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Vaduz (Gemeinde)

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Autoren: Ulrike Mayr, Patrick Sele | Stand: 31.12.2011

Einleitung

Politische Gemeinde und Hauptort des Fürstentums Liechtenstein, 5236 Einwohner/innen (2011), 455 m ü.M. (Pfarrkirche). 1175/1200 Faduzes, 1249 vadutz, um 1250 Faduzze. Von 1719 bis ins frühe 19. Jahrhundert auch Markt (Hohen) Liechtenstein.

Das Territorium der Gemeinde Vaduz beinhaltet eine Fläche von 17,284 km². Neben dem die Ortschaft und ihre unmittelbare Umgebung umfassenden Gebiet gibt es sechs Exklaven. Vier Exklaven liegen auf der Rheintalseite. Es handelt sich um das landwirtschaftlich genutzte Vaduzer Riet sowie die Waldparzellen Forst, Rüttistein und Dachsegg. Im Berggebiet befinden sich in zwei Exklaven die Genossenschaftsalpen Pradamee und Hahnenspiel einerseits und Hintervalorsch andererseits. Der höchstgelegene Punkt des Gemeindegebiets ist mit 2150 m ü.M. das Silberhorn, der tiefstgelegene Punkt befindet sich auf 441 m ü.M. im Vaduzer Riet. Das Gemeindegebiet ohne Exklaven grenzt im Süden an die Gemeinde Triesen, im Osten an die Gemeinde Triesenberg, im Norden an die Gemeinde Schaan, im Westen an die schweizerischen Gemeinden Buchs (SG) und Sevelen (SG). Letzte grosse Änderungen des Territoriums erfolgten 1951/52 mittels Gebietsabtausch mit der Gemeinde Schaan.

Naturräumliche Voraussetzungen, Siedlungsstruktur und -entwicklung

Das Dorf Vaduz liegt am Fuss des Westhangs der ca. 2000 m hohen Dreischwesternkette. Der Naturraum ist stark durch Rüfen geprägt, welche die als Wies-, Weide- oder Ackerland genutzten Hanglagen sowie Teile der Siedlung immer wieder bedrohten: die mächtige Möliholzrüfe im Norden und die kleinere Spaniarüfe im Süden des ursprünglichen Siedlungsgebiets. In der Talebene stellte wegen der Überschwemmungsgefahr der Rhein eine Bedrohung dar. Für die Entwicklung des Orts förderlich waren hingegen die am Berghang entspringenden Wasserläufe, welche die Wasserversorgung sicherstellten und für gewerbliche Zwecke genutzt werden konnten. Es sind dies in erster Linie der Altabach und der Mölibach, möglicherweise auch der Spaniabach. Sie werden heute im Siedlungsgebiet unterirdisch geführt. Als für die Ortsentwicklung günstige natürliche Faktoren sind auch die Bodenbeschaffenheit an den Hanglagen und ein besonders warmes und trockenes Lokalklima anzusehen. Diese machen Vaduz zu einem geeigneten Standort für den Weinbau, der hier bis ins ausgehende 19. Jahrhundert ein wichtiger Wirtschaftszweig war.

Die topografischen Verhältnisse liessen zwischen dem Steilhang des Dreischwesternmassivs und der bis ins 19. Jahrhundert überschwemmungsgefährdeten Talebene nur wenige für eine Besiedlung geeignete Flächen übrig. Es waren dies der breit ausfächernde Schuttkegel der Möliholzrüfe, ein sich südlich davon anschliessendes, gegenüber der Talebene leicht erhöhtes, schmales Areal am Fuss des Berghangs sowie ein etwa 100 m darüber liegendes schmales Plateau. Während das letztgenannte Gebiet, auf dem das Schloss Vaduz steht, ausser prähistorischen Siedlungsspuren keine Hinweise auf eine grössere Siedlungstätigkeit enthält, hat sich westlich und nördlich davon das heutige Vaduz entwickelt, und zwar aus drei Wurzeln: einem herrschaftlichen Zentrum, das sich ungefähr mit dem Gebiet des heutigen Regierungsviertels deckt, der bäuerlichen Siedlung mit den Dorfteilen Unterdorf (Städtli), Altabach, Metteldorf und Oberdorf und schliesslich, abgetrennt vom übrigen Siedlungsgebiet, dem am Mölibach gelegenen Mühleholz (Möliholz).

In der ursprünglichen Siedlungsstruktur reihten sich die Häuser im Regierungsviertel und im Städtli entlang der Landstrasse, diejenigen im Altabach, im Metteldorf und im Oberdorf entlang der durch die Rebgelände führenden Flurstrassen. Seit den 1860er Jahren dehnt sich Vaduz über das ursprüngliche Siedlungsgebiet hinaus aus. Ab 1926 entstand nordöstlich des Oberdorfs ein Villenviertel. Im Lauf des 20. Jahrhunderts wuchsen die ursprünglich getrennten Siedlungsteile zusammen. Eine starke Ausdehnung hat Vaduz in Richtung Süden und Südwesten erfahren. Nach Osten hin verhindert der steil ansteigende Berghang den Ausbau.

Standorteigenschaften

Vaduz liegt an einer seit römischer Zeit belegten Transitroute vom Bodensee über die Alpen nach Italien. Die topografischen Gegebenheiten liessen nur das Schlossplateau oder dessen Hangfuss als Route zu. Der Verlauf der römerzeitlichen Strasse ist nicht bekannt. Seit dem Hochmittelalter ist der Verlauf der Reichsstrasse durch das heutige Städtli nachweisbar. Die Überquerung des Rheins war bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts nur mittels Fähre möglich; seit 1871 besteht eine Brückenverbindung. Trotz wiederholter Versuche gelang es nicht, Vaduz an das Eisenbahnnetz anzuschliessen.

Spätestens seit dem 14. Jahrhundert besitzt Vaduz als Gerichtsort und Verwaltungssitz zentralörtliche Funktionen. Vom 14. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich hier die wichtigste Zollstätte des Landes (→ Zollwesen). Seit 1592 besitzt Vaduz das Marktrecht.

Auch in anderen Bereichen hat Vaduz eine überlokale Bedeutung: Vaduz ist Schulort mit einer Reihe weiterführender Schulen. Darüber hinaus beherbergt es mehrere Museen und nationale kulturelle Institutionen. Das Landeskrankenhaus macht Vaduz zum einzigen Spitalort Liechtensteins.

Bevölkerung

1784 lag Vaduz unter den liechtensteinischen Dörfern in Bezug auf die Einwohnerzahl an vierter Stelle. 1806 war es das grösste Dorf geworden, bis 1836 war es wieder auf den vierten Platz gefallen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl stark an. Nach 1850 flachte das Bevölkerungswachstum ab. Von den 1840er Jahren bis in die 1920er Jahre wanderten rund 130 in Vaduz wohnhafte Personen in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Von 1890 bis zum Ersten Weltkrieg war Vaduz in Liechtenstein die Gemeinde mit dem zweitstärksten Bevölkerungsanstieg. Nichtsdestotrotz kam es 1921 nach Balzers und Triesenberg erst an dritter Stelle. Von spätestens 1930 bis 1988 war Vaduz wieder die bevölkerungsreichste Gemeinde Liechtensteins. Seither nimmt es nach Schaan den zweiten Platz ein.

Vaduz besitzt unter den liechtensteinischen Gemeinden seit jeher den grössten Anteil der ausländischen oder in anderen liechtensteinischen Gemeinden heimatberechtigten Personen. Neben seinen zentralörtlichen Funktionen sind als weiterer Grund hierfür die guten Beschäftigungsmöglichkeiten zu nennen.

Patrick Sele

Ur- und Frühgeschichte

Die ältesten Spuren menschlicher Anwesenheit in Vaduz sind Einzelfunde aus der Frühbronzezeit (22.–16. Jahrhundert v.Chr.): ein Bronzedolch in der Letzi, Keramikfragmente, Tierknochen und ein meisselartiger Bronzebarren aus dem Schwefel; Hinweise auf Siedlungen fehlen. Die Form des Barrens weist auf Beziehungen zum norditalischen Raum hin. Einzigartig ist das frühbronzezeitliche Grab in einer auf etwa 2000 m ü.M. gelegenen Höhle auf der Alp Hahnenspiel. Wieso der Tote dort oben, weitab von jeder Ortschaft, seine letzte Ruhe fand, ist nicht bekannt.

Auch für die mittlere Bronzezeit (15./14. Jahrhundert v.Chr.) fehlen in Vaduz eindeutige Siedlungsspuren. Nur Einzelfunde wie die drei Dolche aus dem Bereich des Schlosses Vaduz und von der Flur Uf Platz zeugen davon, dass in dieser Epoche die geschützten, hochwassersicheren Plateaus über der Talebene aufgesucht und wahrscheinlich besiedelt wurden. Die ansässigen Menschen pflegten enge Beziehungen zu den süddeutsch-schweizerisch-mittelländischen Kulturkreisen wie auch zur inneralpinen Bronzekultur.

Die Verbindungen zur Urnenfelderkultur des nördlichen Alpenvorlands und zur Laugen-Melaun-Kultur des inneralpinen Raums blieben auch während der späten Bronzezeit (13.–9. Jahrhundert v.Chr.) bestehen. Schmuck und Keramik weisen auf eine Siedlung auf der Schlossterrasse hin. Eine weitere Siedlung ist auf der geschützten Höhenkuppe des Dachseck (ca. 900 m ü.M.) anzunehmen. Wieweit Einzelfunde aus der Rheinebene im Bereich der St. Florinsgasse, von den Plateaus Uf Platz und Schwefel oder von den Hangterrassen im Oberdorf ebenfalls auf bewohnte Gebiete oder nur auf sporadische Begehungen hinweisen, können erst neue Funde und Befunde zeigen.

Die Gräber der Spätbronzezeit liegen in Vaduz abseits der vermuteten Siedlungsplätze. Ein im Iraggell gefundenes Gefäss und ein Bronzemesser des 13./12. Jahrhunderts v.Chr. weisen möglicherweise auf unerkannte Brandgräber der Spätbronzezeit hin. Das Bronzemesser stammt aus dem ostalpinen Raum. Das Brandgrab auf dem Runden Büchel wurde im 9. Jahrhundert v.Chr. angelegt. Vielleicht gehören die Scherben und verzierten Tonspulen aus der Herrengasse ebenfalls zu Bestattungen.

In der Eisenzeit lässt sich zwischen dem 6. und dem 3. Jahrhundert v.Chr. vom Hinterrhein bis nahezu an den Bodensee eine eigenständige Kultur fassen – die Alpenrheintalgruppe. Sie entwickelte sich aufgrund von Einflüssen aus den rätisch-inneralpinen und den keltisch-nordalpinen Kulturkreisen. Vielleicht gab es in dieser Zeit eine Siedlung auf dem Schlossplateau, wie Funde andeuten. Ab dem 2. Jahrhundert v.Chr. verstärkte sich der keltische Einfluss aus dem nordalpinen Raum (Importe von Grafittonkeramik und Schmuck).

Aus der frühen Römerzeit sind in Vaduz bisher nur Einzelfunde bekannt: eine Münze des Kaisers Vespasian aus dem Bockwingert und eine Gemme von der St. Florinsgasse, beide aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. Auf dem Schlossplateau wurde im 4. Jahrhundert n.Chr. ein Körpergrab angelegt; der Tote erhielt eine Zwiebelknopffibel als Grabbeigabe. Gebäudereste dieser Zeitstellung sind aus dem Ortsgebiet nicht bekannt, genauso wenig wie Funde oder Befunde aus den nachfolgenden Jahrhunderten.

Ulrike Mayr

Mittelalter bis frühes 19. Jahrhundert

Der Ursprung der Siedlung

Der Ursprung der Siedlung liegt im Dunkeln. Die früheste urkundliche Erwähnung 1175/1200 gibt als späteste Entstehungszeit das Hochmittelalter vor. Dass es sich um eine verhältnismässig junge, ursprünglich nicht selbständige Siedlung handelt, macht die Tatsache deutlich, dass Vaduz kirchlich bis 1842 zu Schaan gehörte. Der Umstand, dass im letzten Viertel des ersten Jahrtausends ein Sakralbau bestand, deutet darauf hin, dass die Entstehung eher in die früh- als in die hochmittelalterliche Zeit fällt. Dies macht auch die Namenkunde wahrscheinlich. Der Ursprung des Ortsnamens ist zwar unbekannt, es spricht aber vieles dafür, dass er auf das alträtoromanische *avadutg zurückgeht, das mit dem lateinischen aquaeductus (Wasserleitung) verwandt ist und so viel wie «Wassergraben», «Kanal für Mühlen oder Sägereien» oder «Mühlgerinne» bedeutet. Eine andere Deutung, die den Ortsnamen vom lateinischen vadum (Furt) herleitet, ist aus sprachwissenschaftlicher Sicht unwahrscheinlich. Sprachwissenschaftliche Erwägungen sind es auch, die als Entstehungszeit eher das Früh- als das Hochmittelalter wahrscheinlich machen, denn damit sich ein romanischer Ortsname konsolidieren konnte, durfte dessen Entstehung zeitlich nicht zu nahe am romanisch-deutschen Sprachwechsel im Hochmittelalter liegen.

