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Vorarlberg

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Autor: Gerhard Wanner | Stand: 31.12.2011

Westlichstes Bundesland der Republik Österreich, Hauptstadt Bregenz. Südwestlich grenzt Vorarlberg auf 34,9 km an das Fürstentum Liechtenstein. Das 2601,4 km2 grosse Landesgebiet ist in die vier politischen Bezirke Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Bludenz eingeteilt. 33 % der überwiegend gebirgigen Landesfläche entfallen auf Alpen, 31 % auf Wald und 13 % auf Felsgelände. Auf einer Länge von 40 km hat Vorarlberg Anteil am Flachland des Alpenrheintals. Dort und in dem von der Ill durchflossenen Talraum des Walgaus wohnen auf 10 % der Landesfläche 80 % der Bevölkerung (2007 365 481 Personen, davon 242 Liechtensteiner). 1951–2007 wuchs die Wohnbevölkerung um 65 %. Im Jahr 2007 arbeiteten 58 % der Beschäftigten im Dienstleistungssektor, 40 % im produzierenden Bereich und 2 % in der Landwirtschaft.

Der Name «Vorarlberg» taucht erstmals Mitte 18. Jahrhundert auf, nachdem die habsburgischen Besitzungen schon seit dem Spätmittelalter als «die Herrschaften vor dem Arlberg» bezeichnet wurden.

Vorarlberger Geschichte

Das Gebiet Vorarlbergs und Liechtensteins gehörte in vorgeschichtlicher Zeit zur nordwestlichen Randzone des rätischen Kulturraums. Es wurde 15 v.Chr. durch die Römer erobert und in die Provinz Raetia integriert. Nach deren Teilung im frühen 4. Jahrhundert gehörte das Alpenrheintal zur Provinz Raetia prima mit dem späteren Bischofssitz Chur. 536 kam das Gebiet unter fränkische Oberherrschaft. Vom 7. Jahrhundert bis um 800 übte das Geschlecht der Victoriden die weltliche und durch die Stellung des Churer Bischofs auch die kirchliche Macht aus. Vinomna (→ Rankweil) war Gerichtsort mit Kanzlei und Schreibstube. Nach der Eingliederung Churrätiens in das Reich Karls des Grossen zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurden Grafschaften nach fränkischem Vorbild eingerichtet. Vom frühen 10. Jahrhundert bis um 1150 verwalteten die Grafen von Bregenz Unterrätien. Von ihnen ging die Herrschaft an Pfalzgraf Hugo von Tübingen über, dessen Sohn Hugo nach 1182 das Erbe in Rätien übernahm. Er gründete um 1200 die Stadt Feldkirch und nannte sich Graf von Montfort und von Bregenz. Seine Nachfahren begründeten um 1258 eine Montforter und eine Werdenberger Linie: Feldkirch und Bregenz blieben bei den Montfortern, die Grafen von Werdenberg erhielten u.a. das Montafon, das Klostertal, Teile des Walgaus und das Gebiet der späteren Grafschaft Vaduz. 1313 begann die Ansiedlung der Walser in Laterns und Damüls.

Nach 1363 gingen grosse Teile des Montforter Herrschaftsgebiets an die Habsburger über: 1363 die Herrschaft Neuburg, 1375 die Grafschaft Feldkirch, 1394–1523 die Herrschaften Bludenz, Bregenz, Sonnenberg und Jagdberg. Das sich nun bildende Land Vorarlberg war Tirol unterstellt, die landesherrlichen Verwaltungsbehörden hatten ihren Sitz in Innsbruck. Ein Gegengewicht zur Regierung der habsburgischen Behörden bildete die Ende des 15. Jahrhunderts beginnende, vier Jahrhunderte dauernde politische Tätigkeit der aus Vertretern der Städte und der ländlichen Gerichtsgemeinden bestehenden Vorarlberger Landstände und ihrer Landtage. Ihnen kamen v.a. beim Steuerwesen und bei der Landesverteidigung wesentliche Mitbestimmungsrechte zu. Durch die absolutistischen Reformen unter Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Josef II. kam es im 18. Jahrhundert zur Einschränkung dieser ständischen Privilegien und Rechte.

