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Schalun

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Autorin: Verena Hasenbach | Stand: 31.12.2011

Schalun ist eine auf einer exponierten Felsrippe zwischen Schaan und Vaduz gelegene Burgruine (Gemeinde Vaduz, 862 m ü.M.), auch Wildschloss genannt. Der Name der Burg leitet sich wahrscheinlich von einem alträtoromanischen Wort ab, das «grosse Treppe» bedeutet. Ein Ritter Ulrich von Schalun ist 1237, die Burg selbst – bereits als Ruine – erstmals 1616 erwähnt. Im frühen 19. Jahrhundert als in fürstlichem Besitz stehend erwähnt, kam die Burg später an die Gemeinde Vaduz und 1880 an den Architekten Ignaz Bankó. Dessen Sohn Julius verkaufte sie 1933 wieder an die Gemeinde Vaduz. Die Anlage war Gegenstand verschiedener Ausgrabungen und Sanierungen (1939, 1982–85, 1990–93).

Die baulichen Reste von Schalun befinden sich auf drei voneinander getrennten, künstlichen Niveaus. Der Zugang zur Burg erfolgte gesichert durch einen Spitzgraben über das nördliche Plateau. Vom Burgkern mit dem Bergfried auf dem oberen Plateau sind beeindruckende Mauerreste erhalten. Das Westplateau ist durch einen Halsgraben von der übrigen Burganlage abgetrennt. Die wenigen Funde und Befunde ermöglichen eine Datierung der ersten Bauten in das 12. Jahrhundert. Um- und Ausbauten im 13. Jahrhundert sollten die Anlage strategisch sichern. Im 14. Jahrhundert wurde sie vollständig geräumt, danach durch einen Brand zerstört.

Literatur

A. Frommelt: Die Ruine Schalun, in: JBL 39 (1939), 5–32; H. Frommelt: Burgruine Wildschloss/Schalun bei Vaduz, Fürstentum Liechtenstein, in: Die Burgenforschung und ihre Probleme, 1994, 55–60; FLNB I/2, 392f.

Externe Links

Geodatenportal, Amt für Bau und Infrastruktur, Liechtensteinische Landesverwaltung Liechtensteiner Namenbuch online

Zitierweise

Verena Hasenbach, «Schalun», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Schalun, abgerufen am 22.2.2019.

Medien

Ruine Schalun (Wildschloss), Vaduz, 2007. © Heinrich Boxler, Feldmeilen.