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Sulz, Karl Ludwig von

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Autor: Heinz Noflatscher | Stand: 31.12.2011

Landesherr. *9.7.1560, †29.9.1616 Trino (I), // Tiengen. Sohn des Alwig IX. und der Barbara Gräfin von Helfenstein, sechs Geschwister, u.a. Rudolf VII.  1) 1.10.1585 Dorothea Katharina Gräfin von Sayn (*1562, †1609), 2) 1.2.1616 Maria Gräfin von Öttingen; aus der ersten Ehe elf Kinder, u.a. Anna Amalia, aus der zweiten Ehe eine Tochter.

Karl Ludwig studierte seit dem Wintersemester 1571 mit seinen Brüdern Christoph und Rudolf in Freiburg i.Br., seit dem Wintersemester 1574 mit Rudolf in Dôle (F). Unter Jakob Hannibal I. von Hohenems nahm er 1578 an einem Feldzug in die Niederlande teil. 1586 war er Präsident des Reichskammergerichts in Speyer. 1587–95 residierte er überwiegend in Vaduz, dessen Marktrecht er durch Kaiser Rudolf II. erneuern liess. Für den niederländischen Statthalter Erzherzog Albrecht warb er 1596 ein Regiment gegen Heinrich IV. von Frankreich, zwei Jahre später diente «der lange Schwab» als kaiserlicher Oberst unter Erzherzog Matthias in Ungarn. 1601 wurde er dessen Feldzeugmeister und Mitglied des Hofkriegsrats (1603–10 Präsident), 1604–06 war er Oberst der Stadtguardia in Wien. Am 20.6.1603 erhielt er von Kaiser Rudolf II. das grosse Palatinat. Seit ca. 1604 zählte er als Geheimer Rat zu dessen engstem Kreis. Auch Kaiser Matthias beauftragte ihn mit politischen Missionen im Reich, wie 1614/15 zu den Wetterauer Grafen. Karl Ludwig starb im spanischen Dienst im Kampf gegen Savoyen.

Jakob Hannibal I. von Hohenems hatte Karl Ludwig 1581 zum Gatten seiner älteren Tochter Margarete ausersehen. 1583 erhielt Karl Ludwig im Zusammenhang mit der Erbteilung mit Rudolf Vaduz und Schellenberg. 1602 übernahm er von Rudolf den mit 315 000 Gulden hoch verschuldeten Klettgau. 1603 erliess er für den Klettgau eine Landesordnung. Am 22.3.1613 musste er Vaduz und Schellenberg für 200 000 Gulden an Graf Kaspar von Hohenems verkaufen. Aus der Zeit Karl Ludwigs stammt wohl die Redewendung der «glücklichen sulzischen Zeiten».

Literatur

Seger: Herrschaftsübergang, 1960, 47–70; Schäfer: Sulz, 1965, 147–149; Schäfer: Hochadel, 1984, 79; H. Noflatscher: Liechtenstein, Tirol und die Eidgenossen, in: Fürstliches Haus, 1987, 129–162, besonders 141f.

Medien

Goldmedaille Karl Ludwigs von Sulz, 1596 (Landesmuseum Württemberg).

Zitierweise

Heinz Noflatscher, «Sulz, Karl Ludwig von», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Sulz,_Karl_Ludwig_von, abgerufen am 23.2.2019.

Normdaten

GND: 136863655