Daneben versuchten im 16. und 17. Jahrhundert die Grafen von Hohenems, ihre seit 1560 reichsfreie Grafschaft durch den Erwerb von Vogteien und Pfandschaften zu einem Pufferstaat zwischen Habsburg und der Schweizer Eidgenossenschaft auszubauen. Nach anfänglichen Erfolgen scheiterten die hohenemsischen Expansionspläne Ende des 17. Jahrhunderts, 1765 wurde die Grafschaft Hohenems von den Habsburgern erworben. 1617 erfolgte die Ansiedlung von Juden in Hohenems.1792–1805 beteiligten sich die Vorarlberger Landstände an den Koalitionskriegen gegen Frankreich, 1806 wurde Vorarlberg an Bayern angeschlossen. Auf die Rückkehr zu Österreich 1814 und die Beruhigung der politischen Lage folgte nach 1820 eine erste Industrialisierung. Nach Unruhen im Revolutionsjahr 1848 verlor Vorarlberg 1849 durch die Vereinigung mit Tirol erneut die Selbständigkeit. Erst 1861 erhielt es wieder einen eigenen Landtag mit beschränktem Gesetzgebungsrecht, einen Landeshauptmann und einen Landesausschuss; die verwaltungsmässige Verbindung mit Tirol blieb bestehen. Nach dem Ersten Weltkrieg erklärte Vorarlberg am 3.11.1918 seine Selbständigkeit im Rahmen des österreichischen Staats, worauf die Integration in die Republik Österreich als eigenes Bundesland folgte. Der 1919 von Vorarlberg angestrebte Anschluss an die Schweiz scheiterte trotz zustimmender Volksabstimmung (80 %) am Widerstand Österreichs und Frankreichs sowie an der ablehnenden Haltung der Schweiz. 1938–45 war Österreich an das nationalsozialistische Deutschland angeschlossen und Vorarlberg dem Reichsstatthalter in Tirol unterstellt. Im Mai 1945 erfolgte die Befreiung durch französische Truppen, im Dezember trat erstmals wieder der Landtag zusammen. 1984 gab sich Vorarlberg eine neue Landesverfassung (Stärkung der demokratischen Rechte), 1994 stimmte es mit 66 % für den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union, der 1995 erfolgte.

Politische Beziehungen

Zur Zeit der Zuteilung Churrätiens zum Ostfränkischen Reich durch den Vertrag von Verdun 843 ist erstmals eine Verwaltungsgrenze im Alpenrheintal belegt: Das Gebiet am Eschnerberg gehörte gemeinsam mit dem Süden Vorarlbergs zum ministerium vallis drusiana, das heutige Liechtensteiner Oberland zum ministerium in planis. Aber erst der Zusammenbruch der Montfort-Werdenberger Herrschaft im Spätmittelalter legte den Grund für die unterschiedliche politisch-staatliche Entwicklung: Während die meisten Vorarlberger Herrschaften in habsburgischen Besitz übergingen, konnten sich die nach 1342 entstandene Grafschaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg wie auch die Herrschaften Hohenems und Blumenegg dem habsburgischen Expansionsdruck entziehen. Blumenegg mit der Vogtei Friesen (St. Gerold) gehörte bis 1613 denselben Herren wie Vaduz und Schellenberg: den Grafen von Werdenberg-Sargans-Vaduz (bis 1416), den Freiherren von Brandis (bis 1510) und den Grafen von Sulz (bis 1613).

1613 kaufte Graf Kaspar von Hohenems die Grafschaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg, um sie in den von ihm angestrebten Staat mit dem politisch und kulturellen Zentrum Hohenems einzubeziehen. Diese Pläne zerschlugen sich im späten 17. Jahrhundert, als die verschuldeten Hohenemser 1699 Schellenberg und 1712 Vaduz an die Fürsten von Liechtenstein verkaufen mussten. Im 18. Jahrhundert residierten die liechtensteinischen Landvögte zeitweilig in Feldkirch im Palais Liechtenstein.

