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Steinbrüche

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Autor: Patrick Sele | Stand: 31.12.2011

Die Steinbrüche in Liechtenstein zählten zu den ab dem Spätmittelalter von den deutschen Königen den jeweiligen Landesherren verliehenen Regalien. Zusammen mit den Rüfen lieferten sie den Landesbewohnern die Baumaterialien für Häuser und Rheinschutzbauten. Steine aus Steinbrüchen fanden auch beim Bau von Kirchen Verwendung; in Vaduz war 1868 der Bau der neuen Pfarrkirche sogar Anlass für die Einrichtung eines neuen Steinbruchs. Zu den Steinbrüchen sind auch die für den Gipsabbau errichteten Gipsbrüche zu zählen.

Die liechtensteinischen Steinbrüche dienen seit jeher lediglich dem Lokalbedarf. Eine Ausnahme dieser Regel bildete von etwa 1860 bis zur Zeit des Ersten Weltkriegs der Steinbruch im Altneuguet in Balzers. Der dort gebrochene «Balzner Marmor», ein im geschliffenen Zustand schwarzer, mit feiner weisser Äderung durchzogener Kalkstein, wurde in ganz Liechtenstein und darüber hinaus in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland abgesetzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren in diesem Steinbruch 30–40 Arbeiter beschäftigt, während des Ersten Weltkriegs ging die Beschäftigtenzahl stark zurück. Der Steinbruch erreichte seine alte Bedeutung nicht mehr. Zusammen mit dem Steinbruch Limsenegg in Ruggell ist er heute einer von zwei noch in Betrieb stehenden Steinbrüchen in Liechtenstein.

Quellen

LUB I/4, 335, 461.

Literatur

Schädler: Regesten, 1908, 158; Büchel: Mauren, 1916, 16; Ospelt: Wirtschaftsgeschichte, 1972, 257f.; U. Rheinberger: Steinbrüche im Vaduzer Wald, in: Der Vaduzer Wald, 1981, 60–65; Büchel: Gemeinde Triesen, 1989, Bd. 1, 273f., Bd. 2, 952f.; Vogt: Balzers 2, 1996, 371–380.

Zitierweise

Patrick Sele, «Steinbrüche», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Steinbrüche, abgerufen am 22.1.2019.