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Schwaben (Herzogtum)

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Autor: Lukas Winder | Stand: 31.12.2011

Eines der vier «Stammesherzogtümer» im Ostfränkischen Reich, später im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, hervorgegangen aus dem von den Merowingern errichteten alamannischen Dukat, Churrätien und Teilen des Elsass. Es umfasste den Südwesten des heutigen Deutschlands, die Ostschweiz, Liechtenstein und Vorarlberg, ungefähr begrenzt von den Vogesen, den Alpenpässen Churrätiens und dem Lech. Das Herzogtum Schwaben entstand Anfang des 10. Jahrhunderts, als das Frankenreich zerfiel. Aus den von 911 bis 915 dauernden Konflikten unter den lokalen Adeligen um die Herzogswürde, ging Erchanger aus dem Geschlecht der Alaholfinger als Sieger hervor. Nach dessen Hinrichtung 917 erkannte Herzog Burchard 919 die Oberherrschaft des ostfränkischen Königs Heinrich I. über Schwaben an, die Herzöge wurden fortan vom König eingesetzt. Das Herzogtum wurde in der Folge stärker in das Reich einbezogen, u.a. mit der direkt ausgeübten Verwaltung Schwabens durch König Heinrich III. (1038–45). Mit der Wahl des schwäbischen Herzogs Friedrich III. zum römisch-deutschen König 1152 (Friedrich I. Barbarossa) begann die Dominanz der Staufer in Schwaben, das zum Kernland ihrer Macht im römisch-deutschen Reich wurde. Nach dem Tod Konradins 1268 zerfiel das Herzogtum Schwaben. Die von den Habsburgern mehrfach erneuerten Versuche einer Wiederherstellung des Herzogtums Schwaben scheiterten endgültig mit der Abtretung des 1522 eroberten Württemberg im Frieden von Kaaden 1534. Die schwäbischen Reichsstädte wie Ulm und Augsburg erlangten grosse Bedeutung als Handelsstädte.

Literatur

Schwaben und Schweiz im frühen und hohen Mittelalter, Hg. H. Patze, 1972; H. Maurer: Der Herzog von Schwaben, 1978; Lexikon des Mittelalters 7, 1598–1602.

Zitierweise

Lukas Winder, «Schwaben (Herzogtum)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Schwaben_(Herzogtum), abgerufen am 20.4.2019.

Medien

Herzöge von Schwaben, 915-1268