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Tiefensee-Klesi

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Autor: Johann Oehry | Stand: 31.12.2011

Alp östlich des Hohen Frassen am Abhang nordöstlich des Klesigrats im Marultal (Grosses Walsertal), Gemeinde Nüziders (Vorarlberg), ca. 1300– 1950 m ü.M., Gesamtfläche 176,2 ha, davon 81,9 ha Wald und 59 ha produktive Weidefläche. Tiefensee-Klesi ist Eigentum einer liechtensteinischen Genossenschaft (2007 14 Mitglieder); die 34 Weiderechte können gemäss Statuten nur in Eschen, Gamprin oder Ruggell wohnhafte Landwirte erwerben.

Die um 1640 erstmals urkundlich erwähnte Alp umfasst die Unteralp Tiefensee (Hirtenhütte mit Stall, 1457 m ü.M., Jagdhütte) und die Oberalp Klesi (Alpgebäude mit Stall, 1765 m ü.M.). Nach dem Erwerb von Weiderechten durch die Eschner Familien Strub und Marxer 1821 befand sich wiederholt eine grössere Anzahl Weiderechte auf Tiefensee-Klesi im Eigentum von Bauern aus dem liechtensteinischen Unterland. 1890 gehörte «das Alpelin ob Tiefensee» Josef Büchel (Ruggell), Lorenz Kind (Bendern) und Josef Batliner (Eschen). 1907 (28 Weiderechte) und 1913 (sechs Weiderechte) gelangte die Alp ins Eigentum der heutigen, rechtlich erst 1981 gegründeten Genossenschaft.

Bis ca. 1940 Kuhalp, seither Galtalp. Seit 1997 ist die max. Bestossung auf 45 Grossvieheinheiten festgelegt. 2007 wurden auf Tiefensee-Klesi 69 Rinder aus Eschen und Ruggell gesömmert. Das alpeigene Jagdrevier wird verpachtet. Der Holzbestand ist Eigentum der Gemeinde Nüziders, die Alp besitzt jedoch ein Holzbezugsrecht für den Eigenbedarf.

Archive

AHLFL.

Literatur

W. Vogt: Alpen in Nüziders, in: Gemeindebuch Nüziders, 1994, 157–159; Vorarlbergisches Flurnamenbuch I/1, 1970, 35, 48; E. Elkuch: Die Unterländer Alpen in Vorarlberg, in: Bergheimat 1999, 25–39; A. Marxer, J. Oehry: Die Unterländer Alpen in Vorarlberg, in: Eintracht 38 (2005), 9–28.

Zitierweise

Johann Oehry, «Tiefensee-Klesi», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Tiefensee-Klesi, abgerufen am 17.2.2019.