Die Benennung bezog sich ursprünglich wohl nicht primär auf ein Dorf, sondern auf eine mit Wasserkraft betriebene gewerbliche Anlage. Als Standorte für eine solche Anlage kommen am ehesten der Mölibach, der Altabach oder der Spaniabach infrage.

Herrschaftliche Verhältnisse

Das 1175/1200 entstandene älteste Schriftstück, in dem Vaduz genannt ist, gibt uns einen Hinweis auf herrschaftliche Verhältnisse. Darin ist von den Eigenleuten des Ulrich von Sax, Domherr in Chur, in Vaduz die Rede. Die Grafen von Sax-Misox sind noch 1436 als Inhaber von Gütern und Rechten in Vaduz genannt. Wenig bekannt ist über die im 13. und 14. Jahrhundert erwähnten Herren von Schalun, die Besitzer der nordöstlich von Vaduz gelegenen Burg Schalun. 1322 verpfändete Graf Rudolf von Werdenberg-Sargans seine Burg, seinen Besitz und seine Leute in Vaduz für ein Darlehen. Das hier erstmals erwähnte Schloss Vaduz wurde in der Folge zum Sitz derjenigen Adelsgeschlechter, die ein sich im Spätmittelalter ausbildendes Territorium beherrschten, aus dem sich das heutige Liechtenstein entwickelte. Ausgangspunkt für diese Entwicklung war ein am 3.5.1342 verfasster Teilungsvertrag zwischen den beiden Brüdern Hartmann und Rudolf von Werdenberg-Sargans, der zur Entstehung der Grafschaft Vaduz führte. Der in der Folge in Vaduz ansässige Zweig des Geschlechts waren die Grafen von Werdenberg-Sargans-Vaduz. Diesen folgten als Besitzer von Schloss Vaduz und Inhaber der dazugehörigen herrschaftlichen Rechte 1416 die Freiherren von Brandis, 1510 die Grafen von Sulz, 1613 die Grafen von Hohenems und 1712 die Fürsten von Liechtenstein.

Auch Klöster besassen im Mittelalter Güter und Rechte in Vaduz: 1249 ist das Kloster Bregenz als Besitzerin von Häusern, Böden und Gefällen genannt, um 1340 das Kloster Mehrerau bei Bregenz als Bezügerin von Einkünften aus Vaduz.

1314 erscheint Vaduz erstmals als Ausstellungsort für eine Urkunde. Darin ist ein «Ammann von Vaduz» erwähnt. Der Umstand, dass im benachbarten Vorarlberg Ammänner jeweils in Gerichtsbezirken wohnhaft waren, macht es wahrscheinlich, dass Vaduz um diese Zeit bereits Gerichtsort war. Als in der Grafschaft Vaduz tätige Ammänner sind im 14. Jahrhundert Ulrich von der Lachen und Hans von Unterwegen genannt. 1363 sass Ulrich von der Lachen in Vaduz zu Gericht, und 1392 ist Vaduz wiederum als Gerichtsort genannt. In einem 1394 geschlossenen Vertrag über strittige Gerechtsame am Eschnerberg wurde ausbedungen, dass dort sesshafte Verbrecher und Totschläger in Vaduz abgeurteilt werden sollten. Ab 1402 hatten die Grafen von Werdenberg-Sargans-Vaduz die Gerichtsbarkeit über alle Verbrecher auf dem Eschnerberg inne, deren Taten an Leib und Leben zu strafen waren. Als Gerichtsstätte erscheint im 15. Jahrhundert das Äuli, wo 1452, 1458 und 1460 Gerichtstage belegt sind. Später wurde die Gerichtsversammlung bei der Gerichtslinde nahe der heutigen Pfarrkirche abgehalten. Spätestens ab dem Ende des 15. Jahrhunderts trat als Gerichtsvorsitzender an die Stelle des aus dem niederen Adel stammenden Ammanns der der bäuerlichen Bevölkerung entstammende Landammann, welcher der Gerichtsgemeinde vorstand. Die Richtstätte für die Vollstreckung der Todesurteile und der Körperstrafen befand sich zwischen Vaduz und Triesen an der Landstrasse. Im Spätmittelalter waren die Vaistli in Vaduz als Dienstleute und als Notare tätig. Sie besassen in Vaduz umfangreiche Güter und errichteten den Vaistli-Hof, das heutige Rote Haus.

Im Gebiet des heutigen Regierungsviertels entstanden Gebäude für die herrschaftliche Verwaltung. Es waren dies die um 1600 errichtete Landvogtei, das heutige Verweserhaus, und das Mitte des 16. Jahrhunderts gebaute Rentamthaus, das heutige Rheinbergerhaus. Mit der Verwaltung betraut war das Oberamt.

Auf dem Schloss Vaduz gab es eine Militärmannschaft. Bereits aus dem Jahr 1338 ist ein Hinweis auf einen vom Besitzer des Schlosses eingesetzten Burgmann oder Burgvogt überliefert. Um 1600 beherbergte das Schloss eine Schlosskompanie, welche aus einem Burgvogt, zwei Turmwärtern, zwei Torwärtern, einem Kellner, einem Marstaller, einem Schlosshauptmann, einem Wachtmeister und Fähnrich mit ihren Untergebenen bestand. Zudem war es mit 15 grösseren und kleineren Geschützen ausgestattet. Des Weiteren befand sich beim Schloss ein Schiess- und Exerzierplatz. Dieser diente seit dem 17. Jahrhundert als Übungsplatz für die Militärformation der Grafschaft Vaduz, die Landwehr, welche aus den männlichen waffenfähigen Untertanen bestand, die mindestens 16 Jahre alt waren. Nach der Entstehung des Fürstentums Liechtenstein 1719 wurde verfügt, dass ein Kontingent von 20 Mann auf dem Schloss zu stationieren sei. Zusätzlich war für das Reichsheer des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation ein Kontingent von fünf Mann in Friedens- und acht Mann in Kriegszeiten zu stellen.

Im frühen 17. Jahrhundert gehörten dem Landesherrn in und um Vaduz das Schloss, ein Weiher, Wälder, Weingärten, Baum- und Krautgärten, Wiesen, Amtsgebäude, Wohngebäude, eine Weinpresse, Scheunen und Ställe. Dazu kamen die Fliessgewässer: der für die Fischerei genutzte «Kalt giessen» und der Mölibach mit den durch seine Wasserkraft betriebenen Werken, namentlich zwei Mühlen und eine Hammerschmiede. Ob eine 1322 erwähnte Mühle am Mölibach stand, ist nicht bekannt. Zu vermuten ist dies für eine um 842 im churrätischen Reichsgutsurbar erwähnte Mühle. Die Einwohner von Vaduz durften zusammen mit anderen Untertanen der Landesherrschaft bis 1837 ihr Getreide nur in den herrschaftlichen Mühlen im Möliholz mahlen lassen.

Die Bevölkerung hatte Fronen zu leisten: Jeder «haushabliche», d.h. ortsansässige und damit alle Rechte eines Dorfbewohners besitzende Einwohner von Vaduz und Schaan hatte die Pflicht, ein Fuder Mist und Rebstickel zum herrschaftlichen Weingarten in Vaduz zu führen, dort während zwei Tagen im Jahr zu hauen und zu «gruben» und den aus den Trauben dieses Weingartens gepressten Rebensaft auf das Schloss zu transportieren. Der gemeine Mann, d.h. der zugezogene Dorfbewohner mit eingeschränkten Rechten, hatte die Pflicht, im herrschaftlichen Weingarten während eines Tages im Jahr zu hauen und zu «gruben». Des Weiteren hatten die Leute von Vaduz und Schaan auf einigen beim Schloss gelegenen Gütern jährlich drei Tage lang zu pflügen, zu hauen und zu «bauen». Sie mussten auch in der Au Gras mähen, heuen und das Heu in den Heuschober bringen. Schliesslich waren sie verpflichtet, das für den Betrieb der herrschaftlichen Mühlen benötigte Brennholz zu schlagen und dorthin zu führen. Als Gegenleistung für die Fronen hatte die Herrschaft die Fronenden zu verpflegen und die Tiere zu füttern.

Weinbau, Gasthöfe, Durchgangsverkehr, Marktwesen

Der erste urkundliche Hinweis auf den Weinbau fällt in das Jahr 1249: Papst Innozenz IV. nimmt das Kloster Bregenz und dessen Besitz, darunter ein Rebgut in Vaduz, in seinen Schutz. 1302 hinterlässt Ulrich Trisner, Kanoniker der Kirche in Chur, derselben 4 mailändische Lire (etwa 1400 Gramm Silber) von einem Rebgut in Vaduz. Zu den 1322 von Graf Rudolf von Werdenberg-Sargans verpfändeten Gütern gehörte auch der Bockweingarten. Dieses grösste Rebgelände blieb im Besitz der jeweiligen Landesherren und fiel 1712 an die Fürsten von Liechtenstein, denen er heute noch gehört. Benannt ist er nach der Feldkircher Patrizierfamilie Bock, die ihn vermutlich längere Zeit als Pfand besass. Spätestens ab dem frühen 17. Jahrhundert war auch der ursprünglich den Vaistli gehörende Mareeweingarten herrschaftlich. Ebenfalls nach einer Feldkircher Patrizierfamilie, nämlich den Stöckli, ist der Stöcklerweingarten benannt. Auf diesem Rebgelände befindet sich heute der Gasthof «Löwen», dessen Kernbau um 1380 entstand. Ein weiteres grösseres Rebgelände ist der ursprünglich den Vaistli gehörende Abtsweingarten. Dieser ging wie die anderen Güter der Vaistli in Vaduz um 1500 an die Familie Litscher über. Jedoch schon 1525 verkaufte Josef Litscher die Güter an das Kloster St. Johann im Thurtal. Nach der Aufhebung des Klosters 1806 fielen sie an den Kanton St. Gallen, der sie bis 1807 besass. Neben diesen grösseren, geistlichen und weltlichen Grundherren gehörenden Weinbergen gab es auch kleinere. Der Weinbau bildete für die wenigen Hausstätten von Vaduz sicher eine Haupteinnahmequelle.

Für die Bearbeitung des Bockweingartens wäre die Fronarbeit allein nicht ausreichend gewesen. Der Weingarten wurde in einzelne, jeweils an einen Winzer vergebene Abschnitte aufgeteilt. Gemäss einer Weinbauordnung aus dem frühen 16. Jahrhundert bekamen die Winzer als Lohn jährlich 4 Pfund Pfennig, 1 Scheffel Weizen und dazu einige Güter als Lehen.

Das Pressen des Rebensafts fand in den Torkeln statt. Der älteste Hinweis auf eine solche Kelter findet sich in einer Erbteilungsurkunde des Johann Vaistli und seiner Schwester Margarethe vom 13.1.1385, in welcher «vnser torggel ze Vadutzz» genannt wird.

Die dominierende Rebsorte war während Jahrhunderten der für Weisswein angebaute weisse Elbing. Diese Rebsorte ist sehr ertragreich und zeichnet sich durch einen hohen Saft-, aber niedrigen Zuckergehalt aus. Im 17. Jahrhundert kam die blaue Burgundertraube auf, die zwar weniger ertragreich ist als der weisse Elbing, aber einen höheren Zuckergehalt aufweist und Rotweine besserer Qualität ergibt. Dies veranlasste die Obrigkeit im 18. Jahrhundert, dafür zu sorgen, dass in den herrschaftlichen Weingärten vermehrt diese Rebsorte angebaut wurde. 1809 war im Bockweingarten der Ertrag an rotem Weinmost mit 443,76 Litern fast vier Mal höher als derjenige an weissem, der 113,52 Liter betrug.

Einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor bildete auch der Warenverkehr auf der Durchgangsstrasse. 1360 ist erstmals die herrschaftliche Zollstätte von Vaduz erwähnt; die Einnahmen flossen dem Inhaber der Burg Vaduz und der dazugehörigen Güter und Rechte zu. In einem Mailänder Verzeichnis der Transportkosten für Wollballen von 1390 ist als Station der Wegstrecke vom Bodensee nach Chur u.a. Vaduz aufgeführt. Vom Durchgangsverkehr profitierten auch Gasthöfe. Neben dem bereits erwähnten «Löwen» war es die herrschaftliche Taverne, deren Baugeschichte sich bis 1438 zurückverfolgen lässt. Seit dem 18. Jahrhundert ist der Gasthof «Engel» nachweisbar, der sich an der Stelle des gleichnamigen heutigen Hotels im Städtli befand.

