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Sulzisch-Hohenemsisches Urbar

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Autorin: Doris Klee | Stand: 31.12.2011

Das zwischen 1617 und 1619 entstandene Sulzisch-Hohenemsische Urbar ist ein nach Rechtstiteln und Gütern geordnetes Besitz- und Einkünfteverzeichnis der Grafschaft Vaduz, das in verschiedenen Abschriften vorliegt. Das rund 100 Seiten umfassende Urbar enthält in einem ersten Teil eine historische Herleitung und Auflistung der herrschaftlichen Rechte und Einkünfte (Gericht, Grenzen, Jagd, Fischerei, Wälder, Ab- und Einzug der Herrschaftsleute, Erbschaft, Leibeigenschaft, Frondienste, Zoll und Steuern) sowie die Abschrift eines Zollbuchs von 1552. In einem zweiten, umfassenderen Teil sind die herrschaftlichen Güter nach ihrem rechtlichen Status (Zeit- und Erblehen) geordnet und in geografischer Reihenfolge aufgelistet (Schaan, Vaduz, Triesen, Balzers, teilweise auch Planken und Triesenberg); enthalten sind auch die herrschaftlichen Rechte an Weingärten, Mühlen, Schmieden, Tavernen etc. Daran anschliessend folgen die Erträge der Alpen (→Vogelmolken), Zehnten sowie abschliessend die Angaben zum Kollaturrecht (→Patronat) in Schaan, Vaduz, Triesen und Chur. Das Sulzisch-Hohenemsische Urbar bezieht sich auf zwei Vorgängerurbare: Die Güterumschreibungen verweisen explizit auf das ältere Brandisische Urbar (1509–17), während der formale Aufbau die Verbindung zum 1612 verfassten Hohenemser Urbar deutlich macht, das wie das Sulzisch-Hohenemsische Urbar unter Graf Kaspar von Hohenems entstand.

Quellen

LUB I/4, 325–442.

Literatur

J.B. Büchel: Zwei Urbarien der Alten Grafschaft Vaduz, in: JBL 6 (1906), 19–67; D. Klee: Die Urbare der Grafschaft Vaduz, in: JBL 108 (2009), 131–160.

Zitierweise

Doris Klee, «Sulzisch-Hohenemsisches Urbar», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Sulzisch-Hohenemsisches_Urbar, abgerufen am 18.4.2019.