Wie Vorarlberg wurden auch Vaduz/Schellenberg bzw. Liechtenstein jeweils auf österreichischer Seite in regionale und europäische Konflikte verwickelt (Appenzellerkrieg 1403–10, Schwabenkrieg 1499, Dreissigjähriger Krieg 1618–48, Koalitionskriege 1792–1809). Dies schlug sich in einer gemeinsamen antieidgenössischen Politik nieder, im 16./17. Jahrhundert waren Vaduz und Schellenberg in das Vorarlberger Wehrsystem integriert (→ Vorarlberger Landesrettung).

Kurz nachdem Vorarlberg von Bayern zu Österreich zurückgekehrt war, tagte im Juli 1814 in Feldkirch eine Versammlung der Vorarlberger Landstände. Diese erklärten ihre Bereitschaft, Liechtenstein in ihren Verband aufzunehmen, falls es an Österreich fallen sollte. Dazu kam es aber nicht. Erst ab 1852 gestalteten sich die Beziehungen zu Vorarlberg enger, als das seit 1806 souveräne Fürstentum Liechtenstein mit Österreich einen Zoll- und Steuereinigungsvertrag schloss. Nach der Kündigung desselben durch Liechtenstein 1919 kühlten sich die politischen Beziehungen ab. Die Rheinüberschwemmung von 1927 führte 1931 zum Abschluss eines Staatsvertrags, der die Regulierung von Fliessgewässern im Grenzbereich regelte. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 kam es zu grossen Spannungen: Im März 1939 scheiterte der gemeinsame Versuch von Feldkircher und Liechtensteiner Nationalsozialisten, die liechtensteinische Regierung zu stürzen (→ Anschlussputsch). 1938–39 flüchteten Tausende österreichische Juden über Feldkirch und Liechtenstein in die Schweiz. Bei Kriegsende 1945 sammelten sich an der Grenze zwischen Feldkirch und Schaanwald erneut bis zu 10 000 Flüchtlinge. Resten der russischen Wehrmachtsarmee General Holmstons gelang am 3.5.1945 der Grenzübertritt von Feldkirch nach Liechtenstein.

Nach der Wiederherstellung Vorarlbergs als selbständiges österreichisches Bundesland im Mai 1945 normalisierten sich die Beziehungen, wozu v.a. die engen wirtschaftlichen und kulturellen Kontakte beitrugen. Zwischen der Vorarlberger und der Liechtensteiner Landesregierung bzw. dem Fürstenhaus gab es ständige Besuchskontakte. Seit 1984 sind liechtensteinische Studenten am Konservatorium in Feldkirch jenen aus Vorarlberg gleichgestellt, 1987 wurde die begünstigte Aufnahme liechtensteinischer Patienten in Vorarlberger Landeskrankenhäusern vereinbart. Grenzfragen im Gebiet der Alp Sareis wurden 1960 und 1968 vertraglich geregelt. Ungelöst ist die Anbindung Liechtensteins an den Transitverkehr im Raum Feldkirch/Schaanwald (Letzetunnel).

Wirtschaftliche Beziehungen

Mangels eines eigenen städtischen Zentrums war für die Grafschaft Vaduz und besonders die Herrschaft Schellenberg die Zugehörigkeit zum Einzugsbereich der Stadt Feldkirch seit dem Spätmittelalter von grosser Bedeutung. Die dortigen Wochen- und Jahrmärkte zogen Händler und Gewerbetreibende von Bregenz bis Chur an. Für die Bauern v.a. des Liechtensteiner Unterlands blieb Vorarlberg bis ins frühe 20. Jahrhundert ein wichtiges Absatzgebiet für Wein und Vieh. Erschwerend für den Export wirkten sich bis zum Zollvertrag von 1852 die österreichischen Zollgebühren und die in Kriegs- und Seuchenzeiten häufigen Grenzsperren aus. In Liechtenstein galten Feldkircher Masse, Gewichte und Währung. Seit dem Spätmittelalter verfügten viele Stadtbürger über Grundbesitz in Schellenberg und Vaduz oder waren als sogenannte Ausbürger dort ansässig. Zudem spielten die reichen Feldkircher Bürgergeschlechter, im 17. und 18. Jahrhundert auch die Hohenemser Juden, für die liechtensteinische Bevölkerung eine wichtige Rolle als Kapitalverleiher. Wohl im 17. Jahrhundert erwarben Bauern aus der Herrschaft Schellenberg die Alp Fahren-Ziersch in Vorarlberg und 1821 die Alp Tiefensee-Klesi. Eine enge Zusammenarbeit ergab sich bis ins frühe 19. Jahrhundert beim Transitgüterverkehr auf der Reichsstrasse zwischen Deutschland und Italien: Im Rahmen des sogenannten Rodfuhrwesens teilten sich Liechtensteiner und Feldkircher Fuhrleute den Warentransport von Feldkirch bis Maienfeld (→ Transportwesen).

