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Tschütscher, Klaus

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Autor: Redaktion | Stand: 24.7.2018

Regierungschef. *8.7.1967 Spital Grabs (SG), von Ruggell, wohnhaft in Ruggell. Sohn des technischen Angestellten Werner und der Maria, geb. Matt, drei Geschwister. ⚭ 1) 1.6.1994 Jeanette Eggenberger (*25.1.1963), zwei Kinder, 2) 11.7.2012 Arzu Alanyurt (*16.10.1978), zwei Kinder. 1979–87 Liechtensteinisches Gymnasium in Vaduz, 1987–93 Studium der Rechtswissenschaften in St. Gallen, 1996 Dr. iur., 2002–04 Nachdiplomstudium des Internationalen Wirtschaftsrechts in Zürich (LL.M). 1995–2005 Leiter des Rechtsdiensts der liechtensteinischen Steuerverwaltung, ab 1996 Amtsleiter-Stellvertreter. Als Mitglied liechtensteinischer Delegationen 1999–2005 beteiligt an den Verhandlungen über ein Rechtshilfeabkommen mit den USA, die OECD-Initiative «Harmful Tax Practices» und ein Zinsbesteuerungsabkommen mit der EU. 1998–2005 nebenamtlicher Dozent an der Hochschule Liechtenstein.

2005–13 Mitglied der liechtensteinischen Regierung (VU): bis 2009 als Regierungschef-Stellvertreter mit den Ressorts Wirtschaft, Justiz und Sport, 2009–13 als Regierungschef mit den Ressorts Präsidium, Finanzen, Familie und Chancengleichheit. 2005–08 Vertreter Liechtensteins im Gouverneursrat der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in London. 2005–13 Mitglied des VU-Präsidiums.

Tschütschers Amtszeit als Regierungschef war geprägt von den Nachwirkungen der Zumwinkel-Affäre (2008) und der dadurch ausgelösten Reform des liechtensteinischen Finanzplatzes in Sinne einer «Weissgeldstrategie» (Finanzdienstleistungen). Weiter fielen in seine Amtszeit unter anderem der Erlass eines neuen Steuergesetzes (2010) und eines Gesetzes über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare (2011), der Beitritt zum Schengen-Raum (2011) sowie eine Regierungs- und Verwaltungsreform (2012). 2009 beschloss die Regierung Tschütscher ein auf fünf Jahre angelegtes Sparprogramm zur Beseitigung des strukturellen Defizits im Staatshaushalt.

Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung gründete Tschütscher 2014 die Beratungsfirma Tschütscher Networks & Expertise AG in Ruggell. Auch übernahm er diverse Verwaltungsratsmandate, unter anderem bei der Swiss Life Holding AG (seit 2013), der Büchel Holding AG in Ruggell (seit 2014), der Grand Resort Bad Ragaz AG (seit 2014), der DMG Mori Schweiz AG (seit 2015) und der responsAbility Investments AG (seit 2017). Seit 2014 ist er Honorarkonsul der Russischen Föderation in Liechtenstein, zudem seit 2016 Vorstandsmitglied von UNICEF Schweiz sowie seit 2018 Mitglied des Universitätsräts der Universität Liechtenstein.

Ehrungen (Auswahl): 2004 Ehrenmitglied des FC Ruggell; 2011 Grosses Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich; 2013 Fürstlicher Rat.

Archive

Archiv des Historischen Lexikons des Fürstentums Liechtenstein (AHLFL).

Quellen

Landtag, Regierung und Gerichte. Bericht des Landtages, Rechenschaftsbericht der Regierung an den Hohen Landtag, Berichte der Gerichte, Landesrechnung 2005–2013, hg. von der Regierung des Fürstentums Liechtenstein, Vaduz 2006–2014.

Literatur

David Beattie: Liechtenstein. Geschichte & Gegenwart, 2., neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Triesen 2015, S. 431–444.

Medien

Treffen von Regierungschef Klaus Tschütscher (links) und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble anlässlich eines Arbeitsbesuchs am 28.9.2010 in Berlin (Information und Kommunikation der Regierung).

Zitierweise

Redaktion, «Tschütscher, Klaus», Stand: 24.7.2018, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Tschütscher,_Klaus, abgerufen am 14.12.2018.

Normdaten

GND: 172984327