung, «Der Schaaner Eselstuhl»; deren Nachfolger waren die Zeitungen «Arschgrüba» (1954), «Spottnik» (1956), «Rummati» (1964), «Reblbolla» und «Wingertesel» (seit 1975). 1952 organisierte der FC Schaan den ersten Fasnachtsumzug, den seit 1965 die «Narrenzunft Schaan» unter dem Motto «Allwäg-kwösoo» durchführt. 1976 fand das erste Monsterkonzert statt.

An Freizeitanlagen entstanden u.a. Ende der 1950er Jahre die Sportanlage «Rheinwiese» (1989 zur Landesleichtathletikanlage ausgebaut), 1959 das Freischwimmbad Schaan-Vaduz (auf Vaduzer Gemeindegebiet), später die Freizeitanlage Dux mit Kinderspielplatz, Vita-Parcous, Finnenbahn und Kneippanlage, 1972 eine Tennisanlage mit Freizeitsporthaus, 1975 das Freizeit- und Gemeinschaftszentrum Resch und 1977 die Jugendherberge Schaan-Vaduz (auf Schaaner Gemeindegebiet). 1935–50 bestand in Schaan ein Flugplatz für Kleinflugzeuge.

Schule

Wie in allen liechtensteinischen Gemeinden hatte der Schulunterricht in Schaan bis weit ins 19. Jahrhundert in der öffentlichen Meinung einen geringen Stellenwert und wurde als zu teuer und unnötig vernachlässigt. Vier Jahre nach der Einführung der allgemeinen Schulpflicht wurde in Schaan 1809 das alte «Kauf- und Schulhaus» zum Schulhaus umgebaut. Im gleichen Jahr begründeten Johann Tressel und seine Frau Barbara Hoop eine Stiftung von 300 Gulden, die dem Unterhalt des Lehrers und anderen Schulbedürfnissen diente. 1844–45 entstand ein neues Schulhaus an der Landstrasse. Für die Mädchenklassen wurden ab 1854 Zamser Lehrschwestern angestellt, die bis 1972 an der Schaaner Volksschule tätig waren. Ein weiterer Klassenraum mit vier Unterrichtsgruppen befand sich in den 1910 errichteten Arbeiterreihenwohnhäusern die Firma Rosenthal im Möliholz.

1882 errichtete Schaan einen Kindergarten im Erdgeschoss des Schulhauses, der von einer Kindergärtnerin aus dem Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Zams geleitet wurde. Ein neoklassizistisches Kleinkinderschulgebäude von 1902 wurde 1948 abgebrochen. Weitere Kindergärten folgten entsprechend der wachsenden Kinderzahl im Dorf.

1902 vermachte Christoph Wanger der Schule einen Betrag von 600 Kronen und 1930 stifteten Josef und Anna Maria Beck 9592.02 Fr. für die Anschaffung von Lehrmitteln für arme Schulkinder («Schlosser Beck’sche Schulstiftung»). Aufgrund der gestiegenen Anforderungen an die schulische Infrastruktur wurde das Schulhaus 1949–50 durch einen Anbau vergrössert und 1951 um eine Turnhalle ergänzt. Das Schulhaus «Rebera» von 1965 enthielt einen neuen Kindergarten mit drei zusätzlichen Klassenzimmern. 1976 wurde das bis heute benutzte grosse Schul- und Gemeinschaftszentrum Resch bezogen, das u.a. über ein Hallenschwimmbad und eine Dreifachturnhalle verfügt; bis 1999 war hier auch ein Gemeindesaal untergebracht. Die künstlerische Gestaltung besorgten Martin Frommelt und Georg Malin. Die alte Schule von 1844/45 dient seit 1976 als Rathaus.

Ab 1935 führte die katholische Schwesternkongregation der Anbeterinnen des Blutes Christi (ASC) auf Dux das Institut Sankt Elisabeth, dem 1942–46 ein Mädchengymnasium, 1946–76 eine Höhere Töchterschule und ab 1976 eine Mädchenrealschule angehörten. Seit 1980 wird hier auch ein 10. Schuljahr angeboten. 1994/95 zogen sich die Schwestern aus der Schule zurück, die seither als gemischtgeschlechtliche staatliche Realschule geführt wird (seit 2004 mit Sportschule). 1948–72 wirkten Lehrschwestern aus dem Kloster St. Elisabeth auch an der Volksschule. Zum Schulangebot in Schaan gehören zudem seit 1969 das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) und seit 1985 die private Waldorfschule mit Kindergarten, Primar- und Sekundarstufe. 1986–98 hatte die Internationale Akademie für Philosophie (IAP) ihren Sitz in Schaan.

