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Spielbanken

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Autor: Patrick Sele | Stand: 31.12.2011

Trotz eines seit 1847 in Liechtenstein bestehenden Verbots der Errichtung von Spielbanken suchte die Spielbankgesellschaft von Baden-Baden 1872 bei der Regierung um eine Konzession für die Errichtung einer Spielbank an. Wegen der zu erwartenden hohen finanziellen Erträge stiess dieses Ansinnen in Liechtenstein angesichts der für die Errichtung von Rheinschutzbauten notwendigen Gelder auf grosses Interesse. Moralische und rechtliche Bedenken des Fürsten liessen das Projekt scheitern. Ebenfalls nicht zur Verwirklichung kamen solche Projekte 1875, 1891 und 1919. Im Schlussprotokoll zum Zollanschlussvertrag von 1923 mit der Schweiz wurde ein Verbot der Errichtung von Spielbanken in Liechtenstein vereinbart. Nachdem diese Bestimmung durch die Aufhebung des Spielbankenverbots in der Schweiz 1993 hinfällig geworden war, kam es in Liechtenstein erneut zu einem Plan, eine Spielbank zu errichten. Ein als Grundlage für die Errichtung von Spielbanken benötigtes Geldspielgesetz kam im Landtag mehrmals zur Sprache und trat 2011 in Kraft.

Literatur

Ospelt: Wirtschaftsgeschichte, 1972, 325f.; K. Frick: Die Gewährleistung der Handels- und Gewerbefreiheit nach Art. 36 der Verfassung des Fürstentums Liechtenstein, 1998, 34f.; LVa., 27.6.2006; LVbl., 12.1.2007.

Zitierweise

Patrick Sele, «Spielbanken», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Spielbanken, abgerufen am 22.2.2019.