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Seger, Otto

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Autor: Jens Dittmar | Stand: 31.12.2011

Pädagoge, Historiker. *20.2.1907 Schottwien am Semmering (NÖ), †8.3.1988 Spital Chur, von Vaduz. Sohn des fürstlich-liechtensteinischen Forstdirektors Adolf und der Hedwig, geb. Real; drei Geschwister, darunter Josef. 31.7.1937 Gertrud Rittler (*8.4.1913, †6.9.1992) aus Wien; zwei Kinder. Aufgewachsen im tschechisch-slowakischen Sudetengebiet und später bei Wien. Gymnasium in Mödling (NÖ), Lehramtsstudium in Deutsch und Geschichte sowie Ausbildung als Turnlehrer an der Universität Wien. 1930–38 Gymnasiallehrer an der Bundeserziehungsanstalt für Knaben in Traiskirchen bei Wien, 1939–45 Direktor des Gymnasiums Bregenz und des Mädchengymnasiums Bregenz-Marienberg; ab 1939 zudem Leiter der Verwaltungsstelle der Schülerheime Vorarlbergs. Als Nationalsozialist war Seger ab 1933 Mitglied des illegalen NS-Lehrerbunds Österreich, ab 1938 des NS-Lehrerbunds des Deutschen Reichs sowie SS-Mitgliedschaftsanwärter. Seger besass 1938–45 die deutsche Staatsbürgerschaft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und französischer Untersuchungshaft übersiedelte Seger nach Vaduz, wo er 1946–49 als Gewerbesekretär und 1950–65 als Lehrer («Professor») an der Realschule Vaduz tätig war. Die von ihm aufgebaute Berufsberatungsstelle leitete er 1948–66 im Neben-, 1966–72 im Hauptamt. 1961 gab Seger den Anstoss zur Gründung des Abendtechnikums Vaduz (heute Universität Liechtenstein), dem er bis 1984 als nebenamtlicher Leiter vorstand. Er war u.a. Präsident des Stiftungsrats der Liechtensteinischen Landesbibliothek (1961–75), Mitglied des Stiftungsrats des Liechtensteinischen Landesmuseums (1973–77), der liechtensteinischen Denkmalschutz- und der Stipendienkommission sowie des Technikumsrats am Neu-Technikum Buchs (1968–71).

Als Publizist widmete sich Seger vorwiegend der liechtensteinischen Geschichte und Wirtschaftsgeschichte. Von seinen zahlreichen, u.a. in den Jahrbüchern des Historischen Vereins veröffentlichten historischen Abhandlungen sind v.a. seine (heute z.T. überholten) Forschungen zu den liechtensteinischen Hexenverfolgungen (1957, 1959) und als Pionierleistung seine Sammlung «Sagen aus Liechtenstein» (1965) hervorzuheben. Für die Gemeinde Vaduz verfasste er ein «Heimatbuch» (1956). 1965 Fürstlicher Studienrat, 1969 Ehrenmitglied des Historischen Vereins, 1987 Grosse Verdienstmedaille der Gemeinde Vaduz.

Quellen

Bundesarchiv Berlin (Berlin Document Center).

Literatur

A. Vonach: Das Bregenzer Gymnasium, 1950, 185–229; 35 Jahre Berufsberatungsstelle des Fürstentums Liechtenstein, 1981; H. Schreiber: Schule in Tirol und Vorarlberg 1938–1948, 1996.

Nachrufe

LVa., 10.3.1988; F. Marxer, A. Ospelt: Fürstlicher Studienrat Prof. Otto Seger, in: JBL 88 (1990), 217–225 (mit Werkverzeichnis).

Zitierweise

Jens Dittmar, «Seger, Otto», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Seger,_Otto, abgerufen am 23.2.2019.

Normdaten

GND: 117447226