Kirche

Ab 1808/16 bildeten die liechtensteinischen Pfarreien ein Bischöfliches Landesvikariat, ab 1850 ein Priesterkapitel und 1971–97 das Dekanat Liechtenstein. Seit 1997 gehört die Pfarrei Schaan zum neu errichteten Erzbistum Vaduz.

Ein Einschnitt war die Ablösung der Gemeinde Vaduz von der Pfarrei Schaan, die mit der Errichtung der Kuratie Vaduz 1842 begann und mit deren Erhebung zur selbständigen Pfarrei 1873 ihren Abschluss fand. 1859 wurden die Pfründen des Marien- und des St.-Thomas-Altars in der Laurentiuskirche vereinigt. 1921 fand in Schaan der erste liechtensteinische Katholikentag statt. In einer Zeit äusserer Bedrohung weihte Fürst Franz Josef II. 1940 bei der Duxkapelle das Land Liechtenstein der Muttergottes. Ebenfalls auf Dux begegnete Papst Johannes Paul II. bei seinem Liechtenstein-Besuch 1985 der liechtensteinischen Jugend.

1888–93 entstand an neuem Standort die von Gustav Ritter von Neumann geplante neugotische Pfarrkirche St. Laurentius. Mit der Konsekration der Seitenaltäre 1911 war sie auch im Innern vollendet. Die Kosten beliefen sich auf 125 600 Gulden, von denen die Gemeinde 37 600 Gulden trug (bei einem jährlichen Steueraufkommen von 60 000 Gulden). 16 000 Gulden stammten aus einem Legat von Pfarrer Anton Frick. Fürst Johann II. steuerte 72 000 Gulden bei; für ihn wurde 1932 an der Westseite der Pfarrkirche ein Denkmal enthüllt. 1968–78 fand unter der Leitung des Architekten Eduard Ladner eine Aussen- und Innenrenovation und Umgestaltung für rund 2,5 Mio. Fr. statt (bei Steuereinnahmen von 15 Mio. Fr. 1980). Georg Malin gestaltete einen neuen Altar, ein neues Taufbecken und einen neuen Tabernakel, Martin Frommelt die neuen Kirchenfenster im Chorraum. Die Firma Mathis schuf eine grosse Orgel. 2003–05 erfolgte eine weitere Renovation.

Die alte Pfarrkirche St. Lorenz wurde 1900 samt dem Pfarrhaus abgebrochen; erhalten blieben der romanische Turm und der dort befindliche Friedhof. Eine dem hl. Johannes geweihte Kapelle im Friedhof wurde 1934 errichtet. Sie dient heute als Aufbahrungshalle. 1823 ging die Kapelle St. Peter in das Eigentum der Gemeinde Schaan über. Sie wurde 1911 einer Innen- und 1915 einer Aussenrenovation unterzogen. 1962/63 fand eine Renovation mit einer neuen Portalgestaltung und dem Neubau eines Campanile statt. 1995 erfolgte erneut eine Innenrenovation. Die Duxkapelle wurde 1829 um die Vorhalle erweitert und 1909, 1943, 1973/74 und 1997 renoviert.

1934–35 errichteten die Anbeterinnen des Blutes Christi auf Dux das Kloster Sankt Elisabeth. Es zählte anfangs 40, 2008 noch 15 Schwestern. Die Schaaner Klosterschwestern hielten während des Zweiten Weltkriegs jeden Abend eine öffentliche Anbetungsstunde für den Frieden.

Rupert Quaderer, Fabian Frommelt

Archive

GAS; PfAS; Alparchiv Schaan.

Quellen

Rechnungen und Jahresbericht der Gemeinde Schaan, 1921–; J. Ospelt: Ausführliche Regesten aus den Urkunden des fürstlich liechtensteinischen Regierungsarchivs, in: JBL 25 (1925), 117–125; LUB I, LUB II; Informations-Bulletin der Gemeinde Schaan, 1969– [diverse Titel]; Schuppler/Ospelt: Beschreibung 1815, 1975; StatJb.

