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Völkerwanderung

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Autorin: Gudrun Schnekenburger | Stand: 31.12.2011

Völkerwanderung im engeren Sinn bezeichnet Bewegungen v.a. germanischer Personenverbände, ausgelöst durch das Auftauchen der Hunnen am unteren Don 375 n.Chr. und abgeschlossen mit der Einwanderung der Langobarden in Italien 568 n.Chr. Sie führte zur Auflösung des Römischen Reichs. Das Gebiet Liechtensteins, Teil der römischen Provinz Raetia prima, war im 3.–5. Jahrhundert mehrfach von Überfällen durch das Rheintal ziehender alamannischer Scharen betroffen (Zerstörungen und Schatzfunde). Wiederholt suchte deswegen die einheimische Bevölkerung die Höhenbefestigungen Krüppel, Gutenberg und Lutzengüetle auf. In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts wurde mit der Verstärkung des Rhein-Iller-Donau-Limes das römische Kastell in Schaan gebaut. Das Gebiet Liechtensteins gehörte im Lauf der Völkerwanderung wechselnden Einflussbereichen an: ab dem Ende des 5. Jahrhunderts dem Ostgotenreich, nach 536 dem fränkischen Machtbereich. Im 7. Jahrhundert stand es unter langobardisch-alamannischem Einfluss. Die Archäologie belegt die Kontinuität der romanischen Provinzbevölkerung. Spätestens im 5. Jahrhundert kam es zur Christianisierung. Die Ansiedlung von Alamannen erfolgte erst im 6. Jahrhundert. Das belegen Gräber in der Nähe der alten Siedlungsplätze Eschen und Schaan (→ Alamannenareale).

Literatur

M. Mączyńska: Die Völkerwanderung, 1993; M. Primas et al.: Wartau 1, 2001.

Zitierweise

Gudrun Schnekenburger, «Völkerwanderung», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Völkerwanderung, abgerufen am 21.2.2019.