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Werdenberg (-Sargans-Vaduz), Hartmann IV. (II.) von

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Autor: Karl Heinz Burmeister | Stand: 31.12.2011

Bischof und Landesherr. * um 1343, †6.9.1416 Schloss Sonnenberg (Thurgau?). Ältester Sohn Hartmanns III. (I.) und der Agnes von Montfort-Feldkirch. Bruder Heinrichs V. (I.) und Rudolfs VI. (I.), Stiefbruder Ulrich Thürings und Wolfharts IV. von Brandis.

Der für den geistlichen Stand bestimmte Hartmann IV. legte 1360 die Ordensgelübde der Johanniter ab, dessen Grossprior 1358 sein Verwandter Graf Hugo V. von Werdenberg-Trochtelfingen war. Er hielt sich anschliessend, wie in der Ordenskarriere üblich, einige Zeit im Orient auf, um dann dem Grossprior in dessen Kommenden nachzufolgen: Hartmann IV. war 1376–1409 Komtur in Wädenswil, 1379–88 in Feldkirch, 1393 in Bubikon. Ob er eine zweite Karriere im Churer Domkapitel aufbaute, ist fraglich, doch verfügte er über seine Verwandtschaft über genügend Einfluss, sodass 1388 seine Wahl zum Bischof von Chur möglich wurde. Hartmann IV., der am 25.7.1388 die niederen Weihen empfangen hatte, liess sich wohl nie weiter weihen, nahm als Bischof keinerlei Weihehandlungen vor und wird noch 1412 als Elekt bezeichnet. 1414–16 besuchte er das Konstanzer Konzil.

Nach dem Tod seines Bruders Heinrich 1397 ging die Grafschaft Vaduz an Hartmann IV. über, der sie jedoch zusehends an seine Stiefbrüder verpfändete. Als Bischof von Chur wurde er 1401 durch König Ruprecht und 1413 durch König Sigismund mit den Regalien belehnt. Der fehdelustige Hartmann IV. geriet wiederholt in politische Auseinandersetzungen mit Österreich; 1404/05 wurde er auf der Schattenburg in Feldkirch gefangen gehalten. In Stadt und Bistum Chur war Hartmann IV. als Gesetzgeber tätig, u.a. 1408 mit einer Pfisterordnung oder 1414 mit einem neuen Statut für das Domkapitel. Die Fehden brachten Hartmann IV. in wirtschaftliche Schwierigkeiten, sodass er u.a. bei Juden in Zürich 2700 Gulden gegen Verpfändung des Silbergeschirrs aufnehmen, aber auch den Ausverkauf seiner Vaduzer Besitzungen hinnehmen musste. Mit seinem Tod erlosch die Linie Werdenberg-Sargans-Vaduz, neuer Herr zu Vaduz wurde sein Stiefbruder Wolfhart IV. von Brandis.

Literatur

J.G. Mayer: Hartmann II. von Vaduz, Bischof von Chur, in: Jahrbuch für schweizerische Geschichte 27 (1902), 1–28; P. Diebolder: Hartmann II. von Werdenberg-Sargans zu Vaduz, Bischof von Chur, in: JBL 37 (1937), 101–132; LUB I/3, 120; HS I/1, 487f.; G. Valenti: Hartmann IV. von Werdenberg-Sargans, Liz. Zürich, Ms. 2006; K.H. Burmeister: Der Tod Graf Hartmanns IV. von Werdenberg-Sargans-Vaduz, Bischof von Chur, 1416, in: JBL 107 (2008), 71–85.

Zitierweise

Karl Heinz Burmeister, «Werdenberg (-Sargans-Vaduz), Hartmann IV. (II.) von», Stand: 31.12.2011, in: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL), URL: https://historisches-lexikon.li/Werdenberg_(-Sargans-Vaduz),_Hartmann_IV._(II.)_von, abgerufen am 23.2.2019.

Normdaten

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