Literatur

Ur- und Frühgeschichte:
Poeschel: Kunstdenkmäler, 1950, 75–78; E. Vonbank: Liechtensteiner Bodenfunde im Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz, in: JBL 54 (1954), 122–125; A. Frommelt: Grab in Schaan, in: JLB 54 (1954), 129f.; G. Malin: Das Gebiet Liechtensteins unter römischer Herrschaft, in: JBL 58 (1958), 5–89, besonders 35–59, 69–72; E. Sangmeister: Nietdolch von Schaan, in: JBL 58 (1958), 313f.; D. Beck: Alpe Gritsch, in: JBL 58 (1958), 323; Archäologie im Fürstentum Liechtenstein, Hg. R. Degen, in: HA 9 (1978), 73–251; Overbeck: Alpenrheintal 1, 1982, 106–113; G. Schneider-Schnekenburger: Churrätien im Frühmittelalter, 1980; Herrmann: Kunstdenkmäler 2, 2007, 327–331.

Mittelalter bis 21. Jahrhundert:
Klenze: Alpwirthschaft, 1879, 25–26, 69–79; Büchel: Schaan, 1927; Poeschel: Kunstdenkmäler, 1950, 75–104; Büchel: Gemeindenutzen, 1953, besonders 144–146; Tschugmell: Schaaner Geschlechter, 1960; A. Frick: Zum Ortsnamen Schaan, in: JBL 67 (1967), 5–28; F. Hasler: 100 Jahre Harmoniemusik Schaan, 1968; Das Gemeindebuch, Hg. Gemeinde Schaan, 1970; Schulhausneubau Schaan, 1970; Neubau Primarschule in Schaan, 1971; M.F. Broggi: Der Schaaner Wald, in: Bergheimat 1972, 33–111; Freizeit-Sporthaus und Tennisanlagen, 1972; J. Falk: Schaan 1872–1972, 1972; Ospelt: Wirtschaftsgeschichte, 1972; J. Falk: Chronik der Volksschule Schaan, 1976; E. Schallert: Massnahmen des Bludenzer Vogtes nach dem Brand von Schaan 1577, in: JBL 76 (1976), 345f.; G. Malin: Kunstführer Fürstentum Liechtenstein, 21977, 49–61; Schaan im Banne der drei Landesnöte: Rhein – Rüfe – Föhn, 1977; Rheinnot in Liechtenstein, 1977; Pfarrkirche St. Laurentius Schaan, 1978; 100 Jahre Feuerwehr Schaan, 1979; Vo dr alta … und vo dr neua Zit, 1982; W. Kranz: Erklärung des Wappens der Gemeinde Schaan, 1983; A. Frommelt: Die Schaaner Dorfbrunnen, Ms. 1983 [LBFL]; Die Gemeinde Schaan im Fürstentum Liechtenstein, Hg. Gemeinde Schaan, 21984; D. Hilti: Liechtenstein, Erwerbsleben früher – heute (am Beispiel der Gemeinde Schaan), Ms. 1985 [LBFL]; H. Nadler: Orgelbau in Vorarlberg und Liechtenstein 1, 1985, 400–409; E. Gabriel: Die Schaaner Mundart, in: Festgabe für A. Frick zum 75. Geburtstag, 1985, 122–142; E. Goop: Schaaner Getränke, Quaderer-Bier und Alpila-Limonade, in: Festgabe für A. Frick zum 75. Geburtstag, 1985, 165–180; N. Hasler: Der Schaaner Palmesel, in: Festgabe für A. Frick zum 75. Geburtstag, 1985, 197–207; F. Kaiser: Das Heilige Grab auf Dux, in: Festgabe für A. Frick zum 75. Geburtstag, 1985, 208–227; J. Tschuor: Erlebtes Dux, in: Festgabe für A. Frick zum 75. Geburtstag, 1985, 270–285; H. Wanger: Schaan, ein Dorf im Wandel, 1986; Flurnamen der Gemeinde Schaan (Karte, Begleitheft), Bearb. L. Jehle, 1987; M. Wanger: Stammtafeln der Bürgerfamilien von Schaan, 1989; H. Wanger: Die Pfarrei Schaan-Planken in Geschichte und Gegenwart, 1991; Liechtenstein, Theater am Kirchplatz, Schaan, in: Guide of Cultural Centres in Europe, Hg. A. Rollier, 1990, 157–159; A. Spieler: Wenn das Weizenkorn stirbt, 1991; H. Gassner, H. Wanger: Freude dem Alter, 1991; T. Banzer; H. Hilbe: Eine Urkunde aus der Sicht der Namenforschung, in: Zeugen, 1992, 196–222; H. Wanger: Die Schenkung der Pfarrpfründe Schaan, in: Zeugen, 1992, 223–231; H. Wanger, H. Lanz: Ein Limoges-Kreuz aus Schaan?, in: Zeugen, 1992, 242–247; Informationsmappe der Gemeinde Schaan, 1994; D. Oehry et al.: 125 Jahre Harmoniemusik Schaan, 1993; H. Wanger: Aus der Geschichte der Alpen von Schaan, in: Bergheimat 1992, 7–28; L. Konrad-Jehle et al.: Schaaner Trachtengeschichte 1929–1993, 1993; C. Konzett, B. Linder: Die Geschichte der Gemeinde Schaan, Ms. 1993 [LBFL]; U. Riederer: Neues Bauen im Fürstentum Liechtenstein, 2. Teil: Schaan, Triesen und Triesenberg, in: Baudoc-Bulletin 1994, H. 5/6; Gemeinschaftszentrum Schaan, 1976–1996, 1996; H. Wanger: Die Kirchen und Kapellen von Schaan, 1998; Tschaikner: Hexen, 1998; A. Ospelt: 200 Jahre Gemeindegrenzen Schaan/Vaduz/Planken, in: JBL 98 (1999), 1–39; FLNB I/2; H. Hilbe: Die Namen der Strassen, Wege und Plätze in der Gemeinde Schaan, 1999; Wenaweser/Wanger: Industrien, 2000; 50 Jahre Schaaner Fasnacht, o.J. [2002]; 500 Jahre Alpgenossenschaften Schaan, 2003; W. Thöny, H. Hilbe: Retten, Halten, Löschen, 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Schaan, 2004; A. Lingg: Das Kino im Wirtshaus «Rössle» in Schaan, in: JBL 103 (2004), 137–190; H. Wolfinger et al.: 60 Jahre Handharmonika Club Schaan 1947–2007, 2007; Herrmann: Kunstdenkmäler 2, 2007, 327–402; FLNB II; H. Beck: Jetz muass äfach eppes goo!, 60 Jahre FC Schaan 1949–2009, 2009.