Eine weitere mit dem Durchgangsverkehr zusammenhängende Einnahmequelle bildete für die Dorfbevölkerung das Rodfuhrwesen. Der Warentransport auf der Durchgangsstrasse durfte nicht von den durchziehenden Kaufleuten vorgenommen werden, sondern war im Strassenabschnitt zwischen Balzers und Schaan den in diesem Bereich wohnhaften Hofstelleninhabern vorbehalten, die über Fuhrwerke und Zugtiere verfügten.

1592 erhielt Vaduz von Kaiser Rudolf II. das Marktrecht. Der erste nachweisbare Markt in Vaduz ist ein 1720 eingerichteter Wochenviehmarkt. Die Konkurrenz von Märkten in der Nachbarschaft wirkte sich jedoch hemmend auf das Marktwesen aus. So musste der Wochenmarkt in Vaduz 1749, 1792 und 1808 jeweils wieder neu eingerichtet werden.

Nachbarschaft, Dorfgemeinde

Im Spätmittelalter kam es zur Gemeindebildung. Die in einer Nachbarschaft zusammengefassten Bewohner eines Dorfs oder manchmal auch mehrerer Dörfer schlossen sich zu einer Gemeinde zusammen, die als eigene Rechtsperson Verträge schloss, Prozesse führte und Regelungen zur Nutzung der natürlichen Lebensgrundlagen formulierte. Diese Regelungen betrafen die gemeinsam, d.h. von allen Mitgliedern der Gemeinde genutzten Teile des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens, nämlich die Allmende, die Auwälder, die übrigen Gemeindewälder und die Alpen (→ Alpwirtschaft). Diese machten den grössten Teil des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens aus; Privatbesitz gab es nur unmittelbar bei den Hofstätten. Vaduz bildete zusammen mit den Dörfern Schaan und Planken eine Gemeinde. Da Planken mit Vaduz und Schaan nur einige Wald- und Weideflächen gemeinsam hatte, erscheinen in der urkundlichen Überlieferung meist nur Vaduz und Schaan als Gemeinde. So ist z.B. 1740 von der «gemaindt vaduz und schan» die Rede.

Die Gemeindefunktionäre hiessen «Vorgesetzte der Gemeinde». Zu diesen gehörten der für das Armenwesen zuständige «Spendvogt», der «Waldvogt», der «Genosvogt» oder der «Alpvogt», ferner die «Geschworenen», welche die Aufsicht über die Wege, die Rheinschutzarbeiten oder den Gemeindebesitz führten. Bei Verträgen und wichtigen Entscheidungen erscheinen in der Liste der Unterschreibenden auch Männer, die neben ihren Namen den Zusatz «des Gerichts» oder seltener «Richter» schrieben. Es könnte sich dabei um die aus dem Dorf stammenden Mitglieder der Gerichtsgemeinde der Grafschaft Vaduz gehandelt haben.

Die frühesten Hinweise auf die Gemeindebildung stammen aus dem 14. Jahrhundert: 1355 belehnten die Schaaner und Vaduzer einige Walser mit einem Teil der Alp Malbun, mit dem Gamswald und der Alp Bärgi, 1361 kauften sie die Alp Guschg. Ab dem 15. Jahrhundert erscheint Vaduz-Schaan als Partei in Grenz- und Nutzungsstreitigkeiten: Gegenparteien waren diesseits des Rheins Eschen-Bendern (1422, 1481, 1790), Triesen (1514, 1516, 1602), Triesenberg (1516, 1569, 1589, 1592, 1643) und Leute vom Eschnerberg (1626). Mit den beiden Dörfern Buchs und Sevelen jenseits des Rheins kam es in dieser Zeit zu Auseinandersetzungen wegen der Grenzziehung und wegen Schäden, die durch Rheinschutzbauten entstanden waren, welche die Strömung des Flusses an das gegenüberliegende Ufer lenkten. Wegen Schäden durch Rheinschutzbauten kam es 1599 und 1638 auch mit der Gemeinde Triesen zu Auseinandersetzungen. Innerhalb der Gemeinde stand 1510, 1513, 1596, 1605 und 1779 Planken Schaan-Vaduz in Rechtsstreitigkeiten als Partei gegenüber, was auf die Sonderstellung dieses Dorfs innerhalb der Gemeinde hinweist.

1494 und 1513 kam es zwischen den Dörfern Schaan, Vaduz, Triesen und Balzers zu Übereinkünften wegen Steuersachen. In der Übereinkunft von 1494 wurde u.a. beschlossen, falls eines der Dörfer von einer Rheinüberschwemmung oder einem Rüfenniedergang betroffen wäre, bei der Verteilung der Steuerlast diesem Umstand Rechnung zu tragen.

Der Klärung bedurfte auch die Frage, wie der Einkauf auswärtiger in die Gemeinde einheiratender Frauen geregelt werden sollte. Diesbezügliche Regelungen vereinbarten Schaan und Vaduz untereinander (1733), mit Planken (1605, 1733, 1781), mit Triesen (1730, 1733), mit Balzers (1733), mit Triesenberg (1733), mit der Herrschaft Schellenberg (1740, 1759) und mit dem Ausland (1759).

Regelungen zu den von Vaduz und Schaan gemeinsam genutzten Wäldern gab es ab dem frühen 16. Jahrhundert: 1504 bestimmte Freiherr Ludwig von Brandis anlässlich eines Streits zwischen Vaduz und Schaan wegen der Nutzung der Auwälder, dass ein Teil davon zur Sicherung des für den Bau der Rheinschutzbauten benötigten Holzes in Bann zu legen, d.h. der Nutzung zu entziehen sei. 1530 erliess Graf Rudolf von Sulz eine Ordnung über die Bannung der Wälder in Vaduz und Schaan. Weitere Bannordnungen erfolgten 1607, 1642 und 1658. Eine gräfliche Vorschrift von 1633 für die Amtleute und Jäger betraf auch die Waldnutzung. 1559 gaben sich Vaduz und Schaan eine von der Obrigkeit genehmigte Waldordnung, die später im Wesentlichen unverändert bestätigt wurde.

Auch Alpen besassen Vaduz und Schaan gemeinsam. 1615 verkauften die beiden Dörfer den Walsern am Triesenberg Gaflei, 1652 denjenigen Teil des Malbuns, den diese seit 1355 als Erblehen gehabt hatten. Allerdings kam es immer mehr zu einer Aufteilung der Alpen zwischen den beiden Dörfern: Die Alp Malbun war spätestens seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert im alleinigen Nutzungseigentum der Vaduzer. Die Alp Valorsch wurde 1643 zwischen Vaduz und Schaan geteilt. Spätestens um diese Zeit standen die Alpen im Nutzungseigentum von von der Gemeinde losgelösten Alpgenossenschaften.

Wegen des Bevölkerungswachstums war es immer wieder nötig, den gemeinsam genutzten Boden «einzuschlagen», d.h. in einzelne Grundstücke, sogenannte Gemeindeteile, aufzuteilen und diese zur eingeschränkten privaten Nutzung an die Dorfgenossen auszuteilen. Solche «Einschlagungen» erfolgten jeweils entsprechend dem Verhältnis der Anzahl der Bezugsberechtigten in den am betreffenden Gemeinbesitz beteiligten Dörfern. Die «Einschlagungen» liessen bis ins 18. Jahrhundert den Umfang des gemeinsam nutzbaren Bodens schrumpfen, was zu dessen Übernutzung führte. Die Folge war eine Zunahme der Streitigkeiten zwischen den Dörfern Vaduz und Schaan, aber auch innerhalb der Dörfer zwischen denen, die Gemeindeteile besassen, und denen, die keine besassen. Um diese Streitigkeiten zu beseitigen, drängte das Oberamt seit 1791 auf eine Aufteilung des Gemeinbesitzes zwischen Vaduz, Schaan und Planken. 1797 wurde der Gemeinbesitz von Schaan und Vaduz geteilt, wobei Ersteres 146,5 und Letzteres 127 Gemeindeteile erhielt. Bis 1811 wurden auch die von Vaduz, Schaan und Planken gemeinsam genutzten Böden geteilt. Die drei Dörfer besassen nun klar voneinander abgegrenzte Gemeindeterritorien.

Von den Vaduz zugeschlagenen Gütern wurden 1808 nur Auen-, Wiesen- und Riedgebiete privatisiert. Eine Aufteilung des Gemeindewalds unter die Haushaltungen war 1804 von der Mehrheit der Dorfgenossen abgelehnt worden.

Kirche, Brauchtum, Schule

Mit der um 1375 erfolgten Nennung des hl. Florin in einem Güterverzeichnis des Domkapitels Chur haben wir den ersten schriftlichen Hinweis auf die kirchlichen Verhältnisse in Vaduz vor uns. Das dazugehörige Kirchengebäude, die Kapelle St. Florin, ist 1395 erstmals erwähnt. Das Kirchengebäude muss jedoch spätestens um die Mitte des 14. Jahrhunderts bestanden haben, da es als Begräbnisstätte für den 1354 verstorbenen Graf Hartmann III. von Werdenberg-Sargans-Vaduz diente. Archäologische Ausgrabungen lassen es als wahrscheinlich erscheinen, dass bereits im letzten Viertel des ersten Jahrtausends ein einfacher Sakralbau bestand.

Die Kapelle St. Florin war eine reine Herrschaftskapelle. Deren Geistliche, die Hofkapläne, waren ausschliesslich für die Landesherren, deren Familien und Bedienstete tätig. Vaduz gehörte kirchlich bis 1842 zu Schaan; dorthin mussten die Vaduzer zum Gottesdienst gehen, dort wurden sie getauft und beerdigt. Die erste Erwähnung der Kapelle 1395 geschah aus Anlass der Stiftung einer Pfründe. Es war dies die Kaplanei am Marienaltar, einem Nebenaltar der Kapelle. Zu dieser Zeit bestand bereits eine andere Pfründe, die Kaplanei am Florinsaltar, dem Hauptaltar. 1476 kam als weitere Pfründe die Kaplanei am Katharinenaltar, einem weiteren Nebenaltar, hinzu. Diese wurde im 16. Jahrhundert oder in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit der Kaplaneipfründe am Marienaltar vereinigt. Die beiden vereinigten Pfründen bildeten die untere Hofkaplanei, die Pfründe am Florinsaltar bildete die obere Hofkaplanei.

Neben der Kapelle St. Florin gab es auf Schloss Vaduz die heute noch bestehende gotische Annakapelle; deren Ursprünge liegen im Dunkeln. Ebenfalls nach der hl. Anna benannt ist die 1511 gegründete St.-Anna-Bruderschaft, die älteste bekannte Bruderschaft Liechtensteins.

Am Tag der hl. Anna, dem 26. Juli, wurde seit dem 16. Jahrhundert ein Volksfest, die «St.-Anna-Kilbe» gefeiert. Am Morgen fanden die Festpredigt und das Hochamt statt, am Nachmittag versammelten sich die Vaduzer auf der Schlosswiese zu geselligem Beisammensein. Später wurde der Anlass vom Schloss ins Dorf verlegt. Die «St.-Anna-Kilbe» bestand mindestens bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Obwohl Vaduz keine selbständige Pfarrei war, hatte es seit alter Zeit sein eigenes Fronleichnamsfest. Ein besonderes Merkmal war dabei, dass die Prozession durch das Dorf von zwei Schützenkompanien begleitet wurde, die bei bestimmten Gelegenheiten Schüsse in die Luft abgaben. Für ihre Tätigkeit stand den Schützen ein bestimmtes Quantum Wein zu, das sie bis 1804 vom fürstlichen Rentamt, danach von der Gemeinde erhielten. Dies war der Beginn der bis ins 20. Jahrhundert dauernden Tradition des «Gemeindetrunks» für die Mitwirkenden an der Fronleichnamsprozession. Nach 1866 ersetzten Böllerschüsse die Gewehrsalven.

Der Finanzierung von kirchlichen Aufgaben diente der Zehnt. Dieser gelangte trotz kirchlichem Verbot schon früh in weltliche Hände. So war vor 1300 ein Drittel des Schaaner und Vaduzer Zehnten im Besitz der Maienfelder Familie Seger. Als weltliche Inhaber von Zehntrechten in Vaduz erscheinen im Spätmittelalter u.a. die Vaistli, die Freiherren von Brandis und die Grafen von Sax-Misox. Vom Weinzehnten, der einträglichsten Zehntart in Vaduz, erhielten im frühen 17. Jahrhundert die Herren von Ramschwag, Vögte auf Schloss Gutenberg, den 18. Teil. Den Rest teilten sich zu je einem Drittel die Landesherrschaft, die untere Hofkaplanei und die Schaaner Pfarreipfrund. 1721 fiel auch der 18. Teil an die Landesherrschaft. Die Zehnten aus den alten Feldlagen im Quäderli, im Pradafant, im Mettelfeld, im Oberfeld, im Bartlegrosch, im Iratetsch, im Rietle, in der Spania und im Bangarta gingen zu je einem Viertel an die Landesherrschaft und an die Schaaner Pfarreipfrund, zur Hälfte an die untere Hofkaplanei. Einzig der Zehnt im Äuli ging ausschliesslich an die Schaaner Pfarreipfrund. Von den im Rheinüberschwemmungsgebiet gelegenen Feldlagen Altrütti, Neuguet und Au war der «Novalzehnt» abzuliefern, der zu einem Drittel dem fürstlichen Rentamt und zu zwei Dritteln dem Domkapitel Chur zustand. Diese Aufteilung der Zehnten blieb bis zur Ablösung aller Zehnten 1864 im Wesentlichen bestehen.