Durch den Zollvertrag mit Österreich 1852 erhielt Liechtenstein freien Zugang zum Vorarlberger Wirtschaftsgebiet. Die Zollstätten in Tisis und Schaanwald wurden aufgehoben, über liechtensteinische Zoll- und Finanzangelegenheiten wachte die «k.k. Cameral-Bezirksverwaltung» in Feldkirch. Liechtenstein führte das österreichische Gewichts- und Masssystem ein, die österreichische Währung wurde 1859 aufgrund des Münzvertrags von 1857 übernommen. Die Eröffnung der «k.k. privilegierten Vorarlberger Bahn» mit der Zweiglinie Feldkirch–Schaan–Buchs 1872 brachte den Warentransitverkehr auf der Strasse fast zum Erliegen. Da v.a. seit der Fertigstellung der Arlbergbahn (1884) Getreide billig aus dem Osten der Habsburger Monarchie eingeführt werden konnte, konzentrierten sich die Vorarlberger und Liechtensteiner Bauern verstärkt auf die Viehzucht. In den folgenden Jahrzehnten kauften die über keine Alpen verfügenden Gemeinden des Liechtensteiner Unterlands weitere Grossviehalpen in Vorarlberg (→ Elsenalp, → Dürrwald, → Rauz).

Zollunion und Bahn begünstigten die Industrialisierung Liechtensteins, die hauptsächlich mit Schweizer Kapital erfolgte, das dadurch freien Zugang zum grossen österreichischen Markt erhielt. Als einzige Fabrikanten aus Vorarlberg betrieben die Gebr. Rosenthal aus Hohenems ab 1869 bzw. 1884 in Vaduz zwei Webereien. Arbeiter aus dem Liechtensteiner Unterland stellten Ende 19. Jahrhundert bis zu 30 % der in der Feldkircher Textilindustrie Beschäftigten. Die Kündigung des Zollvertrags durch Liechtenstein 1919 und der Abschluss des schweizerisch-liechtensteinischen Zollanschlussvertrags 1923 lockerten die engen Beziehungen: Passzwang, Waren- und Personenkontrollen, Erschwernisse des landwirtschaftlichen Grenzverkehrs, Schmuggel und die Isolation vom Feldkircher Markt waren die Folgen. Ausnahmebestimmungen für die Unterländer Gemeinden im kleinen Grenzverkehr kamen durch das 1920 geschlossene österreichisch-liechtensteinische Handelsabkommen zustande. Das Elektrizitätswerk Feldkirch lieferte 1906–49 Strom nach Liechtenstein. Nach dem Ersten Weltkrieg intensivierte sich erneut die Beschäftigung von Grenzgängern: 1925–38 arbeiteten jährlich bis zu 200 Vorarlberger und Vorarlbergerinnen hauptsächlich als Knechte und Dienstmädchen in Liechtenstein. Nach 1938 kamen bis zu 400 Liechtensteiner als Bauarbeiter und Eisenbahner nach Vorarlberg. Mit der zweiten Industrialisierung Liechtensteins wuchs nach 1945 die Zahl der Vorarlberger Grenzgänger stark an (von rund 1600 Personen 1960 auf 4600 im Jahr 2000). Nun erfolgten auch liechtensteinische Betriebsniederlassungen in Vorarlberg (Hoval AG 1946 in Rankweil, Ivoclar Dental AG 1966 in Hohenems, Hilti AG 1970 in Thüringen). Durch die gemeinsame Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum herrscht zwischen Vorarlberg und Liechtenstein seit 1995 wieder der freie Personen- und Warenverkehr.