Externe Links

Geodatenportal, Amt für Bau und Infrastruktur, Liechtensteinische Landesverwaltung Liechtensteiner Namenbuch online

Zitierweise

Ulrike Mayr, Rupert Quaderer, Fabian Frommelt, «Schaan», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Schaan, abgerufen am 17.8.2019.

Medien

Gemeindewappen, seit 1948 (Gemeinde Schaan). Das Gemeindewappen zeigt einen von Blau und Rot gespaltenen Schild, belegt mit einem silbernen Pfahl, im blauen Feld eine aufrechte, goldene Ähre, im roten einen waagrechten, silbernen Fluss. Das Wappen wurde vom Landesfürsten 1938 verliehen und 1948 vereinfacht. Die Farben Blau und Rot entsprechen den Landesfarben, die Ähre steht für den Ackerbau, der Fluss für den Rhein.
Gemeindegebiet Schaan
Karte des Gemeindegebiets Schaan (Ausschnitt). Reproduziert mit Bewilligung von swisstopo (BA120404). Kartografie: Andreas Bachmayr, Uttendorf.
Grab eines 5- bis 8-jährigen Kinds, Schaan-Reberastrasse, 8.–10. Jahrhundert n.Chr. (Bildarchiv Amt für Kultur, Abteilung Archäologie). Die Grabgrube ist sorgfältig mit einer Trockensteinmauer befestigt.
Schaan, Luftaufnahme, 1946 (LI LA). Foto: Foto Gross, St. Gallen.
Bevölkerung (Volkszählungen), 1600–2015
Pfarrer, ab 1386
Kapläne am Muttergottesaltar (Hofkaplanei), ab 1468
Kapläne am Thomasaltar (zweite Hofkaplanei), um 1519
Gemeindevorsteher, ab 1864
Wirtschaftsstruktur, 1965–2015