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Volksdeutsche Mittelstelle (VoMi)

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Autor: Peter Geiger | Stand: 31.12.2011

1937 gegründetes SS-Hauptamt der NSDAP mit der Aufgabe, die ausserhalb des Dritten Reichs lebenden Deutschsprachigen («Volksdeutsche») zu betreuen und möglichst «heim ins Reich» zu holen, durch Anschluss oder Umsiedlung. Die Leitung hatte SS-Obergruppenführer Werner Lorenz (1891–1974) inne. Zuständig für das als «volksdeutsch» eingestufte Liechtenstein war in der VoMi bis 1940 Günther Stier, danach Hans Sichelschmidt. Mit ihnen standen liechtensteinische Nationalsozialisten, aber auch Regierungschef-Stellvertreter Alois Vogt und Otto Schaedler (beide VU) in Verbindung. Die VoMi drängte im März 1938 auf einen nationalsozialistischen Umschwung Liechtensteins. Geplant waren gelenkte Neuwahlen, Auflösung des liechtensteinisch-schweizerischen Zollvertrags und schliesslich Anschluss an Deutschland. Die VoMi war beim versuchten Anschlussputsch der Volksdeutschen Bewegung in Liechtenstein (VDBL) vom 24.3.1939 wohl Mitwisserin. Sie suchte VDBL und VU erfolglos zur Fusion oder doch zu deutschvölkischer Zusammenarbeit zu animieren, zuletzt am 13./14.3.1943 auf einer Geheimkonferenz von VDBL-, VU-, VoMi- und SD-Vertretern in Friedrichshafen (D).

Literatur

Schremser: Der einzige Mann, 1999; Geiger: Krisenzeit, 22000; Geiger et al.: NS-Zeit, 2005; Geiger: Kriegszeit, 2010.

Zitierweise

Peter Geiger, «Volksdeutsche Mittelstelle (VoMi)», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Volksdeutsche_Mittelstelle_(VoMi), abgerufen am 19.2.2019.