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Toggenburg, von

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Autor: Mathias Bugg | Stand: 31.12.2011

Adelsgeschlecht, das vom 11. bis 15. Jahrhundert das politische Geschehen vom ostschweizerischen Mittelland über Liechtenstein bis Vorarlberg und vom Bodensee bis Graubünden entscheidend prägte. Die Ursprünge sind sowohl genealogisch als auch geografisch nicht restlos geklärt, die erste Erwähnung im Jahr 1030 ist unsicher. Ab 1209 wurden die von Toggenburg als Grafen bezeichnet.

Im 13. Jahrhundert befanden sich die von Toggenburg in offenem Gegensatz zum Kloster St. Gallen. Trotzdem gelang es ihnen, ihre Herrschaft zu intensivieren, Städte zu fördern oder zu gründen (Wil, Lichtensteig, Uznach) und eine kleine, schlagkräftige ritterliche Gefolgschaft aufzubauen. Im 14. Jahrhundert und 15. Jahrhundert vollzogen die Grafen von Toggenburg eine erstaunliche Ausweitung ihrer Herrschaftsrechte: diese reichten nun von der Albula (GR) bis Rapperswil, von Bülach und Erlenbach über Kyburg und Wil bis Feldkirch und links und rechts des Rheins bis zum Bodensee. Hintergrund dafür bildeten das kontinuierlich ausgebaute Militärunternehmertum und eine geschickte Finanzbewirtschaftung. Mit Friedrich VII., einer markanten Persönlichkeit des Spätmittelalters, starben die von Toggenburg 1436 aus. Der Streit um sein Erbe löste den Alten Zürichkrieg aus.

Literatur

GHS 1, 146–153; C. Weber, R. Stäheli: Die Grafen von Toggenburg, 1996; E. Eugster: Die Herren von Toggenburg, in: Wirtschaft und Herrschaft, Hg. Th. Meier, R. Sablonier, 1999, 311–342; E. Eugster: Ostschweizer Adel vom 12. bis zum 15. Jahrhundert, in: Sankt-Galler Geschichte 2, 2003, 103–128.

Zitierweise

Mathias Bugg, «Toggenburg, von», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Toggenburg,_von, abgerufen am 18.2.2019.