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Tschugmell, Fridolin

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Autor: Franz Näscher | Stand: 31.12.2011

Priester, Heimatforscher und Genealoge. *5.9.1896 Triesen, †9.9.1981 Spital Vaduz; katholisch, Österreicher, ab 8.12.1962 von Triesen. Sohn des Lorenz, Obermeister in der Weberei Triesen, und der Fridolina, geb. Keller, zehn Geschwister. 1912–15 und 1918–19 k.k. Staatsgymnasium in Feldkirch, 1915–18 Soldat im Ersten Weltkrieg. 1920–24 Studium der Theologie in Innsbruck und Chur, Priesterweihe am 20.7.1924. 1924–25 Pfarrprovisor und 1925–37 Pfarrer in Mauren, 1937–81 Pfarr-Resignat in Triesen. 1937–51 feierte Tschugmell als «Steg-Pfarrer» den Sonntagsgottesdienst im Steg, 1945–80 als «Schlosskaplan» den täglichen Gottesdienst auf Schloss Vaduz.

Tschugmell war der erste professionelle Genealoge in Liechtenstein und erforschte die Geschlechter der meisten liechtensteinischen Gemeinden. Ab 1931 publizierte er im JBL Auszüge aus seinen genealogischen Arbeiten. Er erstellte Familienbücher oder Stammtafeln für mehrere Gemeinden sowie tabellarische Stammbäume für rund 100 liechtensteinische Familien. Tschugmell ordnete alle Pfarrei- und Gemeindearchive des Lands neu, legte Sammlungen an (z.B. von Hauszeichen) und veröffentlichte mehrere lokalgeschichtliche Arbeiten zu seiner Heimatgemeinde Triesen. In den 1920er und 30er Jahren dokumentierte Tschugmell Einwohner und Dorfleben von Mauren fotografisch. 1937 silbernes, 1957 goldenes fürstl. liecht. Verdienstzeichen; 1969 Ehrenmitglied des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein.

Archive

Nachlass im LI LA, AHVFL und GAM.

Werkauswahl

Maurer Geschlechter, 1931; Vaduzer Geschlechter, 1949; Balzner Geschlechter, 1957; Trisner Geschlechter, 1958; Schaaner Geschlechter, 1960; Brände in Trisen, 1974 (mit Werkverz. zu Publikationen über Triesen); «Während der Messe sangen die Granaten», Kriegstagebuch 1915–1918 Dolomiten/Südtirol, Hg. S. Scherrer, 2004.

Literatur

LVbl., 5.9.1996; Näscher: Beiträge 2, 2009, 408f.

Nachrufe

F. Marxer: Fridolin Tschugmell, in: JBL 81 (1981), 7–12; LVa., 19.9.1981; LVbl., 19.9.1981; In Christo, 19.9.1981.

Medien

Pfarr-Resignat Fridolin Tschugmell vor der Kapelle im Steg. Foto: Manfred Wanger, Planken.

Zitierweise

Franz Näscher, «Tschugmell, Fridolin», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Tschugmell,_Fridolin, abgerufen am 18.2.2019.

Normdaten

GND: 111410975