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Wang

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Autor: Fabian Frommelt | Stand: 31.12.2011

Alp am rheintalseitigen Rätikon-Westhang, Gemeinde Triesen, südöstlich oberhalb des Dorfs, Alphütte auf 1736 m ü.M.; 90 ha, davon rund 16 ha Weide. Grenzt nördlich an den Walser Heubärg, östlich ans Alpelti (Triesenberg) und an Gapfahl (Balzers/Mäls). Name Wang von althochdeutsch wang für einen begrasten Steilhang.

Höchstgelegener Teil der ehemaligen, im Sulzisch-Hohenemsischen Urbar (1617/19) erwähnten Triesner Ochsenalp, die auch Münz, Platta und Gasenza umfasste. Durch die Veräusserung des Alpelti an Triesenberg 1403 wurden die Triesner Alpen Wang und Valüna räumlich getrennt. 1646 Verkauf des Garsenzele an Balzers, 1672 des Walser Heubärgs an Triesenberg. Im 19. Jahrhundert Vergrösserung durch den Erwerb privater Heuberge. Wang gehörte 1809 gemäss dem Grundbuch den Triesner Bürgern und ging 2004 von der Gemeinde an die Bürgergenossenschaft Triesen über.

Gemäss dem Brandisischen Urbar (um 1509/17) war «vom wanger» ein Vogelmolken von 5 Pfund Schmalz und 2 Käsen zu entrichten, was auf Kuhalpung und Sennerei hindeutet. Im Grundbuch (1809) ist der bis ins späte 19. Jahrhundert auch mit (Gemeinde-)Ochsen bestossene Wang als Galtalp verzeichnet (für 25 Stück Galtvieh zusammen mit Platta). Die ab 1883 überlieferten Pachtverträge stellten es jedoch frei, Galtvieh, Schafe oder Kühe aufzutreiben. Verpachtet wurde der Wang ausser an Triesner oft an Auswärtige (z.B. aus Balzers, Sevelen), 1900–13 an die Firma Fritz und Caspar Jenny (Weberei Triesen). In den 1920er Jahren wurde er von der Gemeinde selbst bewirtschaftet. Zur Unterbindung der ab 1948 von der Schafzuchtgenossenschaft Buchs betriebenen Schafalpung wurde der Wang ab 1954 vom Inhaber des Lawena-Jagdreviers gepachtet und durch Unterpächter mit Vieh bestossen. 1962–63 und 1965–66 blieb er leer. Seit 1969 ist er wieder an Triesner Landwirte verpachtet, seit 1987 zusammen mit Münz und Platta. Die maximale Bestossung der Alp Münz-Platta-Wang (zusammen 111 ha, rund 28 ha Weide) beträgt seit 1997 25 Grossvieheinheiten (2004: 37 Rinder). Die Bewirtschaftung erfolgt ohne festes Alppersonal.

1890/91 entstand eine neue Alphütte mit Stall (erneuert 1906 und 1939). Auf- und Abtrieb erfolgten bis 1895 via Sücka über das Alpelti. Erst der Bau der Lawenastrasse (1882–1900) und des Viehtriebwegs Platta–Gasenza–Wang 1892 ermöglichten den rheintalseitigen Zugang; noch heute besteht keine Fahrstrasse. 1991 trat das Berggebietssanierungsprojekt Wang-Platta-Münz in Kraft.

Literatur

Büchel: Gemeinde Triesen 1, 1989, 390–468; FLNB I/1, 545.

Externe Links

Geodatenportal, Amt für Bau und Infrastruktur, Liechtensteinische Landesverwaltung Liechtensteiner Namenbuch online

Zitierweise

Fabian Frommelt, «Wang», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Wang, abgerufen am 18.4.2019.