Kulturelle und kirchliche Beziehungen

Aus der geografischen Nachbarschaft ergeben sich viele kulturelle Gemeinsamkeiten. Die frühgeschichtliche rätische und keltische Bevölkerung wurde seit dem 1. Jahrhundert n.Chr. romanisiert. Um 500 drangen von Norden die Alamannen ein, deren germanische Sprache seit dem Hochmittelalter das Rätoromanische verdrängte. Verbundenheit besteht auch im Brauchtum und in vielfältigen persönlichen und verwandtschaftlichen Kontakten.

Gemeinsame kulturelle Basis ist seit dem Frühmittelalter das katholische Christentum. Die Reformation konnte sich in beiden Ländern nicht durchsetzen. Liechtenstein und das südliche Vorarlberg waren seit dem Frühmittelalter Teil des Bistums Chur. Das Liechtensteiner Unterland gehörte bis 1370 und wieder ab 1717 zum Vorarlberger Dekanat Walgau (vallis drusiana), nun gemeinsam mit ganz Liechtenstein. 1808/16 wurde Vorarlberg der Diözese Brixen unterstellt, Liechtenstein verblieb als eigenes Landesvikariat beim Bistum Chur. Seit 1968 ist Vorarlberg ein eigenes Bistum mit Sitz in Feldkirch. Die Johanniterkommende in Feldkirch übte von 1382 bis 1610 das Patronatsrecht über die Pfarrei Mauren aus, von 1695 bis 1918 besass die Stadt Feldkirch das Präsentationsrecht für den Maurer Pfarrer. Die Feldkircher Kapuziner und Jesuiten betrieben im 17./18. Jahrhundert in Liechtenstein eine intensive Missionstätigkeit. In Liechtenstein beliebte Wallfahrtsorte waren Rankweil, St. Corneli in Tosters und Maria Ebene in Frastanz. In den 1780er Jahren brachten die Liechtensteiner ihre totgeborenen Kinder nach Schruns, wo sie vom späteren Vaduzer Hofkaplan Anton Fuetscher getauft wurden.

Für Liechtenstein, wo ein konstanter Mangel an Führungskräften herrschte, war Feldkirch mit dem 1649 gegründeten Jesuitengymnasium (ab 1773 Staatsgymnasium) bis Mitte 20. Jahrhundert Bildungszentrum und Ausgangspunkt für elitäre Berufe. Seit dem 16. Jahrhundert stammten viele liechtensteinische Beamte, Lehrer, Ärzte und Geistliche aus Vorarlberg. Noch 1920–21 war der gebürtige Tiroler und ehemalige Feldkircher Bürgermeister Josef Peer liechtensteinischer Landesverweser. Wissenschaftler aus Vorarlberg haben im 20. Jahrhundert wesentlich zur landeskundlichen Erforschung Liechtensteins beigetragen, v.a. in den Bereichen Archäologie, Geschichte, Sprach- und Ortsnamenkunde. Kirchliche Kunst in Liechtenstein stammte seit dem 16. Jahrhundert oft von Malern, Bildhauern, Goldschmieden und Glockengiessern aus Feldkirch (z.B. Erasmus Kern).

Literatur

Bilgeri: Vorarlberg, 1971–87; Geschichte der Stadt Feldkirch, Hg. K. Albrecht, 2 Bde., 1985–87; Burmeister: Vorarlberg, 1998; Vorarlberger Chronik, Hg. Land Vorarlberg, 22000; F. Mathis, W. Weber: Vorarlberg, 2000.

Medien

Amtsschild der «K.K. Finanz-Bezirksdirektion für Vorarlberg und Liechtenstein» in Feldkirch (Schattenburgmuseum Feldkirch, zollgeschichtliche Sammlung, Inv.Nr. ZO-I 2).
Ständekarte, 1783 (Landesarchiv Vorarlberg).

Zitierweise

Gerhard Wanner, «Vorarlberg», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Vorarlberg, abgerufen am 19.2.2019.