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Schwäbischer Bund

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Autor: Dieter Stievermann | Stand: 31.12.2011

Seit dem Spätmittelalter kam es infolge der schwachen königlichen Gewalt immer wieder zu Zusammenschlüssen von Herrschaftsträgern in Form von Bünden (Einungen, Gesellschaften); sie hatten vornehmlich die Funktion, den Landfrieden, die Sicherheit, Rechte und Interessen der Mitglieder zu schützen (Landfriedens-, Städte-, Ritterbünde). Einer der bedeutendsten Bünde war der sogenannte Schwäbische Bund, der in der Endphase weit über das historische Schwaben hinausgriff. Er wurde am 14.2.1488 wesentlich auf Initiative Kaiser Friedrichs III. gegründet, der dadurch die Expansion der bayerischen Wittelsbacher nach Schwaben eindämmen wollte. Der Schwäbische Bund verband zwei Gruppen, die selbst schon eine lange Tradition bündische Zusammenschlüsse aufwiesen: die schwäbischen Reichsstädte und den reichsunmittelbaren Adel. Dazu traten mit Erzherzog Sigismund von Österreich, Graf von Tirol, und Graf Eberhard im Bart von Württemberg (seit 1495 Herzog) zwei mächtige Landesherren. Als Mitglieder der Gesellschaft mit Sankt Jörgenschild gehörten auch die Freiherren von Brandis, die Herren von Vaduz und Schellenberg, dem Schwäbischen Bund an. Im Schwabenkrieg 1499 trug der Bund die Hauptlast im Kampf gegen die Eidgenossen, 1525 war er in Süddeutschland entscheidend an der Niederschlagung des Bauernkriegs beteiligt. Wesentlich infolge der durch die Reformation bewirkten Gegensätze endete der Schwäbische Bund 1534.

Literatur

Kaiser/Brunhart: Geschichte, 1989; H. Carl: Der Schwäbische Bund 1488–1534, 2000.

Zitierweise

Dieter Stievermann, «Schwäbischer Bund», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Schwäbischer_Bund, abgerufen am 23.2.2019.