1617/19 ist erstmals ein Schulhaus, ein bei der Kapelle St. Florin gelegenes Holzhaus, erwähnt. Der 1711 verstorbene Hofkaplan Karl Negele richtete in seinem Testament eine Stiftung von 500 Gulden ein, deren Zins von 25 Gulden der Unterrichtung der Jugend dienen sollte. Mit dem Unterricht betraut werden sollten Abkömmlinge der mit ihm verwandten Vaduzer Familie Wolf, die Aufsicht über die Schule und die Lehrer sollte dem Kaplan der unteren Hofkaplanei übertragen sein. 1790 berichtete der Schulmeister Karl Wolf dem Landvogt, dass neben ihm selbst in Vaduz noch sein Grossvater sowie ein Franz Josef Wolf als Schulmeister tätig seien.

Ereignisgeschichte

1460 plünderten die Eidgenossen während eines Kriegs mit den Habsburgern den Ort. Beraubungen durch die Eidgenossen musste Vaduz auch im Schwabenkrieg 1499 über sich ergehen lassen. Die Eidgenossen plünderten zudem das Schloss und steckten es in Brand. Am 22.8.1499 trieben eidgenössische und bündnerische Kriegsknechte, die in Maienfeld lagerten, den Schaanern, Vaduzern und Triesnern aus deren Alpen 400 Kühe sowie Schafe und Schweine weg.

Auch vom Dreissigjährigen Krieg war Vaduz betroffen: Ende 1620 quartierte Oberst Hans Werner von Raitenau, Kommandant der österreichischen Truppen in Vorarlberg, im Schloss Vaduz Soldaten ein. Dies geschah als Reaktion auf einen Vorstoss zürcherischer Truppen bis nach Maienfeld und auf die St. Luzisteig. Es folgten weitere österreichische Truppen, und 1621 sollen 300 Reiter und 1000 Mann Fussvolk in Vaduz und Schaan gelagert haben. 1622 plünderten Soldaten die an der Strasse nach Feldkirch gelegenen Dörfer, wahrscheinlich auch Vaduz. Im Juni 1629 war in Vaduz eine kaiserliche Reiterkompanie einquartiert. Im Verlauf der Einquartierung schossen die Reiter 150 Stück Vieh nieder, das in die Alpen getrieben werden sollte. Weitere Einquartierungen folgten 1630, als der Hofstaat und die Reiterkompanien des Grafen Collalto nach Schaan und Vaduz verlegt wurden. 1646 mussten Schaan, Vaduz und Planken wie auch andere Orte in der Gegend den von Bregenz bis zur Burg Gutenberg vorgedrungenen schwedischen Truppen zur Abwendung von Plünderungen eine Kontribution von 3000 Gulden zahlen. Dafür nahmen sie bei Rudolf Andreas von Salis in Maienfeld ein Darlehen auf, das erst 1757 abgezahlt sein sollte. Um die drückende Schuldenlast zu erleichtern, verkauften die Schaaner und Vaduzer 1652 den Walsern am Triesenberg einen Teil des Malbuns und den Grosssteg für 760 Gulden.

In dieser Zeit war Vaduz auch von den Hexenverfolgungen betroffen. 1598 erscheint erstmals eine der Hexerei verdächtigte Person aus Vaduz, über deren Schicksal jedoch nichts bekannt ist. Die vermutlich lückenhafte Überlieferung gibt für die Jahre 1648, 1679 und 1680 acht wegen Hexerei hingerichtete Personen aus Vaduz an.

1637 brach bei Triesen nahe der Grenze zu Vaduz der Rhein ein, was eine Klage der Triesner gegen Schaan-Vaduz wegen Vernachlässigung der Rheinschutzbauten zur Folge hatte. 1666 brachte ein Rüfenniedergang das Oberdorf in so grosse Gefahr, dass ein Damm errichtet werden musste. 1712 fand auf dem Platz bei der Gerichtslinde die Huldigung für Fürst Johann Adam I. von Liechtenstein statt, 1718 auf der Schlosswiese eine solche für Fürst Anton Florian von Liechtenstein. Im Zusammenhang mit dem Novalzehntstreit 1719–21 belegte der Bischof von Chur die beiden Kapellen in Vaduz 1720 mit dem Interdikt, d.h. es durften in ihnen keine geistlichen Verrichtungen getätigt werden.

Erneut von militärischen Handlungen war Vaduz während der Koalitionskriege betroffen. 1796 lagerten in Vaduz kaiserliche Koalitionstruppen, 1799–1801 waren in Vaduz kaiserliche Truppen einquartiert.

Patrick Sele

19. bis 21. Jahrhundert

Militär, staatliche politische Institutionen, Gerichte

Der Beitritt Liechtensteins zum Deutschen Bund 1815 beinhaltete die Verpflichtung, ein Militärkontingent zu stellen. Für dieses standen auf den Schlosswiesen ein Schiessstand und Exerzierplätze zur Verfügung. Der Schlossweiher diente als «Militärschwimmschule», das Schloss als Zeughaus und Kaserne. Mit der Auflösung des Militärkontingentes 1868 verlor Vaduz seine Bedeutung als Garnisonsort.

1848 wurde das Oberamt in Regierungsamt umbenannt. Eine Neuorganisation der Regierung brachte die Verfassung von 1862. Gleichzeitig wurde der Landtag eingerichtet. Dieser tagte 1862–67 im Gasthaus «Kirchthaler», dem späteren «Vaduzer Hof», 1868–1905 in einem eigens für diese Institution errichteten Landtagsgebäude. Schon die Vorgängerinstitution, eine 1818 eingeführte Ständeversammlung, hatte Vaduz als Tagungsort. Die Regierung hat heute ihren Sitz im 1903–05 errichteten Regierungsgebäude, der Landtag, der 1905–2007 im Regierungsgebäude tagte, in einem 2008 eröffneten Landtagsgebäude. Seit 1938 ist das Schloss die Residenz des Landesfürsten.

1808 wurden die Gerichtsgemeinde und das damit zusammenhängende Amt des Landammanns aufgelöst. 1818–1922 befand sich von den für Liechtenstein zuständigen Gerichten nur die erste Gerichtsinstanz in Vaduz, nämlich das Landgericht. Die zweite Gerichtsinstanz befand sich in Wien, die dritte in Innsbruck. Seit 1922 befinden sich alle drei Gerichtsinstanzen in Vaduz. Dazu kommen als Gerichtshöfe des öffentlichen Rechts der 1922 eingerichtete Verwaltungsgerichtshof und der 1925 eingerichtete Staatsgerichtshof.

Politische Gemeinde

1809 ist das Geburtsjahr der politischen Gemeinde im heutigen Sinn. Der Vorsteher der Gemeinde, der «Richter», wurde vom Oberamt bestellt und hatte im Zeichen des Absolutismus nur beschränkte Befugnisse. Weitergehende Befugnisse räumte dem Gemeindevorsteher das Gemeindegesetz von 1842 ein. Zusammen mit dem Säckelmeister (Kassier) war ihm die Leitung des Gemeindewesens übertragen. Er wurde nun aus einem Dreiervorschlag der Gemeindeversammlung vom Oberamt ausgewählt und von der fürstlichen Hofkanzlei in Wien bestätigt. 1861 gab ein fürstlicher Erlass den Gemeindevorstehern von Vaduz das Recht, den Titel «Bürgermeister» zu führen.

Das Gemeindegesetz von 1864 brachte den Gemeinden die volle Selbstverwaltung. Es gab den in Vaduz ansässigen liechtensteinischen Landesbürgern männlichen Geschlechts das Recht, in ihrem Wohnort den Gemeinderat in freien Wahlen zu bestimmen. Der Gemeinderat setzte sich bis 1941 aus dem «ständigen Gemeinderat», bestehend aus dem Bürgermeister, dem Gemeindekassier und sieben weiteren Gemeinderäten, sowie aus dem «verstärkten Gemeinderat», bestehend aus dem «ständigen Gemeinderat» sowie sieben weiteren, nur zu bestimmten Geschäften beigezogenen Gemeinderäten zusammen. Ab 1942 gehörte der Gemeindekassier nicht mehr dem Gemeinderat an, weswegen die Zahl der Mitglieder des «ständigen Gemeinderats» um einen Gemeinderat erhöht wurde. 1960–75 setzte sich die Gemeindevertretung aus dem Bürgermeister, einem achtköpfigen «engeren Gemeinderat» und einem aus acht zusätzlichen Mitgliedern bestehenden «erweiterten Gemeinderat» zusammen. 1975 wurde die Einrichtung des nur zu bestimmten Geschäften beigezogenen «erweiterten Gemeinderats» abgeschafft, die Mandatsdauer des Gemeinderats von drei auf vier Jahre erhöht und die Zahl der Gemeinderatsmitglieder auf zwölf festgesetzt. Zudem erfolgte eine Umstellung vom Majorz- auf das Proporzwahlsystem.

Mit dem 1932–33 im Städtli errichteten Rathaus bekam die Gemeindeverwaltung ein repräsentatives Domizil. 1976 stimmten die Vaduzer Stimmbürger mit 315 Ja- gegen 265 Neinstimmen der Einführung des Frauenstimm- und -wahlrechts auf Gemeindeebene zu. Bei der Abstimmung über die Gründung einer Bürgergenossenschaft 2004 ergab sich eine Pattsituation: Während sich die aus den in Vaduz wohnhaften Bürgern der Gemeinde zusammensetzende Bürgergemeinde für eine solche aussprach, lehnte die aus den übrigen in Vaduz wohnhaften liechtensteinischen Bürgern bestehende Gemeindeversammlung diese ab. 2008 entschied der StGH, dass die Regelungskommission des Landes den letztgültigen Entscheid in dieser Angelegenheit fällen müsse. Diese genehmigte 2009 die Vereinbarung von 2004 über die Aufteilung von Bürgerboden mit geringfügigen Anpassungen, sodass 2010 die Bürgergenossenschaft Vaduz gegründet werden konnte.

Seit der Einführung von politischen Parteien in Liechtenstein 1918 dominiert die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP) in Vaduz das politische Leben. Sie hat fast immer den Bürgermeister gestellt. 1995–2007 hatte ein Vertreter der Vaterländischen Union (VU) dieses Amt inne. Mit der Umstellung vom Majorz- auf das Proporzwahlsystem 1975 gewann die VU im Gemeinderat an Gewicht. Seither stellt sie jeweils fünf oder sechs der zwölf Mitglieder. 1983 schaffte es mit einer Kandidatin der VU erstmals eine Frau in den Gemeinderat. 1987–91 gab es zwei Vertreter der Überparteilichen Liste im Gemeinderat, 1991–95 noch einen Vertreter dieser Gruppierung. Seit 1995 gehört jeweils ein Gemeinderatsmitglied der Freien Liste an. Die beiden letztgenannten Parteien gewannen ihre Sitze jeweils auf Kosten der FBP. Seit 1966 publiziert die Gemeinde (mit einem Unterbruch von 1970 bis 1975) ein Informationsblatt zum Gemeindegeschehen. Seit 1978 steht hierfür zusätzlich ein Fernsehkanal zur Verfügung. Seit 2000 hat die Gemeinde Vaduz einen eigenen Internetauftritt.

Verkehrsnetz, Infrastruktur, Ortsplanung

Ab dem frühen 18. Jahrhundert gab es beim Möliholz, ab 1850 zwischen Sevelen und Vaduz eine Fährverbindung; diese machten einer 1870–71 errichteten Rheinbrücke Platz. Der 1900–01 errichtete Nachfolgebau besteht noch heute, der Autoverkehr benutzt jedoch heute eine 1975 eröffnete, neue Brücke. Dorthin führt neben der Zollstrasse seit 2002 die Rheinstrasse, die der Entschärfung der schon seit vielen Jahren prekären Verkehrssituation in Vaduz dienen soll. Richtung Berggebiet entstand 1864–68 die Strasse über Meierhof, Steinord bis Kulm, 1872 die Strasse über Fromahus, Rotaboda bis Gnalp sowie 1925 die Verbindung vom Schloss nach Triesenberg. Seit 1975 steht den Automobilisten im Äuli ein Parkhaus, seit 2000 im Städtli eine unterirdische Parkgarage zur Verfügung. 1976 verwarfen die liechtensteinischen Stimmbürger den Bau einer Ortsumfahrungsstrasse Schaan–Vaduz. 1998 kam es zur Realisierung der seit 1962 bestehenden Bestrebungen, das Städtli autofrei zu machen; die neu gestaltete Fussgängerzone wurde am 28.6.2004 eröffnet.

