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Staatsfeiertag

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Autor: Donat Büchel | Stand: 31.12.2011

1940 erhob die Regierung den 15. August (Mariä Himmelfahrt), den Tag vor dem Geburtstag Fürst Franz Josefs II., zum Staatsfeiertag. Runde Fürstengeburtstage und Regierungsjubiläen waren schon zuvor Anlass für patriotische Feste und Feiern gewesen, einen liechtensteinischen Staatsfeiertag hatte es aber nicht gegeben.

Der Staatsfeiertag sollte auch ein gegen den Nationalsozialismus gerichtetes Zeichen der inneren Geschlossenheit von Fürst und Volk und des Selbständigkeitswillens der liechtensteinischen Bevölkerung sein. Mittelpunkt des Staatsfeiertags bildeten die Monarchie und der Fürst als Staatsoberhaupt («Fürstenfest»). Ausdruck dieses Gedankens waren schon 1940 die am Ende des Feuerwerks auf Schloss Vaduz aufleuchtende Devise «Für Gott, Fürst und Vaterland», eine brennende Fürstenkrone auf Tuas, Höhenfeuer, das Singen der Volkshymne, patriotische Ansprachen und die Beflaggung der Häuser; diese Elemente bestehen bis heute. Der politische Gedanke trat mit der Zeit in den Hintergrund. Lange fanden in jeder Gemeinde ein Hochamt und weitere Feierlichkeiten statt. Nur bei grossen Jubiläen gab es zum Staatsfeiertag eine zentrale Veranstaltung in Vaduz, 1963 erstmals auch ein Volksfest.

Nach dem Tod Franz Josefs II. 1989 beschloss der Landtag 1990, den 15. August als Staatsfeiertag beizubehalten. Er steht seither nicht mehr im Zusammenhang mit dem Geburtstag des Fürsten, sondern soll laut Gesetz die Besinnung auf die staatlichen Grundwerte fördern und das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit stärken. Seit 1991 wird der Staatsfeiertag mit einem zentralen Festgottesdienst (bis 2010) und Ansprachen auf der Schlosswiese beim Schloss Vaduz begangen.

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Literatur

LieLex, 116f.

Zitierweise

Donat Büchel, «Staatsfeiertag», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Staatsfeiertag, abgerufen am 22.2.2019.