Seit 1845 gibt es in Vaduz eine Post; das heutige Postgebäude im Städtli wurde 1976 eröffnet. 1869 wurde eine Telegrafenstation eingerichtet. 1886 entstand zwischen einer Spinnerei im Ebaholz und einer Weberei in Triesen die erste Telefonverbindung Liechtensteins. In den 1880er Jahren liess die Spinnerei zum Zweck der fabrikeigenen Stromversorgung unterhalb der Burgruine Schalun den Spoerry-Weiher errichten. 1898 entstand die erste öffentliche Telefonverbindung. 1901–27 versorgte ein gemeindeeigenes Elektrizitätswerk beim Spoerry-Weiher Vaduz mit Strom. 1947–49 errichteten die Liechtensteinischen Kraftwerke im Schwefel ein heute noch in Betrieb stehendes Elektrizitätswerk, das «Saminawerk».

Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts holten die Vaduzer ihr Wasser ausschliesslich von Dorfbrunnen; diese waren in Privatbesitz oder gehörten Brunnengenossenschaften. Erste Pläne für eine zentrale Wasserversorgung datieren in das Jahr 1879. Es war vorgesehen, sämtliche Wasserleitungen zu den Dorfbrunnen mit eisernen Röhren zu versehen und Hydranten zu installieren. Bis 1882 wurde das Projekt in Teilen verwirklicht. Finanzielle Bedenken, aber auch Widerstände von Seiten von Brunnengenossenschaften und Einzelpersonen, die für ihre Brunnen eine Verminderung der Wasserzufuhr befürchteten oder die eine Beteiligung an den Kosten einer allgemeinen Wasserversorgung als unzumutbar betrachteten, führten dazu, dass die erste allgemeine Wasserversorgung in Vaduz erst 1910 verwirklicht wurde. 1930 schloss die Gemeinde einen Vertrag mit der Alpgenossenschaft Vaduz über die Nutzung von Quellen, was 1930–31 den Bau einer Wasserversorgungsleitung aus dem Malbun ermöglichte. Der durch die gestiegene Bevölkerungszahl und die Nachkriegskonjunktur erhöhte Wasserbedarf führte zum Bau eines 1971 in Betrieb genommenen Grundwasserpumpwerks im Neuguet. Der Erschliessung weiterer Grundwasserreserven dient das 1971–73 errichtete Gemeinschaftspumpwerk der Gemeinden Vaduz und Schaan in den Schaaner Wiesen.

Für die Ableitung des Abwassers bestanden noch Mitte des 20. Jahrhunderts nur unzulängliche Vorrichtungen. Diese reinigten das Abwasser nur mangelhaft, gefährdeten das Grundwasser oder funktionierten nach einer gewissen Zeit nicht mehr. Ein erster Schritt hin zu einer modernen Kanalisation war 1948 getan, als ein vom Gemeinderat beauftragtes Geometerbüro ein «Generelles Kanalisationsprojekt» vorlegte. 1959 nahm an der Schaanerstrasse eine Kläranlage den Betrieb auf (Erweiterungsbauten 1969 und 1979 in Betrieb genommen). In vier Etappen wurde 1960, 1962 und 1966 ein Schmutzwasserkanal gebaut. 1978 schloss Vaduz mit dem Abwasserzweckverband Liechtensteiner Unterland, Schaan und Planken einen Vertrag, der es möglich machte, diejenigen Wassermengen, die von der Kläranlage in Vaduz nicht bewältigt werden konnten, der Abwasserreinigungsanlage in Bendern zuzuführen. 1996 ebnete eine Gemeindeabstimmung den definitiven Anschluss von Vaduz an den Abwasserzweckverband Liechtensteiner Unterland, Schaan und Planken. Die nach dem Anschluss nicht mehr benötigte Kläranlage wurde im Juni 2000 ausser Betrieb genommen.

1945 stimmte der Gemeinderat der Erstellung eines Bebauungsplans für Vaduz zu, womit die Ortsplanung in Angriff genommen wurde. 1954 trat ein Zonenplan in Kraft, gemäss welchem das Dorfgebiet in Bauzonen und übriges Gemeindeland eingeteilt war. Die 1973–76 vorgenommene Überarbeitung des Zonenplans basierte auf dem Grundsatz «kontrolliertes Wachstum zugunsten eines schönen Residenzstädtchens in ländlicher Umgebung». Wegen der im neuen Zonenplan vorgesehenen Umzonierung des grössten Teils der Rebareale von Bauland in geschützte Rebzonen kam es zu Einsprachen. Nach der Erledigung dieser Einsprachen trat der neue Zonenplan in leicht abgeänderter Form mit der Genehmigung durch die Regierung am 2.10.1982 in Kraft.

Wirtschaft

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zerfiel das Rodfuhrwesen. Den endgültigen Todesstoss hatte diesem der Bau einer neuen Transitstrasse auf der linken Rheintalseite in den 1820er Jahren versetzt.

Dominierender Wirtschaftszweig war bis weit ins 20. Jahrhundert die Landwirtschaft. Als Viehweiden dienten neben den Alpen v.a. die höher gelegenen Grasflächen, die sich von der Maree bis ins Ebaholz erstreckten. Die heute noch bestehenden Viehprämierungen gehen auf die Verordnung zur Veredelung der Viehzucht von 1845 zurück, die bestimmte, dass in Nendeln und Vaduz Viehausstellungen mit Prämienausteilungen durchzuführen seien. 1861 gab es in Vaduz rund 50 Pferde, 2 Stiere, 58 Ochsen, 207 Kühe, 172 Stück Jungvieh, 91 Schweine, 103 Schafe, 129 Ziegen und 95 Bienenstöcke. Im selben Jahr gab sich die Alpgenossenschaft Vaduz neue Statuten, mit denen sie sich noch stärker von der politischen Gemeinde abgrenzte. 1868 beschlossen die Vieh besitzenden Einwohner der Gemeinde Vaduz, für die Milchverarbeitung eine allgemeine Sennerei einzurichten. Für deren Bau erhielten sie vom Fürsten am Beckagässli einen Bauplatz. Eine neue Sennerei entstand 1943 in der Egertastrasse. Mit der Eröffnung des Milchhofs in Schaan 1974 verlor diese ihre Funktion.

Für den Ackerbau kamen v.a. die tiefer gelegenen Hanglagen und etwas erhöhtes Schwemmland in der Talebene infrage. Hauptsächlich angebaut wurden Mais und Kartoffeln.

Ab den 1930er Jahren büsste die Landwirtschaft massiv an Bedeutung ein. Allein zwischen 1941 und 1950 schrumpfte die Zahl der in diesem Bereich tätigen Einwohner von Vaduz von 139 auf 93, der entsprechende Anteil an der Gesamtzahl der in Vaduz wohnhaften Erwerbstätigen von 16,2 % auf 7,6 %. Nachdem der Landtag 1962 ein Gesetz zur Förderung landwirtschaftlicher Siedlungsbauten beschlossen hatte, kam es mit zusätzlicher Hilfe der Gemeinde zur Verlegung von Höfen aus dem Zentrum in die Landwirtschaftszone an der Peripherie. 2006 gab es in Vaduz sechs hauptberufliche Landwirte und einen Nebenerwerbslandwirt. Fünf landwirtschaftliche Betriebe widmeten sich ausschliesslich der Milchproduktion, auf einem Hof wurde Mutterkuhhaltung betrieben und ein weiterer produzierte Gemüse.

Der 1808 neu eingerichtete Wochenmarkt wurde bis Ende 19. Jahrhundert jeweils in den Monaten November bis Februar gehalten. Der heute noch bestehende Jahrmarkt geht auf das Jahr 1873 zurück. In den letzten Jahren sind in Vaduz einige neue Märkte entstanden, so 1993 der Weihnachtsmarkt, 1995 der Floh- und Trödlermarkt, 2000 der «Buura-Markt» (seit 2004 Wochenmarkt) und 2003 der Ostermarkt.

1808 umfasste die Rebfläche in Vaduz rund 16 ha. Grösster Weingartenbesitzer war die fürstliche Landesherrschaft, gefolgt vom «Löwen»-Wirt Johann Rheinberger, der 1807 die in Liechtenstein gelegenen Güter des ehemaligen Klosters St. Johann im Thurtal erworben hatte. Von den 160 Haushaltungen in Vaduz verfügten 113 über Rebbesitz. Zu den Weingartenbesitzern zählten auch die beiden Hofkaplaneien.

1781 wurden die herrschaftlichen Rebberge auf zehn Jahre für den halben Ertrag an Winzer verpachtet. Dies sollte die Bewirtschaftung der Weingärten effizienter machen, als dies mit der bislang üblichen Bearbeitung durch Lohnarbeiter der Fall gewesen war.

Entsprechende Verträge wurden nach 1781 noch 1790 und 1801 geschlossen, im letztgenannten Jahr allerdings nur noch auf sechs Jahre. Da diese Organisation der Rebarbeiten die Obrigkeit beim Weinabsatz und bei der Bestimmung des Weinpreises stark einschränkte, wurde sie abgeschafft. Es kamen wieder Lohnarbeiter zum Einsatz. 1808 waren im Bockweingarten 40 Lohnarbeiter beschäftigt. 1848 schaffte der Fürst die neben der Lohnarbeit üblichen Frondienste in den herrschaftlichen Weingärten ab.

Im 19. Jahrhundert war der weisse Elbing in Vaduz eine immer noch stark vertretene Rebsorte. Wahrscheinlich entfiel um die Jahrhundertmitte noch annähernd die Hälfte der Weinproduktion auf den Weisswein. Später setzte ein v.a. durch den geringeren Weissweinpreis bedingter Siegeszug der roten Traubensorten ein. 1875 betrug der Anteil des roten Weinmosts 81,1 %, 1946 gar 97,4 % des gesamten Weinmostertrags. In den 1950er und 60er Jahren kam der Anbau der Weissweinsorte Riesling × Sylvaner auf, sodass 1995 der Anteil des aus weissen Trauben gewonnenen Weinmosts wieder 17,6 % des gesamten Weinmostertrags ausmachte.

Von 1850 bis in die 1880er Jahre nahm der Weinbau stetig zu. Dies hatte damit zu tun, dass infolge eines allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs die Einkommen anstiegen, die Bevölkerung wuchs und der Lebensstandard sich hob, was wiederum zu einer Zunahme des Weinkonsums führte. 1865–66 gab es sogar Bemühungen, die Rebfläche in Vaduz auszudehnen. Gemäss diesem Projekt, das nur knapp scheiterte, wären im Ebaholz Reben gepflanzt und jeder Bürgerfamilie eine Parzelle zugeteilt worden.

Ein Grossteil des Rebensaftes ging an die örtlichen Gasthöfe und Schankstuben. Die Weinabsatzgebiete im Ausland waren in erster Linie der Kanton St. Gallen, Vorarlberg und Süddeutschland.

In den 1880er Jahren setzte eine Rebbaukrise ein. Ab 1890 verringerte sich das Rebareal, wenn auch zunächst geringfügig: Bis 1922 war dessen Fläche von ca. 20 auf 18,4 ha geschrumpft. Danach setzte ein starker Rückgang der Rebfläche ein: 1927 betrug sie 13,4 ha, 1942 11,1 ha, 1950 9,3 ha; 1976 waren es dann wieder 9,8 ha. Seit 1982 besteht zum Zweck der Erhaltung des Ortsbildes für den grössten Teil des Rebareals ein auf 99 Jahre befristetes Bauverbot.

Bis zum frühen 19. Jahrhundert hatten die Landesherren die eigenen Wälder grösstenteils an die Gemeindeleute verkauft und das Holzschlagrecht abgetreten. 1815 befand sich auf der Rheintalseite lediglich noch der Schlosswald im Besitz des Landesherrn. Im Berggebiet löste die Alpgenossenschaft Vaduz 1844 die herrschaftlichen Holzschlagrechte im Hintervalorsch, im Malbun und auf dem Hahnenspiel für 600 Gulden ab. 1848 wurden die Wald- und Holzfronen, d.h. die Verpflichtung der Untertanen, zugunsten der Landesherrschaft Holz zu fällen und zu transportieren, abgeschafft.

1864 verkaufte die fürstliche Landesherrschaft ihre beiden Mühlen im Möliholz; der Mühlenbetrieb wurde dort bis 1881 weitergeführt. Im Möliholz gab es ab spätestens 1872 zusätzlich eine Mühle unterhalb der Landstrasse, von 1882 bis in die 1890er Jahre und ab 1914 eine weitere an der Landstrasse. 1920–21 errichtete die Gemeinde Vaduz in der Spania eine Mühle; diese brannte 1948 ab. Spätestens 1965 war in Vaduz keine Mühle mehr in Betrieb.

Von spätestens 1859 bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts wurde ein unterhalb der Flur Uf Platz gelegener Steinbruch genutzt, ab 1868 ein Steinbruch oberhalb der Spania und um 1900 ein Tuffsteinbruch unterhalb Fromahus. In einem weiteren Steinbruch unterhalb der Flur Uf Platz setzte der Abbau in den 1930er Jahren ein und dauerte bis 1943. Keiner dieser Steinbrüche erlangte eine Bedeutung über Vaduz hinaus.

Um 1800 richtete der «Löwen»-Wirt Johann Rheinberger im Möliholz eine Gipsmühle ein; diese war – möglicherweise mit Unterbrüchen – bis 1881 in Betrieb. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde in Vaduz Bier gebraut: 1810–12 besass der Weissküfer Anton Frommelt (1810 zusammen mit dem Glaser Benedikt Huber), 1820–26 der Küfer Anton Rheinberger und 1832–38 ein Magnus Risch eine obrigkeitliche Konzession zur Bierbrauerei. 1854 legte Franz Josef Röckle den Grundstein für einen heute noch bestehenden holzverarbeitenden Betrieb im Möliholz, die «Roeckle AG»; dieser gehörte im frühen 20. Jahrhundert zu den grössten Gewerbebetrieben Liechtensteins. Ab spätestens 1898 bis in die 1920er Jahre versuchten sich einige Einwohner von Vaduz mit der Limonadenherstellung. Ab 1912 betrieb Anton Münzberg im Städtli eine Apotheke. 1923 entstand in Vaduz die erste Druckerei, 1956 die erste Sicherheitsfirma, 1962 das erste grafische Atelier des Landes. Die 1968 eröffnete Galerie Haas im Städtli war die erste Privatgalerie Liechtensteins. 1981 gründeten die Inhaber von im Ortszentrum gelegenen Läden die Interessengemeinschaft «Hoi Vadoz» (seit 2006 Sektionen «Shopping/ Dienstleistungen» und «Gastronomie» der Dachmarke «Treffpunkt Vaduz»). 2005 war das Baugewerbe mit 367 Arbeitsplätzen der bedeutendste Gewerbezweig in Vaduz.

1861 entstand im Möliholz am Mölibach als erste Fabrik Liechtensteins eine Baumwollweberei, um 1865 am selben Wasserlauf eine zweite. Diesen folgte als dritte Fabrik eine 1882–83 im Ebaholz errichtete Baumwollspinnerei, die spätere «Jenny, Spoerry & Cie.». Die Gründer dieser Fabriken stammten aus dem Kanton Zürich. 1912 arbeiteten in diesen Industriebetrieben 396 Personen.

Die wirtschaftlichen Folgen des Ersten Weltkriegs führten bei allen Fabriken in Vaduz zur Schliessung. Die Spinnerei nahm 1921 den Betrieb wieder auf, die Webereien blieben geschlossen. 1924 wurde eine Fabrik für die Herstellung von elektrischen Trockenelementen und Batterien, die «Elektrochemie AG», eingerichtet; der Kleinbetrieb mit vier Beschäftigten musste bereits 1926 schliessen.

1931 nahm im Möliholz eine «Bettfedern-Surrogate- und Bettfedernfabrik» (ab 1936 «Hanauer & Schmidt AG», seit 1963 «Dorbena AG») den Betrieb auf. Diese produziert Bettdecken und -kissen. Die «Hovalwerk AG» im Neuguet ist auf Heiz- und Wärmetechnik spezialisiert. Der Industriebetrieb entwickelte sich in den 1930er Jahren aus einer 1868 gegründeten Schlosserei. Die nahe der Grenze zu Triesen liegende «Lova Anstalt» geht auf ein 1907 gegründetes Möbelgeschäft zurück. Ab den 1940er Jahren produzierte die Firma Polstermöbel. Nach der Einstellung der Möbelproduktion 1993 beschränkte sie sich auf Spezialanfertigungen, Reparaturen und den Grosshandel. 2007 zog sich der Eigentümer aus dem Möbelgeschäft zurück und vermietet das Firmengebäude seither als Businesspark («Lova Center»). Ein weiterer in Vaduz produzierender Industriebetrieb ist die «PAV Präzisionsapparatebau AG Vaduz» an der Schaanerstrasse (seit 1941).

Von den Industriebetrieben, die in Vaduz die Produktion eingestellt haben, gehörten die «Johann Jud AG» (von spätestens 1963 bis 1971 in Vaduz), die «Perkin-Elmer-Censor Anstalt» (1946–93) und die «Forschungsanstalt für Strahlenmesstechnik» (1974–2007 in Vaduz) der Maschinen- und Apparateindustrie an. Die «Schekolin AG» (1937–73 in Vaduz) produzierte in Vaduz Lacke und Farben, die «Neoliza AG» (1945–69) künstliche Zähne. Zu den Haupttätigkeiten der «Gravo-Optic GmbH» (1976–94 in Vaduz) gehörten die Herstellung und der Vertrieb von messtechnischen Produkten. Die «Plissana AG» (1970–96) gehörte dem Textilsektor an. 1993 schloss als letzter Pionierbetrieb des Industriesektors die Spinnerei im Ebaholz ihre Tore.

1965 befanden sich 58,3 % aller Arbeitsplätze in Vaduz im produzierenden Sektor (Handwerk und Industrie), 2005 betrug der entsprechende Anteil nur noch 14,3 %. Der relative Bedeutungsverlust des produzierenden Sektors vollzog sich zugunsten des Dienstleistungssektors.

1861 wurde in Vaduz die erste Bank Liechtensteins, die «Zins- und Credit-Landes-Anstalt im souverainen Fürstenthume Liechtenstein», die heutige «Liechtensteinische Landesbank», eröffnet. 1920 folgte die «Bank in Liechtenstein AG» die heutige «LGT Bank in Liechtenstein», 1956 die «Verwaltungs- und Privat-Bank». Bis 1992 erfolgten keine weiteren Bankgründungen mehr. Vaduz nimmt in Liechtenstein im Bankenwesen eine führende Rolle ein, was sich daran zeigt, dass Ende 2004 von den 15 in Liechtenstein konzessionierten Banken zwölf ihren Sitz in Vaduz hatten und dass bei Letzteren eine Bilanzsumme von 34,2 Mia. Fr. einer solchen von 1 Mia. Fr. bei den übrigen liechtensteinischen Banken gegenüberstand.

Zwischen 1873 und 1919 scheiterten Projekte, in Vaduz eine Spielbank zu errichten. 1925–34 beschäftigte eine britische Lotteriegesellschaft, der «Mutual-Club», in Vaduz einige Arbeitskräfte. Kurz bevor sie wegen der Anwendung des schweizerischen Lotteriegesetzes in Liechtenstein schliessen musste, errichtete sie 1933 im Städtli ein Geschäftsgebäude, den Engländerbau.

1914 gründete der Anwalt und Politiker Wilhelm Beck in Vaduz die erste Anwaltskanzlei Liechtensteins. In den 1920er Jahren legten er, der Anwalt und Politiker Ludwig Marxer sowie der Kaufmann Guido Feger die Grundlage für die Stellung des Orts als international bekanntes Zentrum für den Bereich der Finanzdienstleistungen, der sich in den folgenden Jahrzehnten zum Paradepferd der liechtensteinischen Wirtschaft entwickelte. 2005 gab es in Vaduz in diesem Wirtschaftsbereich 3041 Arbeitsplätze, von denen 1563 auf Banken, Finanz- und Versicherungsinstitute und 1478 auf die Rechtsberatung und das Treuhandwesen fielen. Dass diese zusammen einen Anteil von 36,7 % aller Stellen ausmachten, während es in Liechtenstein insgesamt nur 14,7 % waren, macht die Bedeutung dieses Wirtschaftsbereichs für Vaduz deutlich. Zudem illustrieren diese Angaben die starke Konzentration dieser Branche auf Vaduz.

1875 gründete eine Gruppe von Vaduzern auf Gaflei eine «Molken- und Luftkuranstalt». Diese wurde 1895–98 zu einem Kurhaus ausgebaut. 1895 entstand ein von Vaduz über die Burgruine Schalun nach Gaflei führender Wanderweg. 1955 kam das Kurhaus in den Besitz der Gemeinde Vaduz, 1961 wurde es abgerissen. Die Gemeinde Vaduz errichtete an dieser Stelle einen Hotelneubau, der 1966 eingeweiht wurde; der Hotelbetrieb wurde 1988 eingestellt, das Gebäude 2005 abgebrochen. 1948 und in den 1960er Jahren scheiterten Projekte für den Bau einer Seilbahn zwischen Vaduz und Gaflei.

Die Gemeinde Vaduz besitzt zusammen mit der Gemeinde Schaan die 1977 eröffnete, unmittelbar an der Gemeindegrenze gelegene Jugendherberge in Schaan. 1932 wurde als erster Gastbetrieb der gehobenen Klasse das Waldhotel «Liechtensteiner Hof» im Villenviertel eröffnet (1974 abgebrochen). 2005 gab es in Vaduz neun Hotels mit fast 300 Gästebetten, die 26 794 Übernachtungen verzeichneten.

Spätestens seit dem frühen 20. Jahrhundert werden in Vaduz Ansichtskarten verkauft. 1945 eröffnete Baron Eduard von Falz-Fein im Städtli einen Souvenirladen, 1946 wurde der Verkehrsverein Vaduz gegründet (seit 2001 «Vaduz Tourismus»). Die meisten Vaduz besuchenden Touristen sind Tagestouristen. Seit 1998 steht den Touristenbussen das Busterminal beim Rathaus zur Verfügung.

2005 gab es in Vaduz 8114 Beschäftigte. Von diesen waren nur 1394 (17,2 %) in Vaduz wohnhaft. 3506 Beschäftigte (43,2 %) hatten ihren Wohnsitz in anderen liechtensteinischen Gemeinden, 3214 (39,6 %) im Ausland. Im Jahr 2000 arbeiteten von den 2773 in Vaduz wohnhaften Erwerbstätigen 1548 (55,8 %) in der Wohngemeinde, 781 (28,2 %) in einer anderen liechtensteinischen Gemeinde und 154 (5,6 %) im Ausland. 290 Personen machten keine Angaben zu ihrem Arbeitsort.

Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg fand in Vaduz ein grosser wirtschaftlicher Aufschwung statt. Welches Ausmass dieser hat, lässt sich aus der Entwicklung der Steuereinnahmen ersehen. Zwischen 1945 und 1960 versechsfachten sich diese. Bis 1970 wuchsen sie noch einmal um das Fünffache. 2005 schliesslich waren die Steuereinnahmen 258 Mal höher als 1945.

Gesellschaft, Schule, Kultur

1819 konnte ein neues Schulhaus, ein kleines Holzhaus in der Nähe der Kapelle St. Florin, bezogen werden. 1845 stiftete Theresia Rheinberger, Tochter des «Löwen»-Wirts Johann Rheinberger, zum Zweck der Gründung einer Mädchenschule ein Kapital von 1000 Gulden und ein jährliches Legat von 50 Gulden. 1846 stellte sie im Roten Haus Räume für den Unterricht und für zwei mit dem Unterricht beauftragte Ordensschwestern zur Verfügung. Letztere gehörten der Kongregation der Barmherzigen Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul aus Zams (Tirol) an; die Schwestern aus dem Kloster Zams spielten im schulischen Leben in Vaduz bis weit in das 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle. 1852 schenkte der Arzt Ludwig Grass der Gemeinde zwei im Unterdorf gelegene, alte Häuser mit Grundstücken, damit ein angemessenes Schulhaus errichtet werden könne, was dann auch geschah. 1857 legte er mit einer Stiftung den Grundstein für die 1858 eröffnete «Landesschule», die heutige Realschule Vaduz. Diese war zunächst im Volksschulhaus untergebracht, 1910–60 im ehemaligen Landtagsgebäude. 1961–72 wurde der Schulbetrieb in einem neu errichteten Realschulgebäude im Äuli fortgeführt, und seit 1973 befindet sich die Realschule Vaduz im Schulzentrum Mühleholz.

1967 zog die Volksschule in ein neu errichtetes Schulhaus im Äuli (Neubau 1997 fertiggestellt). Das nicht mehr benötigte Schulhaus aus dem 19. Jahrhundert wurde 1970 abgebrochen. Unmittelbar neben der Volksschule nahm 1973 im ehemaligen Realschulgebäude die Oberschule den Schulbetrieb auf. Neben der Volksschule im Ortszentrum gibt es seit 1938 auch eine solche im Ebaholz (Erweiterungsbauten 1966 und 1977 eingeweiht).

1894 entstand im Städtli der erste Kindergarten; er war im Schulhaus untergebracht. Ein weiterer folgte 1939 im Ebaholz. 1949 wurde der Kindergarten vom Städtli in den früheren «Landesverweserstall» im Äuli verlegt, wo er bis 1970 blieb. 1970 entstand je ein Kindergarten im Bartlegrosch, in der Au und im Haberfeld, ein weiterer folgte 1975 im Schwefel. 1971 öffnete im Haberfeld der Kinderhort seine Tore.

1937 nahm das von einer katholischen Kongregation gegründete «Collegium Marianum», das heutige Liechtensteinische Gymnasium, in der «Villa Blanca» im Äuli den Schulbetrieb auf; seit 1973 befindet es sich zusammen mit der Realschule Vaduz im Schulzentrum Mühleholz. Die Universität Liechtenstein im Ebaholz wurde 1961 als «Abendtechnikum Vaduz» gegründet. Seit 1963 ist in Vaduz der Sitz der Liechtensteinischen Musikschule.

1892 errichtete die Gemeinde Vaduz im Heiligkrüz für die Unterbringung bedürftiger Personen das Armenhaus (später in «Bürgerheim» umbenannt). Unter der Leitung der Schwestern aus dem Kloster Zams entwickelte sich dieses zu einem Krankenhaus. Diesem wurden 1931 und 1970–71 Erweiterungsbauten hinzugefügt. Der gesamte Krankenhausbau machte einem 1981 eröffneten Neubau Platz. Am 1.1.2000 ging die Trägerschaft des Krankenhauses von der Gemeinde Vaduz an das Land Liechtenstein über, das «Krankenhaus Vaduz» wurde zum «Liechtensteinisches Landesspital». 1975 nahm unmittelbar neben dem Spital das Betagtenwohnheim St. Florin seinen Betrieb auf. Dieses musste einem Neubau weichen, der 2009 bezogen wurde.

Das 19. Jahrhundert sah das Aufkommen des Vereinswesens. Bereits in die Zeit vor dem 19. Jahrhundert reichen die Ursprünge des Kirchenchors zu St. Florin zurück, wobei die im 18. Jahrhundert erwähnten «Amtsinger» noch nicht als Verein im heutigen Sinn anzusehen sind. Im 19. Jahrhundert entstanden in Vaduz die folgenden Ortsvereine: 1827 der Schützenverein, 1853 oder in einem der darauffolgenden Jahre ein Männerchor, 1861 der Leseverein, 1863 die Harmoniemusik, 1867 der Männergesangverein «Sängerbund Vaduz», 1896 die Freiwillige Feuerwehr. 2008 waren in Vaduz 95 Vereine tätig.

Zu den Höhepunkten des gesellschaftlichen Lebens in Vaduz gehören regelmässig wiederkehrende Veranstaltungen. Neben dem angeblich auf heidnische Zeiten zurückgehenden «Funkasunntig» zählen hierzu v.a. das «Fürstenfest» mit Feuerwerk am Staatsfeiertag (15. August, seit 1940), der Kinderfasnachtsumzug (seit 1970) und die Freilichtkinoaufführungen (seit 1996). Seit 1940 führt der Verein «Operettenbühne Vaduz» jedes zweite Jahr eine Operette auf. 1993–2002 fand jährlich im Sommer das Pop- und Rockfestival «Little Big One» statt. Ende 19. Jahrhundert war der aus Anlass der Traubenlese durchgeführte «Suuser-Sunntig» einer der wichtigsten Festanlässe, der jedoch im Lauf des 20. Jahrhunderts zunehmend in Vergessenheit geriet. Auch das 1925 erstmals durchgeführte Winzerfest hatte nur eine kurze Lebensdauer. 1981 erlebte der «Suuser-Sunntig» eine Neuauflage, und seit 1999 wird jährlich das Winzerfest durchgeführt. Seit 1985 findet jedes Jahr der «Städtle-Lauf», eine Laufsportveranstaltung, seit 2002 jedes Jahr der Spiel- und Sporttag der Gemeinde Vaduz statt.

Die Gasthäuser als Zentren des geselligen Lebens lagen in der Regel an der Durchgangsstrasse. Eine Gastwirtschaft gab es im 19. Jahrhundert auch auf Schloss Vaduz. Dort wurde jeweils am Tag des hl. Jakobus, am 25. Juli, der «Jakobisonntag», ein bäuerlicher Fest- und Ruhetag, gefeiert. Nach der Schliessung der Schlosswirtschaft 1896 eröffnete der letzte Schlosswirt 1897 im Oberdorf das Gasthaus zum «Schloss», das spätere Hotel «Schlössle».

Die Siedlungsentwicklung und der Ausbau des Verkehrsnetzes liessen auch ausserhalb oder am Rand des ursprünglichen Siedlungsgebiets Gasthäuser entstehen. Der spätestens seit 1909 bestehende Gasthof «Au» in der Au lag bei seiner Entstehung an der Stelle, wo die zur Rheinbrücke führende Zollstrasse von der Landstrasse abzweigte. Der Bau des Restaurants «Grüneck» 1921 war von der irrtümlichen Annahme motiviert, dass das Projekt einer Eisenbahnverbindung zwischen Feldkirch und Sargans realisiert und die neue Bahnlinie an dieser Stelle vorbeiführen würde. In dem sich seit 1887 ausbildenden Quartier Ebaholz entstand 1925 das Gasthaus «Falknis».

Die zunehmende Bedeutung der Freizeit brachte die Entstehung von Sport- und Freizeitanlagen mit sich. Im Äuli gab es 1923–42 ein Schwimmbad, an das heute noch der Name «Badwegli» erinnert. 1929 wurde auf dem Marktplatz im Äuli die erste Turnhalle eingeweiht (1973 abgebrochen). Ab 1932 fanden darin Kinovorführungen statt; Kinovorführungen hatte es schon ab 1924 gegeben. Seit 1944 gibt es ein Kinogebäude an der Äulestrasse (2006 Einstellung des Betriebs). 1934 wurde als Ersatz für einen 1932 eingerichteten Sportplatz ein solcher beim Rheindamm eingerichtet (1997–98 zum Rheinparkstadion ausgebaut). 1957 wurde im Malbun das Vaduzer Jugendheim eingeweiht. 1959 öffnete die als Gemeinschaftsprojekt der beiden Gemeinden Schaan und Vaduz errichtete Freibadanlage Mühleholz ihre Tore (2002–03 umfassend erneuert). Gleich daneben wurde 1979 die von der Gemeinde Vaduz erstellte Tennishalle eröffnet. Seit 1972 besteht im Ebaholz als Quartierzentrum der «Treffpunkt Ebenholz». Für die Durchführung kultureller Anlässe steht seit 1973 im Äuli der Vaduzer Saal, seit 1998 im Ebenholz die Spoerry-Halle zur Verfügung. Als Treffpunkt für Jugendliche entstand 1973 das «Freizeitzentrum» (1994 in «Jugendtreff Camäleon» umbenannt). 2002 wurde im Ebaholz das «Haus der Vereine» eingeweiht. Die Entwicklung zur Freizeitgesellschaft liess eine Reihe örtlicher Sportvereine entstehen, z.B. 1925 den Tennisclub, 1931 den Fussballclub und 1974 den Volleyballclub.

1930 entstand das Postmuseum. 1938–39 sendete von einem eigens hierfür errichteten Gebäude im Haberfeld aus die erste liechtensteinische Radiostation Programme. Spätestens seit 1940 gibt es im Engländerbau Kunstausstellungen. Kunstausstellungen beherbergte auch das 1974 eröffnete Centrum für Kunst und Kommunikation. In den 1980er Jahren scheiterte ein Projekt für ein Kunsthaus für die fürstliche Sammlung. Seit 2000 besteht im Städtli das Kunstmuseum Liechtenstein. 2003 öffnete das Liechtensteinische Landesmuseum nach über zehn Jahren wieder seine Tore; seine Ursprünge reichen bis ins ausgehende 19. Jahrhundert zurück. 1961 entstand als Stiftung des öffentlichen Rechts im Heiligkrüz die Liechtensteinische Landesbibliothek. Seit 2001 befindet sich im Ebaholz das 1993 gegründete Skimuseum. 2003 wurde im Hotel «Schlössle» das Kleintheater «Schlössle-Keller» eröffnet.

Kirche und Religion

1842 endete mit der Umwandlung der unteren Hofkaplanei in eine Kuratie die jahrhundertelange kirchliche Abhängigkeit von Schaan; die obere Hofkaplanei besteht bis heute. 1873 wurde Vaduz eine selbständige Pfarrei. Im selben Jahr wurde die 1869–73 errichtete Pfarrkirche St. Florin eingeweiht. Die für die gestiegene Bevölkerungszahl zu klein gewordene Kapelle St. Florin fiel im folgenden Jahr der Spitzhacke zum Opfer. 1931 war die Glockenweihe für die neu errichtete Kapelle St. Josef im Ebaholz. Für die Durchführung evangelischer Gottesdienste gibt es seit 1956 die evangelisch-lutherische Johanneskirche, seit 1963 die evangelische Kirche Ebaholz. Mit der Einrichtung des Erzbistums Vaduz 1997 wurde die Pfarrkirche zur Kathedrale. Im Jahr 2000 gehörten 75,1 % der in Vaduz lebenden Bevölkerung der römisch-katholischen Kirche an, 10,6 % einer evangelischen Kirche, 4,8 % der muslimischen Glaubensgemeinschaft; 9,6 % gehörten einer anderen Konfession oder Religion an oder bezeichneten sich als konfessionslos.

Ereignisgeschichte

1817 gab es auf dem Erbli oberhalb des Schlosses Vaduz einen Erdrutsch, der eine grosse Fläche Wald zerstörte sowie das Schloss und das Unterdorf bedrohte. 1821 verschüttete die Spaniarüfe die Landstrasse und die oberhalb des Giessas gelegenen Güter. Verheerend war auch ein Rüfenniedergang von 1910. 1999 waren die Schäden wegen guter Verbauungen relativ gering. 1854 und 1859 verursachte die Möliholzrüfe an den herrschaftlichen Mühlen beträchtliche Schäden. Weitere grössere Niedergänge dieser Rüfe waren 1898, 1928, 1936 und 1970 zu verzeichnen.

1846 brach der Rhein oberhalb von Vaduz ein. Er überschwemmte ein Gebiet von über 1000 ha und vernichtete landwirtschaftliche Erträge im Wert von über 100 000 Gulden. Die überschwemmte Fläche erstreckte sich in Vaduz bis an die Landstrasse unterhalb des Schlossfelsens. Weniger schlimm waren die Folgen eines Dammbruchs oberhalb des Neuguetkopfs 1853. Ein Rheineinbruch unterhalb von Vaduz 1855 überschwemmte ungefähr ein gleich grosses Gebiet wie derjenige von 1846. Der Bruch eines Geleitdammes bei Triesen 1888 hatte zur Folge, dass die Ebene zwischen Vaduz und Bendern während einiger Tage unter Wasser stand. 1877 zerstörte ein Feuer in der Herrengasse sechs Häuser und Ställe. 1907 brannten im Altabach 19 Häuser und 21 Ställe nieder.

1842 fand aus Anlass des ersten Besuchs eines Landesfürsten in Liechtenstein auf der Schlosswiese ein Volksfest statt. 1863 wurde die erste Landesausstellung durchgeführt; weitere Landesausstellungen folgten 1895 und 1934. 1912 fand aus Anlass des 200-jährigen Jubiläums des Kaufs der Grafschaft Vaduz durch die Fürsten von Liechtenstein eine Erinnerungsfeier statt. 1956 und 2006 war der Anlass für solche Erinnerungsfeiern die Erlangung der Souveränität 1806. 1929 brachte das Volk dem Fürsten Franz I. die Huldigung entgegen; 1939 geschah dies für Fürst Franz Josef II., 1990 für Fürst Hans-Adam II. 1943 heiratete in Vaduz Fürst Franz Josef II. Georgine Gräfin Wilczek; es war die erste Hochzeit eines Landesfürsten in Liechtenstein.

Patrick Sele

Archive

Liechtensteinisches Landesarchiv, Vaduz (LI LA).

Gemeindearchiv Vaduz (GAV).

Pfarrarchiv Vaduz (PfAV).

Alparchiv Vaduz.

Quellen

Beschäftigungs- und Arbeitsplätzestatistik 2000–.

Statistisches Jahrbuch 1977–.

Die Landesbeschreibung des Landvogts Josef Schuppler aus dem Jahre 1815, hg. von Alois Ospelt, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 75 (1975), S. 190–462.

Amtsblatt Vaduz, 1966– [diverse Titel].

Volkszählung 1930–2000.

Betriebszählung 1929–95.

Gemeinderechnung 1904– [diverse Titel].

Liechtensteinisches Urkundenbuch, Teil I: Von den Anfängen bis zum Tod Bischof Hartmanns von Werdenberg-Sargans-Vaduz 1416, 6 Bände, Vaduz 1948–96 (LUB I/1–6).

Liechtensteinisches Urkundenbuch, Teil II: Die Herrschaftszeit der Freiherren von Brandis (1416–1510) (LUB II digital).

Literatur

Ur- und Frühgeschichte:

Hansjörg Frommelt: Die archäologischen Ausgrabungen im Bereich der abgegangenen Florinskapelle südlich vor dem «Schädlerhaus». Neubauten auf historischem Boden (1872–1874), in: Renovation Schädlerhaus. Archäologische Grabungen St. Florinsgasse, Vaduz , Redaktion: Peter Mündle, hg. vom Hochbauamt Vaduz, Vaduz 1995, S. 25–35.

Jakob Bill: Formgeschichte und Chronologie der eisenzeitlichen Keramik im Fürstentum Liechtenstein und in den angrenzenden Regionen, in: Die Räter/I Reti, Redaktion: Ingrid R. Metzger und Paul Gleirscher, Bozen 1992 (= Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer), S. 337–347.

Jakob Bill: Vaduz «Schloss» Nordrondell. Bronze- und eisenzeitliche Siedlungsreste, mittelalterlicher Befestigungstrakt, in: Ergrabene Geschichte. Die archäologischen Ausgrabungen im Fürstentum Liechtenstein, Vaduz 1985, S. 12–15.

Bernhard Overbeck: Geschichte des Alpenrheintales in römischer Zeit auf Grund der archäologischen Zeugnisse. Teil I: Topographie, Fundvorlage und historische Auswertung, München 1982 (= Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte, Bd. 20), S. 119.

Archäologie im Fürstentum Liechtenstein. Zum 40. Regierungsjubiläum Seiner Durchlaucht Fürst Franz Josef II. von und zu Liechtenstein, hg. von Rudolf Degen, in: Helvetia archaeologica 9 (1978), S. 73–251, bes. S. 116, 120–123, 142.


Mittelalter bis 21. Jahrhundert:

Cornelia Herrmann: Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 2: Das Oberland, Bern 2007 (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Neue Ausgabe, Bd. 122), S. 217–326.

Vaduz – Der Hauptort des Fürstentums Liechtenstein in Wort und Bild, hg. von der Gemeinde Vaduz, Vaduz 2006.

200 Jahre kirchenmusikalische Tradition in Vaduz. Festschrift des Kirchenchors zu St. Florin, Vaduz, hg. vom Kirchenchor zu St. Florin, Vaduz 2005.

Liechtensteinisches Landesmuseum. Geschichte, Sammlungen, Ausstellungen, Bauten, Redaktion: Hansjörg Frommelt, Norbert W. Hasler, hg. vom Liechtensteinischen Landesmuseum, Vaduz 2004.

Rudolf Rheinberger: Walser und Rheinberger, die Wirtefamilien des Gasthauses «Löwen» in Vaduz, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 103 (2004), S. 227–242.

Mathias Ospelt: Vaduzer Familienchronik. Die alteingesessenen Bürgerfamilien von Vaduz, 9 Bände, hg. von der Gemeinde Vaduz, Vaduz 2002–2005.

Umnutzung und Renovation der Spoerry-Fabrik Vaduz, Redaktion: Marion Risch, hg. vom Hochbauamt Vaduz, Vaduz 2002.

75 Jahre Tennisclub Vaduz, 1925–2000. Festschrift 26. August 2000, Redaktion: Wolfgang Strub, hg. vom Tennisclub Vaduz, Vaduz 2000.

Alois Ospelt: Pfarrei – Gemeinde – Pfarrgemeinde, in: Staat und Kirche. Grundsätzliche und aktuelle Probleme. Symposium des Liechtenstein-Instituts, 25. bis 27. März 1999, hg. von Herbert Wille und Georges Baur, Vaduz 1999, S. 114–150.

Hans Stricker, Toni Banzer, Herbert Hilbe: Liechtensteiner Namenbuch, Teil I: Die Orts- und Flurnamen des Fürstentums Liechtenstein, Bd. 2: Die Namen der Gemeinden Triesenberg, Vaduz, Schaan, Triesen 1999, S. 259–451.

Peter Albertin: Zur Baugeschichte des Hotels Löwen – einer jahrhundertealten Taverne, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 98 (1999), S. 203–250.

Alois Ospelt: 200 Jahre Gemeindegrenzen Schaan/Vaduz/Planken. Die Rechte am Boden, Fragen des Eigentums, des Besitzes und der Nutzung im Kirchspiel Schaan, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 98 (1999), S. 1–39.

50 Jahre Verkehrsverein Vaduz, 1946–1996, hg. vom Verkehrsverein Vaduz, Vaduz 1996.

Klaus Biedermann: Feuerwehr Vaduz, 1896–1996, hg. von der Freiwilligen Feuerwehr Vaduz, Vaduz 1996.

Vaduzer Wein. 100 Jahre Winzergenossenschaft, hg. von der Winzergenossenschaft und der Gemeinde Vaduz, Vaduz 1996.

Vaduzer Wasser, Redaktion: Josef Büchel, Hubert Gassner, Alois Ospelt, hg. von der Gemeinde Vaduz, Vaduz 1995.

Renovation Schädlerhaus. Archäologische Grabungen St. Floringasse, Vaduz, Redaktion: Peter Mündle, hg. vom Hochbauamt Vaduz, Vaduz 1995.

125 Jahre MGV Sängerbund Vaduz, 1867–1992, hg. vom Männergesangsverein-Sängerbund Vaduz, Vaduz 1992.

125 Jahre Harmoniemusik Vaduz 1863–1988. Redaktion: Alois Ospelt, Hubert Gassner, hg. von der Harmoniemusik Vaduz, Vaduz 1988.

50 Jahre Gymnasium in Liechtenstein. Vom Collegium Marianum zum Liechtensteinischen Gymnasium. Eine Festschrift, Redaktion: Norbert Jansen, Edmund Banzer, Josef Biedermann, hg. vom Liechtensteinischen Gymnasium, Vaduz 1987.

Gustav Ospelt: Erfüllte Jahre. Erinnerungen, Bilder, Dokumente, Vaduz 1986.

Das Vaduzer Rathaus. Festschrift zur Eröffnung des renovierten Rathauses am 20. Oktober 1984, Redaktion: Alois Ospelt, Vaduz 1984.

Krankenhaus Vaduz. Eröffnung 17. Oktober 1981, Redaktion: Gerhard Risch, hg. von der Gemeinde Vaduz, Vaduz 1981.

Der Vaduzer Wald, Redaktion: Mario F. Broggi, Alois Ospelt, hg. von der Gemeinde Vaduz, Vaduz 1981.

Georg Malin: Kunstführer Fürstentum Liechtenstein, 2. Auflage, Bern 1977, S. 20–47.

Alois Ospelt, Ludwig Schüriger: 100 Jahre Pfarrkirche Vaduz, 1873–1973, hg. vom Kulturreferat der Gemeinde Vaduz, Vaduz 1973.

Norbert Jansen: Radio Liechtenstein. Der Liechtensteinische Landessender (1938–1939), in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 73 (1973), S. 111–202.

Alfons Marxer: Die Geschichte des Postamtes Vaduz, Vaduz 1972.

Georg Malin: Zur Baugeschichte der Musikschule in Vaduz, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 68 (1968), S. 219–239.

Otto Seger: Von der Schlosserei Ospelt zum Hovalwerk. Festschrift zur 100-Jahrfeier, hg. von Gustav Ospelt, Hovalwerk AG, Vaduz 1968.

100 Jahre MGV Sängerbund Vaduz. Verbunden mit Fahnenweihe 9.10.11. Juni 1967, hg. vom Männergesangsverein-Sängerbund Vaduz, Vaduz 1967.

Gabriel Negele: Das Postmuseum in Vaduz, in: 50 Jahre Liechtensteinische Postwertzeichen 1912–1962, Vaduz 1962, S. 371–374.

Rudolf Otto: Hilfspost Vaduz 1918, in: 50 Jahre Liechtensteinische Postwertzeichen 1912–1962, Vaduz 1962, S. 106–108.

100 Jahre Realschule Vaduz, 1858–1958, Vaduz 1958.

Otto Seger: Vaduz. Ein Heimatbuch, hg. von der Gemeinde Vaduz, Vaduz 1956.

Josef Büchel: Der Gemeindenutzen im Fürstentum Liechtenstein, Triesen 1953, S. 23–33, 135–137.

Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, Basel 1950 (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Sonderband), S. 155–224.

Vaduz im Fürstentum Liechtenstein, o.J. [1933].

Johann Georg Marxer: Die fürstliche Taferne, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 30 (1930), S. 63–76.

Johann Baptist Büchel: Geschichte der Pfarrei Schaan, Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 27 (1927), S. 15–134.

Externe Links

Geodatenportal, Amt für Bau und Infrastruktur, Liechtensteinische Landesverwaltung Liechtensteiner Namenbuch online

Zitierweise

Ulrike Mayr, Patrick Sele, «Vaduz (Gemeinde)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.16.advanced.li/Vaduz_(Gemeinde), abgerufen am 20.4.2019.

Medien

Gemeindewappen, seit 1978 (Gemeinde Vaduz). Das Gemeindewappen besteht aus einem gevierten Schild, der im ersten und vierten Feld auf silbernem Grund einen roten Fürstenhut und im zweiten und dritten Feld auf rotem Grund eine silberne Kirchenfahne an drei Ringen zeigt. Der Fürstenhut symbolisiert die landesfürstliche Residenz, die Kirchenfahne erinnert an die Grafen von Werdenberg-Sargans-Vaduz, unter denen mit der Entstehung der Grafschaft Vaduz der Grund zur späteren Eigenstaatlichkeit Liechtensteins gelegt wurde. Das Wappen wurde 1978 vom Landesfürsten verliehen und ersetzte dasjenige von 1932.
Gemeindegebiet Vaduz
Karte des Gemeindegebiets Vaduz (Ausschnitt). Reproduziert mit Bewilligung von swisstopo (BA120404). Kartografie: Andreas Bachmayr, Uttendorf.
Messer, Bronze, Vaduz-Iraggell, 12. Jahrhundert v.Chr. (Bildarchiv Amt für Kultur, Abteilung Archäologie). Foto: Sven Beham / LLM.
«Plan der löblichen Fürst. Lichtensteinische Gemeind Vadutz im Jahr 1806» (GAV). Die Gebäude des Vaduzer Amtsviertels sind vergrössert dargestellt. Die beiden grössten Gebäude sind links das Wirtshaus «Adler», zugleich Zollstation, und rechts das Haus des Landvogts.
Erstes Vaduzer Gemeindewappen, 1932 (GAV). Egon Rheinberger entwarf das erste Wappen der Gemeinde. Es versinnbildlicht das Schloss Vaduz und den Weinbau. Am 31.7.1932 wurde das Wappen von Fürst Franz I. verliehen und bis 1978 verwendet.
«Der zu entwässerende Theil des Fürstenthums Liechtenstein». Gezeichnet von Peter Rheinberger (1831–1893) (LI LA). Fliessgewässer in Vaduz und Umgebung um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Talgrund mäandriert der noch nicht eingedämmte Rhein. Parallel dazu ist der Irkelesbach («Herkulesbach») eingezeichnet. Vom Berghang fliessen verschiedene Bäche Richtung Tal. Besonders gekennzeichnet sind der Mölibach und der Spaniabach.
Ansicht von Vaduz vom Verweserhaus aus gegen Norden. Aquarell von Moriz Menzinger (1832–1914), 1860. © LIECHTENSTEIN, The Princely Collections, Vaduz–Vienna. Im Vordergrund stehen beiderseits der Dorfstrasse die Häuser des Unterdorfs. Ganz rechts ist die Fassade der herrschaftlichen Taverne mit dem Wirtshausschild, im Hintergrund ganz links der Gasthof «Löwen» zu erkennen. Weiter oben am Hang reihen sich an den durch die Rebberge führenden Flurstrassen die Häuser des Mettel- und des Oberdorfs. Ganz oben ist das Rote Haus dargestellt.
Bevölkerung (Volkszählungen), 1600–2015
Bürgermeister, ab 1864
Kuraten und Pfarrer, ab 1842
Hilfsseelsorger, 1976-1994
Kapläne am Florinsaltar (erste oder obere Hofkaplanei), ab 1395
Kapläne am Marienaltar (zweite oder untere Hofkaplanei), 1447-1842
Kapläne am Katharinenaltar (dritte Hofkaplanei), 1477-1527ff.
Wirtschaftsstruktur, 1965–2015